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Stromatolithe - Stromatoporen

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Psaronius:
Hallo,
da ich mich in letzter Zeit u.a. etwas intensiver mit Onkolithen beschäftigt habe, gerieten mir auch Stromatolithe unter die Finger, die eindeutig als solche zu erkennen sind. Ich habe aber auch einige Stücke,
bei denen ich mir nicht sicher bin, ob das Stromatolithe oder Stromatoporen sind.
Laut Definition sind das ja zwei ganz unterschiedliche Sachen.
Wenn ich aber einen aberollten Kalk finde, dessen Schichtung auf organische Ausfällung hindeutet, ist mir manchmal nicht klar, woran ich, besonders bei kleineren Fragmenten die Herkunft festmachen kann.
Sind das nun durch Cyanobakterien erfolgte Kalkausfällungen (Onkolithe, Stromatolithe) oder die Kruste aus den kalkigen Skeletten verschiedener Nesseltiere (Hydrozoa u.a.) sprich Stromatoporen .
Rein vom Optischen her sind kleinere Fundstücke oft sehr ähnlich.
Hat da jemand Tipps ?
Gruß
Psaronius

Yoscha:

--- Zitat ---Hat da jemand Tipps ?
--- Ende Zitat ---
Außer Dünnschliffe anfertigen?
Wobei selbst bei Dünnschliffen ist die Unterscheidung Stromatolith, Stromatopore eine beliebte Reinfallaufgabe in der Mikroskopieprüfung.

Was pi*Daumen klappen kann, ist das Stück mit mind. einer guten Lupe nach den für Stromatoporen typischen kleinen Kanälen abzusuchen. Findet man solche Kanäle, die eindeutig nicht parallel zur Schichtung sind (und damit definitiv nicht als Fenstergefüge abgetan werden können), dann hat man eine Stromatopore.


Ansonsten hilft Faziesanalyse, wenn möglich. Sprich wenn man das anstehende Gestein hat kann man es auf die Ablagerungsbedingungen hin untersuchen, und dann den Fund entsprechend interpretieren. Geht bei Einzelstücken natürlich nicht.

Ich kann bei Gelegenheit noch mal meine Praktikumsunterlagen rauskramen und schauen, ob uns damals außer den Kanälen noch andere nützliche Tipps zur Bestimmung gegeben wurden, aber ich erinnere mich, dass ich mich in der Prüfung hauptsächlich an den Kanälen orientiert habe.

Psaronius:
Hallo Yoscha,
danke für den Hinweis.
Das Problem ist wirklich akut, wenn man relativ kleine Geschiebe hat, die als Fragmente schwer zu deuten sind.
Gruß
Psaronius

Noch als Nachtrag:
Gerade bei kalkigen , porösen Stücken ist das Anschleifen, mehr noch das Herstellen von Dünnschliffen, kaum sinnvoll.
Meine Stücke schmieren zu oder zerbröseln...
Strukturen sind dann nicht mehr zu erkennen !

Isarkiesel:
Hallo Psaronius,

vielleicht hilft bei derartigen Problemen mit dem "Rohmaterial" eine Stabilisierung mit Kustharz oder heißem Kanadabalsam?

Gruß,
Holger

Blackminer:
Ich höre mich mal an der Bergakademie Freiberg um. Hab nen guten Draht zur Chefin der Fossiliensammlung. Ist in Fossi-Kreisen sicher bekannt, Dr. B. Gaitzsch.

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