Gesteine / Rocks / Rocas > Gesteine / Rocks / Rocas
Der Hackbraten zeigt er wie es geht?
(1/1)
Druide:
Hallo
heute beim anbraten des Hackbratens ist mir eventuell klar geworden wie eine Caliche zustande kommen kann.
Auf dem ersten Bild, da wo der Hammer hängt ist dieser blauviolete Horizont.
Der "Deckel des Topfes" hat der Zahn der Zeit wohl abgenagt.
Die Knollen und Röhren sind nichts anderes als gar gekochtes "Fleisch" eventuell Würmer und Schnecken. So ähnlich sieht das Graffel aus.
Was hat den Boden erhitzt? Ich gehe davon aus das es Streß war. Erdbeben, versenken, heben, dehnen und drücken was auch immer.
Ich bin den Boden im Steinbruch abgelaufen und habe
Steinbr_krie_3_ c
vorgefunden .
Dieser Riss läuft parallel zu der Sandsteinmauer die zerklüftet ist.
Verwunderlich ist für mich, das der Bogen links im
Bild :Steinbr_krie_3b
der ja nur weniger Meter neben dem zerklüfteten Gestein steht (rechts im Bild) völlig unversehrt ist. Die Fliesrichtung auf dem Bogen zeigt von Westen nach Südosten.
Der Steinbruch, der nur wenige Meter weiter entfernt ist, zeigt zerklüftetes Gestein
Bild: Steinbruch 193 und 94.
Laufe ich völlig in die Irre wenn ich den Gedanken daran verschwende
das eventuell die zerklüfteten Steine etwas mit dem blauvioleten Boden zu tun haben?
Danke für mögliche Antworten
Maria
Druide:
.......
triassammler:
Hallo Marie,
ein ehemaliger Prof. hat immer die Zubereitung von Sauerbraten bemüht, wenn es um Gesteinsmetamorphose ging ;D
Caliche hat aber rein gar nichts mit Kochen zu tun, auch der Gedanke, dass irgendwo im Gestein Fleisch vorhanden sei, ist... abwegig. Denk dran, die Versenkung eines Sedimentkörpers in Tiefen, dass hinreichende Temperaturen auftreten, dauert Jahrmillionen. Und wie schnell organische Substanz im Gegensatz dazu verwest.
Für geothermisch "normale" Gegenden wie den Odenwald kannst Du einen geothermischen Tiefengradient von ca. 1° C/100 m ansetzen, d. h. pro 100 m Tiefenzunahme erhöht sich die Gesteinstemperatur um 1° C. In vulkanisch aktiven Gegenden können auch Werte von 3-5 °C auftreten, bei großer Nähe zu vulkanischen Herden sogar 10° C. Das ist in Deiner Region aber nicht der Fall.
Zurück zum Buntsandstein: Der wurde im Lauf der Zeit von max. 1500 m Muschelkalk und Keuper und max. 1500 m Jura überdeckt. Nach dem Jura war die Gegend nur noch Hebungs- und Abtragungsgebiet. Du kommst also auf eine maximale Versenkungstiefe von 3000 m, in dieser Tiefe herrschte eine Temperatur von ca. 30° C. Das ist ziemlich wenig, weshalb auch keine hydrothermalen Lagerstätten oder besondere Minerale gebildet wurden. Stellenweise gab es natürlich hydrothermale Aktivität, speziell entlang des Rheingrabens, aber das sind höchst lokal beschränkte Erscheinungen, die sich erst 200 Millionen Jahre nach der Ablagerung des Sediments im Kontext von Riftvulkanismus ereignet haben.
Deine Röhren sind die sog. "Baggerzähne", von denen ich Dir schon berichtet habe. Sie gehen auf sedimentverfüllte Grabgänge oder Wurzelhohlräume zurück und wurden selektiv durch Zementation und Stylolithisierung noch besonders betont.
Gruß,
Triassammler
Navigation
[0] Themen-Index
Zur normalen Ansicht wechseln