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Kieselholz - Neuburg 2008

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Helicat135:
Hallo,

hier ein paar Neufunde aus Neuburg a. d. Donau.
Die Fotos sind leider etwas mies, da ich gerade nicht daheim und auf Fremdequipment angewiesen bin.
Hoffe, ihr könnt mir trotzdem helfen...

Fangen wir mal an: Foto 1 und 2 - ist das Kieselholz??

Isarkiesel:
Hallo Helicat,

zuerst: Nicht aufregen!       edit Moderator: Thema wurde geteilt

Zu 1: Das ist ein sehr hübsches Kieselholz, und da ich die Qualität der Neuburger Funde ein wenig kenne, kann ich versichern: Bessere Fotos - das geht (meistens) nur bei Stücken, die schon eine Oberflächenbearbeitung erfahren haben (oder gleich Dünnschliff, der allerdings meist nicht lohnt). Ich habe dieses Wochenende einige Kilogramm bei Neuburg vom Acker geholt, und nichts davon zeigt die Holzstrukturen deutlicher als Dein Stück. Darf ich fragen: Ist Dein Fund ein Lesefund von einem Acker oder aus einer Kiesgrube?

Gruß,
Holger

Helicat135:
Hi Isarkiesel.

Danke, ich musste mich vorhin mal kurz abreagieren  ::)

Ja, das war ein Lesefund. Ich war das erste mal um Neuburg am suchen. Habe leider keine Ahnung, wo die Leute da die Massen an Kieselhölzern herholen. Hast Du mir dazu einen Tipp?

Grüße.

Isarkiesel:
Hi Helicat,

das klingt so, als wäret ihr in einer der Gruben gewesen, in denen das Neuburger Kieselweiß gewonnen wird (edit Moderator: das bezieht sich auf den abgetrennten Teil). Das ist auch keine uninteressante Angelegenheit,  aber für die Suche nach Kieselholz eigentlich nicht das Nonplusultra - das Kieselweiß ist ein Kreidesediment, und die verkieselten Hölzer stammen aus jüngeren Sedimenten des Tertiärs.

Genaue Fundortangaben sind problematisch, da die meisten Funde eben auf frischgepflügten Äckern gemacht werden - da kann man stundenlang herumlaufen, ohne ein einziges Stück zu finden (ging mir am Anfang so), und fünfzig Meter weiter liegt alles voll. Das hängt, so nehme ich zumindest an, damit zusammen, wie dick die Ackerkrume über den Tertiärsedimenten ist. Man muss sich daher an diesen Fundorten Zeit lassen (und dreckresistent sein; beim Laufen über Sturzäcker hat man schnell eine Tonne Lehm an den Stiefeln hängen ;D)

Als Tipp kann ich nur geben, die Äcker um folgende Orte abzusuchen: Bergheim, Adelschlag, Möckenlohe, Egweil, Nassenfels (alle nördlich bis östlich von Neuburg gelegen).

Und zum Schluß: Die meisten Stücke sind relativ unansehnlich. Erwarte keine Prachtexemplare in allen möglichen Farben, wie man sie etwa aus USA kennt.

Gruß,
Holger

Sargentodoxa:
Hi Helicat
Habe zwar selbst noch nicht in der sülichen Frankenalb nach Kieselhölzer gesammelt, aber von einem ansässigen Sammler eine Kiste mal bekommen. Isarkiesel hat im Grunde ja schon alles gesagt, aber vielleicht noch ein Tipp. Ich glaube man kann schon noch mit einfachen Mitteln wie Bino oder Lupe an glatten Stellen erkennen ob es Angiospermen- oder Gymnospermenhölzer sind. Ich hoffe ich werd nicht gleich von den Holzexperte hier gesteinigt mit meiner Aussage , aber die Ringporigkeit vieler Hölzer ist hier so auffällig.
Lt. Literatur sind es ca. 90% tropische Laubhölzer, der Rest Nadelhölzer und wenige Pamen.
Weiterführende Literatur siehe vor allen wenn Interesse bei SELMEIER und GOTTWALD.
Gruß

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