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Neu hier und schon Fragen
Bravo21:
Hallo zusammen
Danke für eure Erklär- und Erleuterungen.
Jetzt ist mir schon klarer wo ich suchen muss und brenne schon darauf wieder "buddeln" zu gehen. Ich war vor etwa 3 Jahren an einem Ort in einem Wald. Ich habe mich "noch" nicht richtig für dieses Thema interessiert aber der Ort ist nahe im Wald beim Elternhaus meiner Freundin. Sie hat gesagt an der Stelle hat es Versteinerungen und wir Spazierten dorthin. Nur ausgerüstet mit einem schweizer Universalmesser ;). Es ist ein kleiner aber relativ hoher Hügel der in einem Wald liegt. Neben den Wanderwegen befinden sich immer wieder höhere Wände aus recht porösem Gestein. Wenn dieses etwas angefeuchtet ist, kann man das auch brechen. Sieht nach Kalk oder Lehm aus. Von der Beschaffenheit eher wie Kalk aber hat eine hellbraune Farbe und sieht wie Lehm aus. Habe auch auf die schnelle ein paar Teile gefunden ohne gross Graben und Abbauen zu müssen. Dort bricht immer wieder natürlich Gestein ab und bleibt am Wegrand liegen.
Ich werde heute Abend ein paar Bilder posten. Ich habe schon diverse Bilder studiert aber konnte nichts zuordnen. Sind leider alles nur Bruchstücke, 2 Muschelschalen und etwas anderes im Querschnitt strukturiert und innen hohl. Sieht aus wie Reisszähne. Kann aber auch Holz oder Mineralien sein. Ich denke für euch ist es ein einfaches diese identifizieren zu können. Eine ganz erhaltene mini Schnecke ist leider durch das Einweichen des porösen Gesteins nun nach Millionen von Jahren durch meine Schuld für immer und ewig vernichtet worden... ärgerliche Anfängerfehler. Es überdauert Millionen von Jahren und ein [entfernt] zerbröselt es innert Sekunden ::)
@Isarkiesel
Danke für die sehr hilfreichen Tipps!! Nur eine Frage noch, wie erkenne ich Sedimentgestein? Ist dies so was wie Schieferplatten. Also Gestein dass sich in so Schichten trennen lässt?
@Noudi
Danke für deinen Hinweis. Ich werde gerne einen solchen Erlebnissonntag besuchen!!
Gruss
Marco
Bravo21:
Hallo zusammen
Unter folgendem Link sehr Ihr meine ersten Funde die ich gesammelt habe. Sollte jemand einmal Lust und Zeit haben schnell reinzuschauen und mir helfen diese zu bestimmen, wäre ich sehr dankbar.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,18144.0.html
Danke und Gruss
Marco
triassammler:
Hallo Marco!
--- Zitat ---Nur eine Frage noch, wie erkenne ich Sedimentgestein? Ist dies so was wie Schieferplatten. Also Gestein dass sich in so Schichten trennen lässt?
--- Ende Zitat ---
So generell kann man Sedimentgesteine nicht in eine Schublade stecken. Sedimente bestehen aus verwitterten Gesteinspartikeln, die von Wind, Wasser oder durch Gravitation (Bergrutsch...) abgelagert wurden (Kies, Sand, Ton), oder sie entstanden aus den Skeletten winziger Lebewesen (Kalkstein). Verfestigt sich ein Sediment im Lauf der Zeit durch chemische Prozesse und den Druck neuer, überlagernder Sedimentschichten, wird es zum Sedimentgestein. Sedimentgesteine sind daher sehr vielfältig: Kalkstein (schäumt auf, wenn man verdünnte Salzsäure oder Essig daraufgibt), Tonstein (zerfällt wenn er feucht wird), Sandstein (bröselig und zerkratzt den Stahl von Messern oder Hammer), und alle möglichen Mischformen dieser Gesteine. Die Art, wie das Sediment geschichtet ist, oder eben auch nicht ("massig", "ungebankt") rührt von den Bedingungen her, unter denen es abgelagert wurde.
In erster Näherung fährst Du bei der Erkennung von Sedimentgesteinen gut, wenn Du nach geschichteten Gesteinen Ausschau hältst. Diese können fein geschiefert, aber auch sehr dickbankig sein, je nachdem, aus welchem Material und unter welchen Bedingungen sie entstanden sind.
Wenn Du weiter Richtung Zentralalpen gehst, würden Dir auch "geschichtete" Gesteine begegnen, die keine Sedimente sind. Es handelt sich dabei um Metamorphite, denen Druck und Temperatur bei der Alpenentstehung tief im Erdinnern eine schiefrige und schichtige Struktur aufgeprägt haben, die aber nichts mit der Schichtung von Sedimentgesteinen zu tun haben. Hier wird es dann kompliziert...
