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Autor Thema: Entrosten von altem Gezähe  (Gelesen 5576 mal)

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Offline Micha

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    • Erzgebirgsmineralien
Entrosten von altem Gezähe
« am: 02 Nov 08, 16:12 »
Mir sind auf verschiedenen Halden des Kupferschiefers und erzgeb. Bergbaus alte Gezähe in die Hand gefallen. Nun will ich nicht alle in einen cleanen Zustand versetzen. Allerdings versperren die millimeterdicken Oxidationskrusten den Blick auf das Werkzeug, oder genauer: auf die Gefügestruktur der handgeschmiedeten Werkzeuge. Durch die Korrosion werden die Lamellen, welche durch das Schmieden entstehen, deutlich. Wie aber die Kruste entfernen? Mit Entroster (kein Rostumwandler), Oxalsäure oder wie? Ich hoffe einfach, dass da jemand schon Erfahrungen gesammelt hat.
Micha
« Letzte Änderung: 03 Nov 08, 18:54 von Erik »

Offline Stänlsucher

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Re: Entrsoten von altem Gezähe
« Antwort #1 am: 02 Nov 08, 18:59 »
Glück Auf Micha,
such doch mal im Netz "Metall entrostung"!
Gibt verschiedene Methoden,ich ziehe die Elektrolytische vor:Denke Du wirst fündig,wenn nicht,schreib mich och mal an!

Glück Auf
Lutz

Online Steinjäger

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Re: Entrsoten von altem Gezähe
« Antwort #2 am: 03 Nov 08, 18:24 »
Hallo Micha,

ich habe mit folgender Vorgehensweise sehr gute Ergebnisse erzielt: Zuerst den groben Rost mit einem kleinen Hammer abklopfen, dann das Objekt für 1 bis 2 Tage in konzentrierte Salzsäure einlegen. Nun folgt der wichtigste Schritt, das neutralisieren mit Wasser, das kann einige Tage dauern, das Wasser muß mindestens einmal täglich gewechselt werden. Zwischendurch das Objekt mittels Drahtbürste vom verbleibenden Kohlenstoff reinigen. Ideal ist ein letzter Neutralisierungsschritt mit destiliertem Wasser.
Die Konservierung erfolgt in einem Topf mit verflüssigtem Kerzenwachs (ich habe mir hierfür auf einem Flohmarkt eine kleine Einzelkochplatte mit 7-Taktschalter gekauft - Kosten 3 Euro) in dem das Objekt so lange verbleibt bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nach dem herausnehmen wird das Objekt in Zeitungspapier eingewickelt welches das überschüssige Wachs aufnimmt. Nach dem abkühlen nochmal mit der Drahtbürste über die Oberfläche gehen - fertig! Aufgrund der ätzenden Dämpfe beim arbeiten mit  Salzsäure und der Geruchsbelästigung beim kochen im Wachs sollten die Arbeiten am besten im Freien durchgeführt werden.

Offline Schlacke

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Re: Entrsoten von altem Gezähe
« Antwort #3 am: 03 Nov 08, 18:52 »

Hier steht wie die Restauratoren ihre Funde konservieren:

Walter, R.: Die Konservierung von Dundstücken aus Holz und Eisen. in: Tagungsband 'Bergbau-Workshop 1999 v. 26.8-28.8.1999 in Bramberg', Oberpinzgau/Salzburg, Bramberg: 1999, S. 98-101.

Glückauf!

Schlacke

Offline lohme

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Re: Entrosten von altem Gezähe
« Antwort #4 am: 03 Nov 08, 20:50 »
Also ich lege die Gezäheteile immer erst einmal 3 Wochen in destelliertes Wasser zum Entsalzen. Anschließend lasse ich die Teile oberflächlich antrocknen und mache dann eine Stelle blank. Am Anfang habe dafür auch einen Hammer genommen bis mir ein Bergeisen mal in der Mitte zerbrach. Heute nehme ich eine Feile und klopfe leicht auf die Kanten. Ist eine Stelle blank, kommt ein Stück alter Draht ran (gut mit Heißkleber isoliert) und dann hänge ich die Eisenteile ins Elektrolysebad. Das ist bei mir ein Eimer mit destelierten Wasser und Natron dazu das Autobatterieladegerät als Stromquelle. Ab und zu schau ich dann mal nach und geh mal mit der Drahtbürste drüber.
Nach der Elektrolyse ist Trocknen angesagt und dann noch mal gründlicher mit der Drahtbürste drüber. Ich gebe die Eisen dann noch in ein Tanninbad - gibt eine dunkle Farbe und es bildet sich Tannat was die Rostbildung unterdrückt. Dann gut trocknen lassen am Besten im Backofen. Am Ende gibts noch ein Wachstauchbad. Ich nehm jedoch kein Kerzenwachs. Das mit dem Tannin ist Geschmackssache man kann auch gleich nach der Reinigung wachsen. Auf jeden Fall gut trocknen, da sich sonst selbst durch die Wachshülle nach einiger Zeit noch rostige Ausblühungen bilden können.
Die Anleitung hab ich übrigen auch aus dem Internet schau mal da nach: www.restaurierung-und-mehr.de

Gruß lohme
hier mal ein Eisen nach der o.g. Behandlung


 

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