Fossilien / Fossils / Fósiles > Präparation, Werkzeuge, Gerätschaften
Bitte um Hilfe
Joachim:
--- Zitat von: Costatoria am 21 Oct 04, 00:47 ---Hey Joachim, Du alter Schalk ;). Du hast Dich ja keinen Deut geändert :-*
MfG
Costatoria
--- Ende Zitat ---
Wieviel Muscheln hier in letzter Zeit auftauchen! ;D ;D ;D
Langsamm kommt Leben in die Bude! ;) ;) :D :D :D
Gruss Joachim ;D
Unaluna:
[Knochen und Zähne müssen mit sehr dünnflüssigem heissem Leimwasser oder mit einer Schellacklösung getränkt werden.
Danke! Das hilft mir doch schon sehr weiter! - Bekommt man heutzutage überhaupt noch Schellack und wenn ja, wo?
Viele Grüße,
Unaluna
sparrow:
Hallo Unaluna,
folgende Punkte sind bei Deiner Beschreibung zu beachten:
1. In welchem Zustand sollen die gefundenen Knochen eigentlich sein?
2. Wer soll die Knochen konservieren, die Kinder oder ein Fachmann ( von mir aus ein Fossiliensammler)?
3. Wie alt sind denn die Kinder überhaupt und welche Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung?
So schön Geschichten über das Ausgraben von Rittern sind, es ist und bleibt Raubgräberei und ist als solche strafbar. >:( >:( >:( ::) ::) ::)
Nun zum konservieren von Knochen ( hier nur die von Hobbysammlern verwendeten Methoden, für Fachleute gibt es spezielle Literatur und Verfahren):
1. Man macht mit den Knochen gar nichts. Viele auch sehr alte Knochen sind so gut erhalten, dass man sie nur reinigen (Wasser, Spiritus etc.) muss. Danach tut man Sie in eine Kiste bzw. in die Sammlung.
2. Sind die Knochen bereits am zerfallen oder brüchig, legt man Sie in verdünnten Leim.
Bewährt ist in diesem Fall verdünnter Tischlerleim, z.B. Ponal aus dem Baumarkt.
Ebenfalls kann mann die Knochen mit einem Zaponlack (verdünnt mit Aceton) tränken. Beides aus dem Baumarkt.
Ein drittes Verfahren ist das Kochen in Wachs.
Schellack kannst Du vergessen, das geistert schon seit ewigen Zeiten durch die Literatur. Schellack wird extrem hart und kann poliert werden. Wie hart und glänzend kann man auf Möbeln studieren. Für Knochen heutzutage gänzlich unüblich, zumal man ja auch noch die seltenere farblose Variante benötigt. Kosten verschweigen wir hier dezent. Ponal findet man in jedem gutsortierten Haushalt bei Papi in der Werkzeugkiste.
Bei allen drei Verfahren ist jedoch zu beachten, das man darauf achten muss den gesamten Knochen zu tränken und zu härten. Nur die Oberfläche zu behandeln bringt nicht wirklich viel.
Da ein Mensch (in diesem Fall der besagte Ritter) sicherlich sein mehr oder weniger komplettes Skelett hinterlassen hat, ist der Aufwand für Kinder eigentlich nicht bzw. nur schwer zu realisieren. Zu Bedenken ist hier ebenfalls das menschliche Knochen eine beachtliche, häufig verdrängte, Größe haben. Der Oberschenkelknochen ist bei einem Erwachsenen durchaus mal einen halben Meter lang. Dieser Knochen läßt sich dann auch schwer in einen Topf (Spagettitopf ;D) tun, um mit verdünnten Ponal erwärmt zu werden. Ähnliches gilt für einen Schädel. Einen 5-6 Liter Topf (Eimer) benötigt man schon.
Soll die ganze Sache nur provisorisch sein, könnte man es natürlich mit einem Pinsel versuchen. Aber wie gesagt das schützt dann nur die Oberfläche.
