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Problemstellung Chlorit
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vanderheide:
Verehrte Mineralienkenner
Beispiel1.
Abbildung Furka IMG_5706 zeigt einen geschliffenen Rauchquarz aus der Furka-region (CH).
Als ich ihn kaufte war er von seiner Kristallform her vollendet (Prisma und Pyramide voll und klar ausgebildet), er war über und über mit einer grün-matten, undurchsichtigen Schicht überzogen.
Beim schleifen stellte sich heraus, dass dieser Rauchquarz nur eine Deckschicht hatte, darunter wurde ein Quarz von grosser Reinheit sichtbar.
Besonderheit und Problemstellung: An der Basis zieht die Chloritschicht in das Prisma des Kristallkörpers ein!
Wenn Chlorit den entstandenen Kristall überlagert, verstehe ich das, wie aber zugleich die Überlagerung in den Körper einziehen kann, stimmt mit dem zeitlich-gedachten Nach-einander (Genese) nicht mehr überein.
Hierzu zwei Detail-Abbildungen
vanderheide:
Beispiel 2.
Abbildung IMG_5708 zeigt einen geschliffenen Gneis vom Splügenpass.
Dieser Gneis besteht aus zwei farblich unterschiedlichen Teilen.
Links: der Gneis, so wie man ihn sich vorstellt.
Rechts: farblicher Übergang von einer bräunlichen in eine grünliche Färbung.
Wenn dieser Stein ein saugfähiges Material wäre, so könnte man meinen: ich hätte ihn einseitig in eine farbliche Masse eingetaucht.
Fragen:
- ist es möglich, dass sich Stoffen - die auch im hellen Teil vorhanden sind - umgewandelt haben (eventuell durch teilweise Erwärmung?).
- Ist das Grün hier als Chlorit zu bezeichnen?
- Kann der Glimmer - im hellen Teil gehörig vorhanden - sich umwandeln?
Und ganz grundsätzlich: kann Chlorit in andere Substanzen eindringen und seine Schichtgittereigenschaften ablegen? Bei Tonmineralen zeigt es offenbar Verformbarkeit (Plastizität)(MA).
Wo und wie finde ich Auskunft über diese Verhältnisse?
mit den besten Grüssen
Hans
vanderheide:
letzte Detailaufnahme
smoeller:
Hallo,
zu 1. sog. Phantomquarz. Dabei wächst zunächst Quarz, der dann einen Wachstumsstopp einlegt, Nun wächst Chlorit. Daraufhin wächst wieder Quarz, der den Chlorit einschließt. Dieser Prozess kann sich mehrfach wiederholen. Irgendwann unterbrach die Zufuhr an Quarz und der Kristall stellte sein Wachstum ein. Nun wuchs nur noch Chlorit als Schicht obendrauf.
zu 2: Retrograde Metamorphose. Dabei wird Biotit bei Bedingungen unter ca. 400 °C und 4-6 kbar in Anwesenheit von Wasser instabil und wandelt sich in Chlorit um. Diesen Metamorphosegrad nennt man Grünschieferfazies.
Glück Auf!
Smoeller
vanderheide:
Lieber Sebastian
Super! Das hilft einen Laien weiter.
Herzlichen Dank
Hans
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