Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining

Erhaltung Bergwerk Platzertal

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Uwe Kolitsch:
aus: http://tirol.orf.at/stories/305596/

         Bundesforste wollen Geld von Freiwilligen
Nicht nur gratis arbeiten, sondern dafür auch noch bezahlen: Das sollen freiwillige Helfer aus Tösens und Pfunds. Die Freiwilligen wollen eine alte Bergwerksanlage vor dem Zerfall retten. Die Bundesforste möchten Geld dafür sehen.

     Höchstgelegenes Bergwerk Europas
Im Bergwerk Platzertal hoch über Tösens wurden bereits im 16. Jahrhundert Zink, Blei und Silber abgebaut. Doch seit gut 100 Jahren zerfällt die historische Anlage zusehends. Die Einheimischen wollen unentgeltlich ein Stück regionaler Geschichte bewahren, doch der Besitzer Bundesforste will Geld dafür sehen.

Eine Aufbereitungsanlage, eine Seilbahnstation und ein Berghaus auf 2.500 Meter Höhe: Das höchstgelegene Bergwerk Europas ist dem Verfall geweiht. Zwar stehen Freiwillige des Vereins Bergwerk Platzertal bereit, um die Anlage zu retten, doch der Grundbesitzer Bundesforste knüpfe das an unannehmbare Bedingungen, klagt Vereinsobmann Christian Sturm. Man wolle Geld dafür, dass man für sie etwas richten dürfe.

Bundesforste: Verhandlungsfrage
Drei Jahre dürfen die Freiwilligen gratis arbeiten. Dann wollen die Bundesforste eine Miete von jährlich 1.500 Euro einheben, so Egon Fritz, Leiter des Forstbetriebs Oberinntal. Wenn sich touristisch etwas entwickle, sei es durchaus gerechtfertigt, dass Geld verlangt werde. Das sei eine Verhandlungsfrage.

Dazu kommen auch noch eine Kaution von 5.000 Euro und die Vertragskosten. Den Vereinsobmann stört aber vor allem, dass die Bundesforste nach vollendeter Renovierung alle Karten in der Hand hätten und allein bestimmen könnten, ob eine touristische Nutzung vorliege oder nicht. Man mache kein Gasthaus auf und eröffne keine Ausschank oder ein Spektakel, sondern wolle das Ganze nur der Nachwelt erhalten.

     Einigung liegt in weiter Ferne
Neun Gemeinden und der Tourismusverband Oberland unterstützen die Renovierungsabsichten des Vereins. Doch eine Einigung mit den Bundesforsten liegt in weiter Ferne. Der Zerfall des Bergwerks Platzertal wird somit wohl weiter fortschreiten.

caliastos:
auch wenn die miete gering ist, so ist das ja an sich wieder ne frechheit. alte bergwerke sind unsaniert und ungewartet im hübsch kostspielig.

Schlacke:

Hier sind die Regionalpolitiker gefordert, solchen Schwachsinn zu verhindern. Leider ist das Verständnis für Technikgeschichte in vielen Teilen der Verwaltung nicht gerade groß und es ist zu hoffen, dass die betroffenen Gemeinden, Fremdenverkehrsverbände, Denkmalpflege  usw. hier alles in Bewegung setzen um den Idealisten nicht die Freude am Erhalt der Anlagen zu verderben bzw. sie einfach zur Kasse zu bitten.

Wer über den ehemaligen Bergbau im Platzertal (Tösens) historische Daten sucht, wird fündig bei:

Ph. Neuner: Zeitreise ins Tiroler Gletscher-Bergwerk, Reportage in der Kronenzeitung vom 10.3.2008, freundlicherweise vom Tourismusverband Tiroler Oberland in Ried/Oberinntal zur Verfügung gestellt.

G. Mutschlechner: Erzvorkommen und Bergbaue im Bezirk Landeck, in: Schlern-Schriften, Nr. 133, Landecker Buch, Bd. 1, Innsbruck: 1956, S. 15-37, hier die Daten bis ca. 1950

HP der Gemeinde Tösens, hier die Daten bis 2007. www.toesens.tirol.gv.at , oben rechts den Suchbegriff "Bergwerk" eingeben.

und noch eine Arbeit von dem allzufrüh verstorbenen Geologen am Kärntner Landesmusem, Dr. Fr. Ucik:  Der Verfall der Gebäude beim Silberbergbau Tösens im Tiroler Oberinntal. in: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Bd. 146, H. 1/2, Wien: 2006, S. 65-67

Auf  www.sagen.at sind ebenfalls aktuelle Bilder der hochalpinen Fundstelle zu sehen.

Glückauf!

Schlacke

 

hipmin:
Glück auf !

Es dürfte doch ein öffentliches Interesse am Erhalt des Altbergbau`s bestehen. Würde eine Unterschriftenaktion zusammen mit der/den Gemeinden etwas bringen ??

Gruß
hipmin

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