Nach dem Konservieren müssen die getränkten Knochen natürlich trocknen und aushärten. Auch hierbei stößt der geneigte Finder und Sammler auf ein Problem. Wohin mit den ganzen Knochen. Diese müssen ja einzeln, möglichst frei trocknen. Das ist häufig einfach ein Platzproblem. Außerdem muss man als Kind ja damit rechnen, dass die Mutter/Vater etwas dagegen hat ???. Also sollte das auch noch verdeckt geschehen. Oder man konserviert langsam Knochen für Knochen, aber das kann dauern.
Ich hoffe meine kurzen Ausführungen haben Dir die Komplexizität des Themas nahe gebracht. Als Fossiliensammler hat man im allgemeinen nur mit einzelnen Knochen zu tun. Diese sind dann meistens versteinert. Das selbe gilt für ganze Skelette (Fische etc.). Nicht versteinerte Knochen gibt es eigentlich nur aus der Eiszeit. Und sobald man auf ganze Skelette stößt (Mammut, Pferd, Nashorn) sollte (muss) man sowieso Fachleute informieren und diese die Bergung vornehmen lassen. Von der Privatbergung eines Menschen wollen wir besser gar nicht reden. Das ist übrigens weltweit verboten.
Gruß und viel Spass beim Schreiben
Sparrow
tsa:
--- Zitat von: sparrow am 21 Oct 04, 10:44 ---Der Oberschenkelknochen ist bei einem Erwachsenen durchaus mal einen halben Meter lang. Dieser Knochen läßt sich dann auch schwer in einen Topf (Spagettitopf ;D) tun, um mit verdünnten Ponal erwärmt zu werden. Ähnliches gilt für einen Schädel. Einen 5-6 Liter Topf (Eimer) benötigt man schon.
--- Ende Zitat ---
Es scheint ratsam, das nicht in Mutterns Kueche zu machen.. ("Ja was kochst du denn da?" "Einen Menschen, Mama, einen Menschen..") ;D ;D ;D
sparrow:
Na nun habt Euch mal nicht so. Es gab Zeiten und Völker da wurden regelmäßig Menschen gekocht.
Und ein Forscher ( auch Kinder und Jugendliche sind ja manchmal Forscher) steht über solchen Pietätsfragen. Forschung erfordet nunmal besondere Mittel. Wenn ich schon so einen rottigen Ritter ausgebuddelt habe, dann soll er auch ordentlich konserviert werden. Und da Kinder nunmal keine Präparationswerkstatt haben, müssen für solche Arbeiten halt Muttis Töpfe benutzt werden.
Viel interessanter ist hier die Frage der sonstigen Teile die in so einem Grab liegen. Knochen sind robust, die halten was aus und sieht auch nach Jahrhundert noch relativ kompakt. Von den Klamotten des Ritters kann man das sicherlich nicht mehr behaupten. Was passiert denn in dem Film-Buch mit dem ganzen Kram. Soll der etwa auch restauriert werden. Damit sind die hier erwähnten Kinder mit Sicherheit überfordert. Wenn Sie Glück haben können Sie die Metallteile verwerten. Aber auch die müssen, wenn Sie ordentlich aussehen sollen und nicht weiter rosten sollen, restauriert und konserviert werden. Dafür brauchen unsere lieben Kinder dann auch gleich noch Papas Batterieladegerät aus dem Keller, etwas Edelstahl und treiben die Stromrechnung der Eltern in die Höhe.
Um mal wieder zum Film-Buch zurückzukommen. Ich werde mich mal im Internet kundig machen worum es in diesen Film eigentlich geht.
Schließlich hat der Film ja hoffentlich eine Handlung und das Buch sollja auch nicht als Anleitung zum Einrichten einer Präparationswerkstatt dienen.
Also zusammengefasst mann kann Knochen konservieren, wenn es denn notwendig ist, aber es ist nicht gerade einfach wenn man es denn tun muss.
Gruß
Sparrow
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