Edelsteintage Konstanzhttps://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.mineralbox.biz

Autor Thema: Der Wert einer Sammlung und die Frage nach der Versicherung  (Gelesen 12940 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Helicat135

  • ***
  • Beiträge: 494
  • Master of Disaster
Hallo,

da ich Katastrophen magisch anziehe ist bei mir (fast) alles versichert.
Nun war ich gerade am grübeln, wie das mit Mineraliensammlungen aussieht.
Kann ich irgendwie den materiellen Wert festmachen? Ich nehme an, dass die meisten Sammlungen sehr hoch im Wert liegen ( by the way - währe mal interessant, wie hoch ihr den Wert Eurer sammlung ( also nur materiell) schätzt.
Was ist nun im Schadensfall? Vitrine kaputt, Brand, irgendwas.
Kann man das versichern lassen? In der Hausratsversicherung z.B.?
Ich stelle mir ja immer vor, was währe wenn ( es brennt)? Zum Beispiel. Dann wäre sicher das meiste irgendwie hin. Aber so ersetzt mir das wohl niemand...

Großes ?.

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Meine Sammlung ist im Zweifel in der Hausratversicherung mit inbegriffen. Die wollen nur Einzelstücke über einem gewissen Wert explizit erfassen. Im Brandfall wird eine Pauschalsumme geleistet, so daß ich einfach diese Summe etwas höher angesetzt habe. Ich schätze meine Sammlung auf einen realistischen Wert, den ich bei Einzelstückverkauf vermutlich erzielen würde. Meine Versicherung hat dem (zumindest mündlich) als glaubhafte Methode zugestimmt. Für alles weitere müßtest du vermutlich einen Gutachter zurateziehen. Ob sich das lohnt ist zweifelhaft, weil eine Sammlung ja in der Regel lebt, also ein ewiger Zu- und ggf. Abstrom von Stufen den Wert verändert.

Ein ganz anderes Thema, worüber man sich als Sammler Gedanken machen sollte, ist das Thema Brandschäden.. man stelle sich mal vor, quecksilber-, arsen-,  blei- oder sogar uranhaltige Stufen werden erhitzt. Dann hat man das gesamte Gemäuer am Ende mit toxischen Schwermetallen bedampft. Mit Renovieren wirds dann schwierig...

Offline Hg

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.116
Hallo,
das Thema gab es vor kurzer Zeit hier schonmal  ;)
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15761.msg140525.html#msg140525
Gruß,
Andreas

Offline Amberimage

  • ***
  • Beiträge: 307
Hallo Helicat135
hier ein Link http://www.finanzprofit.com/hausratversicherung/hausratversicherung-vergleich.php wo du anhand eines online rechners für dich die beste Preis & Leistung Haushaltversicherung findes sowie deine Mineralien bis 10.000€ verischern kannst (Wertsachen)
einfach mal reinschauen
LG

Offline jkstar

  • *****
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Hallo an alle !

Da ich selber bei der Versicherung arbeite und sich auch der Wert meiner Sammlung im Laufe der letzten Jahre gesteigert hat,
habe ich die Versicherungsfrage soeben in unserer Fachabteilung geklärt:

Die Mineraliensammlung (es sei denn geschliffene Schmucksteine) fällt nicht unter Wertsachen !!!
Somit gilt auch keine Entschädigungsgrenze !!
Hat man aber einen Vertrag mit einer festen Versicherungssumme, (z.B. 50.000,- €), hat man ggf. im Schadensfall Pech, ein Beispiel:
die Wohnung brennt aus, die Sammlung hat einen Wert (Wiederbeschaffungswert) von 35.000,-€, die Versicherungssumme ist 50.000,-€,
d.h. für den restlichen zerstörtenHausrat hat man noch 15.000,-€ übrig, was in der Regel nicht reichen dürfte.