Es gibt einige gute kleine Büchlein, die speziell für den Anfänger geeignet sind, um die verschiedenen Gesteine kennenzulernen und vor allem zu lernen, an welchen Merkmalen man sie einfach voneinander unterscheiden kann. Ich werde Dir heute Abend mal ein paar Literaturtipps auflisten.
Gruß,
Triasammler
Bravo21:
Hallo Triasammler
Danke viel mal für deine Mühe und Erläuterungen!!
Ich währe für deine Literaturtipps sehr dankbar. In einer Buchhandlung hatte ich zwar sehr viel Auswahl aber konnte mit keinem viel anfangen, da es von Prof. für Prof.'s geschrieben wurde ;D
Dein Beitrag war schon sehr aufschlussreich!
In freudiger Erwartung...
Gruss
Marco
triassammler:
Hallo Marco,
so, bin mit der Leiter durch meine Bibliothek geklettert und hab mal 3 Bücher rausgesucht, die mir auch bei den ersten Anfängen sehr hilfreich waren. Die Preise habe ich nicht mehr im Kopf, aber das war im Rahmen, sonst hätte ich sie mir als Schüler auch nicht zugelegt:
Walter Maresch, Olaf Medenbach & Hans-Dieter Trochim: "Steinbachs farbige Naturführer: Gesteine". Mosaik-Verlag, München, 288 S.
Aus dem Umschlagtext: "113 Gesteinsgruppen mit zahlreichen Varietäten. 380 Farbfotos, 90 farbige Graphiken und Diagramme".
Meine Meinung: Sehr handlich, kann man für die ersten Schritte bei der Gesteinsbestimmung gut mit ins Gelände nehmen. Es geht zwar nur auf 50 von 250 Seiten um Sedimente und Sedimentgesteine, ist aber eine prima Einführung, die die wichtigsten Merkmale auf den Punkt bringt. Nachteil: Die Bildtafeln zeigen fast immer Ausschnittvergrößerungen. Man bekommt nicht unbedingt einen Eindruck von der typischen Art und Weise, wie das jeweilige Gestein Bruchkanten und -flächen ausbildet.
Trotzdem sehr nützlich als erster Einstieg, wenn man nicht vom Thema erschlagen werden will.
Rupert Hochleitner: "Fotoatlas der Mineralien und Gesteine", Gräfe und Unzer, München, 238 S., ISBN 3-7742-2423-4
Meine Meinung: Zu großformatig fürs Gelände, und Schwerpunkt auf Mineralien und kristallinen Gesteinen (Sedimente werden aber durchaus auch ausgiebig vorgestellt). Dafür eine super Einführung in Gesteinsarten, Gesteinsentstehung und Mineralbildung (Gesteine bauen sich nun mal aus Mineralien auf, darum kommt man nicht herum) für den Anfänger, mit vielen kleinen Zeichnungen im Text, die die Erklärungen ergänzen und typische Eigenheiten besser darstellen, als man das oft mit Fotos einfangen kann. Kommt ohne Fachchinesisch aus und hat einen hübschen Glossar, der die wichtigsten Begriffe, auch wieder teilweise mit Schemazeichnungen, erklärt. Ein Bestimmungsschlüssel soll helfen, sich an Hand grundlegender Merkmale zur korrekten Gesteinsbestimmung durchzuarbeiten. Ingesamt sehr liebevoll gemacht.
Walter Schumann: "Der neue BLV Steine- und Mineralienführer", BLV Verlagsgesellschaft, München, 382 S. ISBN 3-405-15302-6
Meine Meinung: Schwerpunkt liegt eindeutig auf Mineralien und kristallinen Gesteinen. Die Erklärungen zu den Sedimentgesteinen sind schon relativ fachlich, gehen aber erfreulicherweise intensiv auf die Entstehung ein. Die Bildtafeln zeigen komplette Handstücke, bei denen sich typische Bruchformen sehr gut erkennen lassen.
In dieser Reihenfolge würde ich die Bücher empfehlen, wenn Du Dir erst mal nur eines zulegen willst.
Ganz ohne Fachbegriffe wirst Du auf Dauer nicht zurecht kommen - der Erfolg beim Fossiliensammeln steigt proportional mit dem Wissen 8) Wenn Du aber Spaß daran hast, Dir Wissen anzueignen, wirst Du sehen, dass das alles gar nicht so furchtbar kompliziert ist, und der Lohn kommt mit dem Sammelerfolg.
Gruß,
Rainer
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