Moin allerseits!
Zu Deiner Frage, Isarkiesel:
Ich kenne einige Ignimbritvorkommen in Skandinavien, aber ein so weicher, wie der von Dir beschriebene, ist nicht dabei. Die am wenigsten verfestigten kommen noch aus dem Oslograben, die sind auch noch jung (Perm). Kannst Du bitte den Fundort des Geschiebes präzisieren?
Ansonsten warten wir mal auf Dein Foto.
Was das Einlesen in die Primärliteratur betrifft: Ich will Dich nicht bremsen, aber da hast Du viel vor. Es gibt nur wenige Publikationen, in denen die äußeren Merkmale aufgelistet werden. Meist sind sie im Text nebenbei erwähnt, so daß man viel lesen muß, um an einige Beschreibungen zu kommen.
Eine löbliche Ausnahme ist: "Sven Hjelmqvist: The Porphyries Of Dalarna Central Sweden"
(Uppsala 1982, SGU Serie C Nr. 782). Die Schrift ist bei der SGU zu bekommen.
Die Adresse der SGU ist auf der folgenden Seite unten:http://www.sgu.se/sgu/sv/produkter-tjanster/produkter/sgu_publ/oversikt.html (Anfragen ijn englisch)
An Haldenschreck: Du fragst, wie man "einen Ignimbrit von einem Porphyr mit Schlieren unterscheiden" kann. Ähem: GAR NICHT, Ignimbrite sind zum Teil Porphyre mit Schlieren.
In Deiner Frage gehen zwei unterschiedliche Betrachtungen in eins zusammen. Ignimbrit bezeichnet die Entstehung. "Porphyre mit Schlieren" sind Gefügebeschreibungen. Beides schließt sich nicht aus. Die eutaxitischen Gefüge sind mit Lupe und nur ganz selten mit bloßem Auge dann sicher zu erkennen, wenn man sehen kann, daß bei der Ablagerung der Glutlawine die einzelnen Bestandeteile aufeinander "geklatscht" sind. Die Bruchstücke oder Kristalle (meist sind es Feldspäte) waren beim Ausbruch des Vulkans schon auskristallisiert und als einigermaßen feste Bestandteile in der Asche-, Bims-, Glasmasse enthalten. Wenn das alles den Hang des Vulkans abwärts fegt und dann in Sekunden unsortiert (!) übereinander abgelagert wird, ergibt das ein sedimentäres Gefüge. Die Kristalle oder Xenolithe werden im Ignimbrit als feste Bestandteile ohne Beschädigungen von der Aschenmatrix und den Bimsfladen umflossen. Das ist im Grunde das entscheidende Detail.
Sieht das Gefüge nach Ablagerung aus, ist es ein Ignimbrit. Sieht es deformiert aus, dann nicht. Im zweiten Fall wurden die "Schlieren" durch eine Verscherung des Gefüges erzeugt - also in einem Gneis. Das Gegenstück zu einem Ignimbrit, mit dem ihn verwechseln kann, sind Augengneise oder Mylonite, also metamorphe Gesteine.
Das ist aber nicht immer erkennbar! Es gibt Geschiebe, die kann man nur wegschmeißen, da man es einfach nicht sehen kann.
Ich bin dabei, eine Zusammenfassung zu diesem Thema auszuarbeiten - mit Bildern. Wenn Ihr noch zwei bsi drei Wochen wartet, gibt es das, was ich jetzt eben umrissen habe, als ausformulierte und bebilderte Seite im Netz.
Übrigen habe ich heute an einer Exkursion an der Ostsee teilgenommen und passenderweise einen Ignimbirt mit einem so groben Gefüge gefunden, daß man die Gefügedetails aus einem Meter Entfernung sehen kann. Ich suche mal eben das Bild raus.
Saxifragus