Bei uns wird das Problem ganz einfach dadurch umgangen, dass man im Schadensfall UNBEGRENZT versichert ist, wenn man nur die qm Wohnfläche richtig angibt. Ein Beispiel: Wohnung mit 100 qm im Raum Offenbach, meinetwegen mit einer Mineraliensammlung, Wert 150.000,- €, Versicherungsbeitrag im Jahr ca. 170,- €, ggf auch günstiger. Versichert sind die klassischen Hausratgefahren, z.B. Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruch/Diebstahl und Vandalismus. Wie gesagt, die Sammlung ist unabhängig vom Wert ohne Limit versichert (natürlich auch die meisten anderen Sammlungen).

Als Nachweis im Schadensfall reichen Fotos der Sammlung und von besonders Wertvollen Stücken halt auch besonders gute Detailfotos..
Alles, womit man im Schadensfall den Wert der Sammlung glaubhaft nachweisen kann ist hilfreich. Im Schadensfall kann man auf die Wertangaben von z.B. Händlern (Ladengeschäfte/Börsen/Internet) für vergleichbare Stücke zurückgreifen, bzw. ein Gutachten machen lassen.

Versichert ist generell der Wiederbeschaffungswert, oder, und so einen Fall kenne ich, nach dem Schaden, in dem Fall Brand, wurde ein Spezialunternehmen mit der Reinigung der Stücke beauftragt (die meisten Schädigungen durch Ruß) und auch eine Wertminderung wurde gezahlt.

Finde das Thema nicht ganz unwichtig, deswegen mal diese längere Antwort..


Viele Grüße
Julian 
 

Offline Fisch108

  • ***
  • Beiträge: 74
Hallo Julian,

"Die Mineraliensammlung (es sei denn geschliffene Schmucksteine) fällt nicht unter Wertsachen !!!"

Kann man das pauschal für jede Versicherung behaupten oder ist das nur bei Deiner, wo Du arbeitest, der Fall?
Wie würde das zum Beispiel bei einer Quarz-Stufe mit gediegen Gold aussehen welche schnell mal mehere tausend Euro kostet? Kann man Gold nicht zu den Wertsachen zählen??

Viele Grüße, Frank

« Letzte Änderung: 06 Aug 11, 19:24 von Fisch108 »

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Hallo,
etwas unverständlich die Sache.
Wenn manche ihren kleinen Finger versichern, warum dann nicht auch eine Mineraliensammlung im Rahmen einer Sachversicherung außerhalb einer Hausratversicherung. Da gibt es keinen Nachweis und keine Wiederbeschaffungswerte (was bei Sammlungen ohnehin nicht richtig funktionieren kann). Eine feste Versicherungssumme, die bei vorher festgelegten Vorkommnissen (Untergang, Diebstahl, Beschädigung usw.) fällig wird. That's it!
Soll doch möglich sein ... Alles nur eine Sache der Prämiengestaltung .... ob man sich die Prämien dann "antut" steht auf einem anderen Blatt ...

Kluftknacker

Offline Embarak

  • ******
  • Beiträge: 1.474
    • Mineralienbilder
Hallo@Julian

-- Vorbemerkung : Dein sehr interessanter Beitrag taucht nochmal im thread "Sicherung der Sammlung" auf. Das macht eine
kontinuierliche Diskussion dazu schwieriger. Ich schlage vor, bei diesem thread hier zu bleiben.--
 
Da hätte ich noch Fragen:

Mit Deinem 50000€-Beispiel beschreibst Du das klassische Versicherungsproblem der Über- bzw Unterversicherung bei einer festen Versicherungssumme.
Im Laufe der Jahre wächst nicht nur die Sammlung, sondern meist auch der Besitzstand. Man müßte sowieso den Festsummenvertrag alle paar Jahre anpassen,
wobei der Versicherungsbetrag von der Höhe der neu auszulegenden Festsumme abhängt bzw mit ihr wächst.
Müßte man dazu nicht schon gleich ein Gutachten der Sammlung vorlegen, um ihren Wert und damit die Höhe der Versicherungssumme zu ermitteln
und nicht erst im Schadensfall?
Wie ermittelt man den Versicherungswert einer Mineraliensammlung, wenn wir immer wieder predigen, daß ein Mineral soviel wert ist,
wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen ?
Nach meinem unbedeutenden Empfinden müßte eine Hausratsversicherung mit unbegrenzter Höhe zur Vermeidung von Über-/Unterversicherung
auch extrem teuer sein. Da kämem mir die 170 Mäuse schon fast vor, wie ein Geschenk ...   :D   Ist das tatsächlich so ??

