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Stabilität von Sulfid-Mineralen an der Luft

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submariner:
Als erstes einmal ein kräftiges Glück Auf! an die gesamte Forengemeinde! (mein erster Beitrag)

Nun zu meiner Frage: Wie beständig sind Sulfid-Minerale (z.B. Galenit, Sphalerit, Chalkopyrit) unter atmosphärischen Bedingungen.

Die Gesteinsproben, um die es sich handelt, stammen allesamt aus dem submarinen Milieu, mit teilweise reduzierten Redoxbedingungen und relativ niedrigem pH-Wert (~5-6) als Umgebungsparameter.

Die genannten Minerale liegen in schönen Kristallen bzw. Mineralkrusten vor.

Hat jemand Erfahrung mit submarinen Sulfid-Vererzungen? Wie ändern sich die Anlauffarben, d.h. makroskopische Eigenschaften? Findet auf Dauer eine Oxidation statt oder sind die Minerale stabil??

Vielen Dank und Glück auf!
Submariner
 

ZEO:
Hallo,

aus sammlerischer Sicht sind die von Dir genannten Minerale als stabil zu betrachten. Du kannst in Museen vor über 100 Jahren gesammelte Stufen sehen und sie sehen oft noch sehr gut aus. Was nicht heisst, sie wären unverändert gegenüber dem bergfrischen Zustand. Glanz und Aussehen dürften sich oft schon ein wenig verändert haben.
Und das liegt nun daran, dass Sulfide in sauerstoffhaltiger Umgebung nicht wirklich der stabile Endzustand sind. Oxidation führt zu energetisch günstigeren Zuständen, und auf sehr lange Sicht lässt sich das nicht aufhalten. Die von Dir genannten Anlauffarben dürften ggf. am ehesten "leiden". Außerdem sind große Oberflächen leichter angreifbar als kompakte Erze oder Kristalle.
Was man tun kann? Trocken und kühl lagern. Sauerstoffausschluss dürfte sich bei diesen Mineralen nur in Spezialfällen anbieten.

Zeo

smoeller:
Hallo,

Meines Wissens sind die genannten Minerale eher stabil. Man findet häufiger noch unzersetzte Erze oberflächennah in über 800 Jahre alten Halden.

Problem ist Eisensulfid (insbesondere Markasit), das häufig in derartigem Milieu ist. Dieses zerfällt häufig unter Bildung von Sulfaten. Habe schon Pyrit/Markasit von Helgoland (lose Knollen vom Strand, waren bereits länger in Meerwasserkontakt) gehabt. Die sind teilweise noch Jahre später zerbröselt. Luftabschluss hilft da nicht, da braucht man schon Pyritkonservierer.

Aber ein Black Smoker, der vor dem Museum bei uns am Institut (Geowissenschaften Uni Kiel) ateht, ist schon Jahre stabil.

Glück Auf!
Smoeller

submariner:
vielen dank für eure antworten.

meine bisherigen erfahrungen zeigten ebenfalls, dass sich an genannten mineralen der chemismus durch z.b. oxidation nach längerer zeit (ca. 1a) nicht ändert (z.b. rem-edx-analysen).

smoeller: ihr habt einen black smoker vor der haustür? coole sache... aber fehlt da nicht immermal ein stück mehr? ist ja schon was besonderes (merke: uni kiel mal besuchen)

Krizu:
Hallo,

be ider EDX hängt es von der Beschleunigungsspannung ab, ob du was siehst oder nicht. Und den Sauerstoff natürlich nicht rechnen, sondern messen.
Möglichst vorher auch metallisches Cr messen. Wenn die beiden L-Linien gleich hoch sind ist alles i.O., falls die höherenergetische tiefer ist, ist das System vereist.

MfG

Frank

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