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Rosenquarz
aca:
Hallo,
Rosenquarz gibt es nie in Kristallen, noch nicht mal selten.
Die rosa Kristalle sind etwas anderes, "Rosa Quarz",
die Ursache für ihre Farbe ist eine andere (wahrscheinlich Phosphor).
Rosenquarz bildet sich fast ausschliesslich in Pegmatiten, das sind grobkörnige Gesteine,
die meistens aus den Rest-"Schmelzen" von Magmen entstehen, meistens Granit-Magmen.
Z.B. im Lexikon
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pegmatit?redirectfrom=Pegmatite
Um zu verstehen, warum Rosenquarz immer "derb" ist, muss man sich anssehen, was mit so einem Granitmagma passiert, wenn es irgendwo auftaucht.
Ohne ins Detail zu gehen, kann man sich einfach vorstellen, Magma steigt auf wie bei einem Vulkan auch.
Es bleibt aber irgendwo im Gestein "stecken" und bildet dort einen grossen Magmenkörper, der ganz langsam abkühlt, ist ja gut verpackt.
Beim Abkühlen bilden sich die Mineralkörner, eben Feldspat, Quarz und Glimmer.
Beim Wachsen dieser Kristalle (die späteren Körner) im Magma nehmen diese aus der Schmelze bestimmte chemische Elemente auf. Das Ganze ist recht kompliziert, es bedeutet aber, dass sich die Rest-Schmelze, also das, was zwischen den wachsenden Kristallkörnern übrigbleibt, langsam immer mehr verändert.
Beim Granit bilden sich die Quarzkristalle erst am Schluss, was heisst das? Vorher sind Glimmer und Feldspat gewachsen, und die Elemente, aus denen sie sich gebildet haben, fehlen jetzt in der Schmelze. Dafür ist sehr viel Quarz in der Schmelze, aber auch sehr viel Wasser und Elemente, die nicht in die Kristallgitter von den Feldspäten und Glimmern reinpassen.
Diese Restschmelze wird zum Teil aus dem Granit herausgedrückt, oder sammelt sich in bestimmten Zonen an. Dort kühlt diese Schmelze, es ist jetzt eigentlich mehr ein sehr heisses, "überkritisches" Gas unter sehr hohem Druck, weiter ab.
Hier passiert etwas ähnliches wie im Granit, es bilden sich nacheinander verschiedene Mineralien, diese bilden jedoch oft konzentrische Bereiche oder Zonen unterschiedlicher Zusammensetzung. Oft bildet sich ein sogenannter Quarzkern in der Mitte des Pegmatits, der aus derbem Quarz besteht (wie gesagt, wurde die Restschmelze ja sehr an Quarz angereichert).
Es gibt auch oft Hohlräume in Pegmatiten, in denen dann sehr grosse Kristalle wachsen können, auch Quarze.
Der Quarzkern bildet sich oft vorher bei höheren Temperaturen.
Wie kommt das dumortierit-artige faserige rosa Mineral in den Quarz?
Gute Frage, ich weiss es nicht, habe aber 3 mögliche Erklärungen:
1. Das Mineral war schon da und der Quarz ist drumherum gewachsen.
Das halte ich aber eher für unwahrscheinlich, ohne das jetzt genauer zu erklären.
2. Beide sind gleichzeitig in der Restschmelze gewachsen.
3. Der Quarz ist "allein" gewachsen, aber weil es so heiss war und sein Kristallgitter geweitet, hat er noch andere Elemente in sein Gitter aufnehmen können.
Normalerweise ist Quarz sehr rein und das Gitter sehr engmaschig, nur wenige Elemente passen da hinein.
Wenn sich der Quarz mit den eingeschlossenen Elementen nun abkühlt, bilden sich im Quarz 2 "Phasen", der reine Quarz und ein neues Mineral aus den eingeschlossenen Elementen. Exsolution nennt man sowas. Ob es so stattfindet, weiss ich nicht.
Klingt aber hübsch. 8)
Die "Theorien" 2 und 3 würden jedenfalls beide erklären, warum sich diese Einschlüsse nicht in Kristallen finden, die wachsen nämlich bei anderen Bedingungen.
Rosa Quarz kommt auch aus Pegmatiten, bildet sich aber in den Kristall-gefüllten Hohlräumen. Er bildet sich bei niedrigeren Temperaturen, lange nachdem z.B. die Rauchquarze in den Hohlräumen gewachsen sind.
Rosa-Quarz ist sehr lichtempfindlich.
Rosenquarz überhaupt nicht (es gibt aber Leute, die da anderer Ansicht sind)
(ich sehe gerade Berthold hat auch geantwortet ...ja, ist nur ähnlich, die Elementarzelle ist, soweit ich weiss, doppelt so gross wie beim Dumortierit)
Uff, habe schon viel zu viel geschrieben....
Gruss
Amir
Wegschmeißit:
Sind die Bilder in dem Beitrag: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Rosenquarz etwa keine "Kristalle"?
Wenn Rosenquarz KEINE Kristalle bildet (entgegen dem was in dem Beitrag zu sehen ist),
sollten sie wohl besser dem Rosa Quarz zugeordnet werden, oder? ???
Also, wenn das auf den Bildern im Beitrag keine Kristalle sind sollte ich mal zum Optiker gehen! ;D
Scherz beiseite: Was stimmt denn nun? ???
aca:
Hallo,
naja, oben steht im Lexikon
"rosafarbener derber Quarz mit feinstfaserigen Einschlüssen von Dumortierit"
Das ist ungefähr richtig.
Müsste heissen:
"rosafarbener derber Quarz mit feinstfaserigen Einschlüssen von einem mit Dumortierit verwandten Mineral"
Kleinigkeit, kann man "springen lassen".
Aber unten sind keine derben Rosenquarze zu sehen.
Sondern Rosa Quarz / Rosaquarz in den typischen Kristallen.
Das ist tatsächlich korrekturbedürftig, diese Bilder müssten woanders hin,
zum "Rosaquarz", diese Lexikon-Seite gibt es ja.
Amir
berthold:
Hallo,
@Amir: volle Zustimmung.
Unter http://www.minsocam.org/msa/ammin/toc/Abstracts/2001_Abstracts/Apr01_Abstracts/Goreva_p466_01.pdf findet sich die Zusammenfassung des Artikels zur Farbgebung durch Dumortierit.
Ich denke - auch wenn da 29 Proben von unterschiedlichen Vorkommen untersucht wurden - da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. XRD zeigt ja nur eine Dumortierit-ähnliche-Struktur, Raman und FTIR passen nicht so recht dazu. In
http://ammin.geoscienceworld.org/cgi/content/abstract/87/2-3/269
finden sich weitergehende Untersuchungen die zeigen, dass es kein Dumortierit ist. Die Parameter a und b der Elementarzelle sind doppelt so groß, statt Al ist Fe/Ti eingebaut.
Wenn man einen Mineralnamen an seiner Struktur aufhängt (oder/und an seiner Chemie) dann darf man das färbende Mineral bestenfalls als "Dumortierit-ähnlich" bezeichnen, nicht als Dumortierit.
Gruß
Berthold
Elsie:
Dann ist dies also auch ein Rosa Quarz und nicht ein Rosenquarz ?
FO Larra da Ilhaim/Rio Jequitinoha (Taquaral) Minas Gers
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