Da ich überall Fußangeln wittere, noch die Frage, was der Zusatz "wenn man nur die qm Wohnfläche richtig angibt" bedeutet.
Habe in letzter Zeit wiederholt gelesen, daß Wohnungen tatsächlich kleiner sein können, als im Mietvertrag angegeben.
Heißt das, daß es problematisch wird, wenn dort eine Diskrepanz auftritt ?? Versicherungsschutz futsch ??

Es wäre sehr nett, wenn Du nochmal nachhaken könntest.

Gruß
Norbert



Offline jkstar

  • *****
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Hallo und sorry, einige Sachen musste ich mal abklären:

@Fisch108 " "Die Mineraliensammlung (es sei denn geschliffene Schmucksteine) fällt nicht unter Wertsachen !!!"
Kann man das pauschal für jede Versicherung behaupten oder ist das nur bei Deiner, wo Du arbeitest, der Fall?
Wie würde das zum Beispiel bei einer Quarz-Stufe mit gediegen Gold aussehen welche schnell mal mehere tausend Euro kostet? Kann man Gold nicht zu den Wertsachen zählen??"

Wertsachen sind z.B. Sachen die älter als 100 Jahre alt sind (also auch Mineralstufen mit entsprchend altem Zettel), da dies Antiquitäten sind. Fällt also unter die Entschädigungsgrenze!
Generell fallen alle Sachen aus Gold und Platin ebenso unter Wertsachen,ebenso Edelsteine (Schmucksteine).
Laut einer Aussage einer Innendienstkollegin, mit der ich eben telefoniert habe, sieht die die Begrenzung bei Gold und Platin auch nur bei Sachen im verarbeiteten Zustand. Was ja gut für uns Sammler der natürlichen Stücke ist !

Wie das bei anderen Gesellschaften geregelt ist, weiß ich nicht!

@ Kluftknacker:
Wenn Du Gewerbekunde bist und eine Inhaltsversicherung machst, hast Du eine feste Versicherungssumme, aber auch immer den Nachweis über den entstandenen Schaden zu führen, was z.B. durch Fotos und Gutachten von z.B. einem Mineralienhändler garnicht sooo schwer ist. Eine Inhaltsversicherung mit der entsprechenden Versicherungssumme ist mit Sicherheit deutlich teurer als eine Hausratversicherung.

@ Embarak
Ein Wertgutachten erledigt sich ja, wenn Du den zeitgemäßen unbegrenzten Versicherungsschutz hast. Bei alten Versicherungsmodellen mit fester Versicherungssumme macht das sicher Sinn, kostet aber bestimmt auch entsprechend.
Der Versicherungswert eines Stückes ist der Preis, den Du für ein vergleichbares Stück zahlen musst (im Laden/Börse/Internet), im Schadensfall durch aktuelle Angebote von ebendiesen Märkten nachgewiesen. Das da einiger Spielraum ist, ist klar, es sollte schon plausibel sein.
Der Preis der Hausrat mit unbegrenzter Summe richtet sich nach qm Wohnfläche der Wohnung und der Postleitzahl des Wohnortes, ist oft billiger als ein älterer Vertrag, in dem Du noch eine feste Summe hast.
Wenn Du die qm böswillig falsch angibst, z.B. 50 qm statt 100 qm, dann bekommst Du im Schadensfall eine Unterversicherung angerechnet, d.h. Du bekommst den Schaden im Verhältnis 50/100 gezahlt, also die Hälfte.
Steht im Mietvertrag 100 qm und es sind tatsächlich 103 qm, dann wird in der Prxis sicher keine Unterversicherung angerechnet. Stehen im Mietvertrag 100 qm, die Wohnung ist aber augenscheinlich 150 qm groß (wird wohl selten vorkommen), kann wohl im Schadensfall auch eine Kürzung angerechnet werden. Die Angaben sollten nach besten Wissen und Gewissen gemacht werden, dann hat man auch keine Probleme. 
   

Soweit..

Viele Grüße
Julian

Offline robodoc

  • ***
  • Beiträge: 416
Hallo Julian,

jetzt muß ich bezüglich der "Wertsachen" schon noch einmal nachfragen. Älter als hundert Jahre bezieht sich ja bei den Antiquitäten auf den Zeitpunkt ihrer Herstellung, nicht wann irgendjemand sie vom Speicher geholt und den Fund bekannt gegeben hat.
Nun ist aber die Mehrzahl unserer Mineralien vor wesentlich längerer Zeit "hergestellt" worden und wäre damit als Wertsache definiert, oder?

Viele Grüße

Robert

Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Hallo,

Haarspalterei liegt mir fern, aber es wurde schon mehrfach die Wendung "im Schadensfall" verwendet:

Zitat
Der Versicherungswert eines Stückes ist der Preis, den Du für ein vergleichbares Stück zahlen musst (im Laden/Börse/Internet), im Schadensfall durch aktuelle Angebote von ebendiesen Märkten nachgewiesen.

Im Klartext heißt das: Nachdem der Schaden eingetreten ist, wird der Marktvergleich durchgeführt. Im ungünstigsten Fall sind die betroffenen Stücke nicht mehr zum Vergleich heranziehbar, da bspw. durch Brandeinwirkung gefrittet und zerfallen, oder von Vandalen zerschlagen. Die im günstigsten Fall noch vorhandene Quittung vom Kauf vor 20 Jahren oder eine eigene Notiz zum Kaufpreis in der Sammlungsdatenbank zählt dann also nicht?
Das bedeutet, der Versicherte hat die Aufgabe, seine Stücke möglichst genau zu dokumentieren: Abmessungen, Gewicht, vorhandene Beschädigungen, eventuelle präparatorische oder konservatorische Eingriffe, und natürlich Fotografien. Dazu - falls nicht ohnehin im Rahmen der Sammlungsinventarisierung geschehen - der genaue Fundort, schließlich kann eine Stufe von Fundort A sehr viel wert sein, eine ganz ähnliche von Fundort B wesentlich weniger, weil dort massenhaft gefunden. Und im Schadensfall muss dann ein möglichst ähnliches Stück auf dem Markt gefunden werden, das als Preisrichtlinie dienen soll.

Mir drängen sich da mehrere Fragen auf:

- Was sind 'aktuelle Angebote auf den Märkten'? Extrembeispiel: Vergleichbare Stufen, die dem geschädigten Stück entsprechen, stehen einmal in einem Internetshop für 13,50 und einmal für 115 € in einem Laden. Welcher ist der Richtwert?
- Wie lange dauert eine derartige Regulierung (in der Regel dürften mehr als nur eine Stufe von einem Schaden betroffen sein)?
- Was passiert, wenn kein vergleichbares Stück am Markt zu finden ist?
- Aus Sicht des Versicherungsnehmers: Mit welchem Aufwand muss er die Recherchen unterstützen?
- Welche Spielräume ergeben sich für die Versicherung, wegen vorgeblich unzureichender Dokumentation die Regulierung abzulehnen oder nur einen deutlich niedrigeren Pauschalbetrag anzusetzen?

So einfach der o. g. Satz klingt, so dringend vermute ich doch den Teufel im Detail. Dass der Wert eines Sammlungsstücks à la "10-DM-Gedenkmünze 'Otto von Bismarck', 1972, prägefrisch, polierte Platte" noch einigermaßen rasch und plausibel am Markt ermittelt werden kann, glaube ich gerne. Bei der Regulierung eines Schadens an einer Mineraliensammlung sehe ich aber einen Sack voll Schwierigkeiten und Unklarheiten auf den Versicherungsnehmer zukommen. Schlussendlich entscheidet der realistisch gesehen mögliche Auszahlungsbetrag darüber, ob dieser Aufwand etwas bringt. Es wäre großartig, falls jemand dazu Erfahrungswerte aus tatsächlich erlittenem Ungemach hat und diese hier mitteilen würde.

Gruß,
Rainer

Offline jkstar

  • *****
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Guten Morgen !

@ Robert: Als Antiqität, wie auch historisch, kann ein Mineral sicher nur in Verbindung mit einem entsprechend alten Beleg gelten, bzw. wenn z.B. das Bergwerk aus dem die Stufe nachweislich (Typlokalität etc.) kommt, vor mehr als 100 Jahren geschlossen wurde. Die Versicherung hat sicher die gleiche Definition von antiquarisch, wie wir Sammler in diesem Bereich. Ansonsten wären ja z.B.  eigentlich alle Sachen aus Stein und viele Sachen aus Holz Antiquitäten, da Sie aus Materialien sind, die älter als 100 Jahre sind.

@ Rainer: In der Hausratversicherung sind die Gegenstände zum Neuwert am Schadenstag versichert, dass ist der Preis, den Du für ein z.B. verbranntes Stück, am Schadenstag zahlen musst. Auszug aus einem Versicherungsangebot anbei.

Je besser Du die Werte belegen kannst, desto einfacher wird die Abwicklung sein. Das wichtigste sind viele gute Fotos, in jedem Fall  von allen teuren Stücken, andere Dokumentationen (Veröffentlichungen,Rechnungen,Angebote aus dem Netz, Notizen etc.) helfen natürlich auch.

- Was sind 'aktuelle Angebote auf den Märkten'? Extrembeispiel: Vergleichbare Stufen, die dem geschädigten Stück entsprechen, stehen einmal in einem Internetshop für 13,50 und einmal für 115 € in einem Laden. Welcher ist der Richtwert?

Ich denke mal, wenn es nur ein kleiner Schaden ist, wird die Versicherung sich auch mit ein paar vergleichbaren Ladenpreisen zufrieden geben. Sollte es der Fall sein, dass bei einem großen Schaden genau geprüft wird und es wie in Deinem Beispiel oben so ist, dass es "das Stück" für 13,50 im Internet gibt, finde ich es auch fair, wenn Du die 13,50 + Versand erstattet bekommst. Ich denke auch eine Erstattung, die sich aus einem Betrag ergibt, der einem Durchschnittswert von z.B. 3 verschiedenen Angeboten  entspricht ist denkbar. Da ist natürlich einiges an Spielraum gegeben, zu Deinen Gunsten, wie auch zu Deinen Ungunsten.

- Wie lange dauert eine derartige Regulierung (in der Regel dürften mehr als nur eine Stufe von einem Schaden betroffen sein)?

Das hängt mit Sicherheit davon ab, wie gut Du Deine Sammlung, wie oben beschrieben, dokumentiert hast.
Ich persönlich würde mir im Schadensfall von einem anerkannten Mineralienhändler ein "Gutachten" schreiben lassen und das mit den Fotos einreichen, dann kann es zumindest keine Ewigkeiten dauern.


- Was passiert, wenn kein vergleichbares Stück am Markt zu finden ist?

Auch in diesem Fall, würde ich mir von einem anerkannten Mineralienhändler / Fachmann was schreiben lassen.

- Aus Sicht des Versicherungsnehmers: Mit welchem Aufwand muss er die Recherchen unterstützen?

Das gilt eigenlich für jeden Schaden: um später nicht nur der reagierende, evtl. beleidigte oder verärgerte Kunde zu sein,
würde ich die Abwicklung des Schadens möglichst aktiv begleiten. Kompromisse sind generell immer gut, wenn Du z.B. für Deine Tsumeb-Stufen nur die Preise amerikanischer Händler vorlegst und darauf rumreitest, ist der Unfrieden bestimmt  vorprogrammiert. Denke daran, dass der Gutachter der Versicherung auch nicht jeden Tag Mineraliensammlungen, bzw, Schäden daran einschätzt, für konstruktive Hilfe, sind die in der Regel auch dankbar.


- Welche Spielräume ergeben sich für die Versicherung, wegen vorgeblich unzureichender Dokumentation die Regulierung abzulehnen oder nur einen deutlich niedrigeren Pauschalbetrag anzusetzen?

Spielräume haben beide Seiten, eine sehr gute Dokumentation ist für eine zufriedenstellende Regulierung mit Sicherheit sehr wichtig. Wenn Deine Erzstufen-Sammlung aus z.B. Bulgarien o.ä. nach einem Brand,wo auch alle Belege
vernichtet worden sind, bei der Versicherung als Siegerland-Sammlung angegeben wird, dann ist das ja ähnlich, wie wenn Du behauptest, Deine Bilder an der Wand, waren alle Picassos. Das da der Ärger vorprogramiert ist, ist klar.
Wenn Du einen "Picasso" hast, mußt Du es auch glaubhaft nachweisen können.


"So einfach der o. g. Satz klingt, so dringend vermute ich doch den Teufel im Detail."

Das liegt an der Sache an sich, dass meiner Meinung nach Gute an der Absicherung über die Hausratversicherung ist, dass man die, unabhängig ob Sammler oder Nichtsammler, so oder so haben sollte, denn bei z.B. einem Brand, wird ja nicht nur die Sammlung zerstört, sondern alles andere ja auch. 

Ich kenne nur ein Schadensbeispiel, da waren nach einem Kabelbrand alles Stücke der Sammlung verrußt, Sie sind professionell gereinigt worden und auch eine Wertminderung wurde gezahlt. Ich weiß nicht, wieviel die Versicherung gezahlt hat, allerdings kann es bei mehr als 2500 Stücken nicht wenig gewesen sein.

Schönes Wochenende !

Julian
   

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Hallo,

beim Lesen dieses munteren Frage- und Antwortspieles drängt sich mir der Eindruck auf, dass man als Versicherungsnehmer mit einer durchschnittlichen Sammlung irgendwie bei Eintritt eines Schadensfalles immer sein Geld (in angemessener Höhe) hinterherrennen muss und am Ende doch abgezockt wird bzw. nie den vorher vereinbarten Wert erstattet bekommt. Dokumentation, Fotos, externe Gutachter (wer zahlt die?, was will der begutachten, wenn die Jousi-Dose um die Stufe herum geschmolzen ist oder die Stufe schlichtweg geklaut wurde?) .... Leute, bleibt doch realistisch  ;D
Die Prämien investiere ich lieber in Exkursionen  ;)

Kluftknacker

Offline jkstar

  • *****
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
..ich sehe das eher so, dass man froh sein kann, dass solche Risiken auch über die Hausrat mit abgedeckt sein können.

Der Vorteil ist ja, dass ich über eine moderne Hausratversicherung KEINEN Wert vorher festlegen muß (außer bei Schmucksteinen, Wertsachen,bzw. Antiquitäten).

Mit der Begutachtung bei Diebstahl, bzw. Zerstörung durch Brand hast Du ja recht - ist sehr schwierig, bzw. nicht möglich, deshalb sollte man ja ausreichend Fotos haben.

Ob man der "Typ" für eine Versicherung ist, dass ist die Frage, manche Leute fühlen sich mit, besser, manche ohne.
Ich bin auch nicht der "alles muß 100% abgesichert sein Typ", aber gerade in Bezug auf meine Sammlung und meine anderen Besitztümer fühle ich mich schon besser, wenn ich mir, wenn ich weg bin, keine Gedanken machen muss, bzw. ich weiß, wenn was passiert,  hab ich wenigstens Geld.

Der Aufruf an Sammler, die eh eine Hausratversicherung haben, könnte hier sein, wenigstens den Vertrag upzudaten und eine unbegrenzte Versicherungssumme zu vereinbaren, kostet in der Regel das gleiche Geld, manchmal sogar weniger.

Viele Grüße
Julian

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Der Vorteil ist ja, dass ich über eine moderne Hausratversicherung KEINEN Wert vorher festlegen muß (außer bei Schmucksteinen, Wertsachen,bzw. Antiquitäten).

Das sehe ich halt anders. Ich würde aufgrund der geschilderten "Bürokratismen" jedem raten, die Sammlung gar nicht erst in die Hausratsvers. aufzunehmen, sondern dafür eine separate Vers. mit einer Festsumme zu vereinbaren. Allerdings müßte hier jeder Neuzugang nach Vers.abschluss separat bewertet und integriert werden.

Kluftknacker