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Negativkristall
berthold:
Hallo,
aca:
Hallo,
das ist tatsächlich faszinierend/irritierend.
Ich kenne als Quarzer nur Negativkristalle, die genauso "langweilig" aussehen wie die Kristalle aussen.
Ändert sich denn die Tracht mit der "Tiefe" im Kristall?
So ein Negativkristall könnte auch als Würfel angefangen haben und später eine seinem Mikrokosmos entsprechende energetisch günstigere Tracht angenommen haben.
Amir
Krizu:
Hallo,
nicht direkt vom Fluorit, aber im Wilke Bautsch Bohm, Kristallzüchtung, muesste was sein. Sicher ist der Kleber, Kristallographie, aber nicht an Fluorit.
MfG
Frank
berthold:
Hallo,
vielen Dank für Euere Antworten.
--- Zitat ---Ändert sich denn die Tracht mit der "Tiefe" im Kristall?
--- Ende Zitat ---
die Tracht hängt imho von Druck, Temperatur, Sättigung und Lösungsgenossen ab. Für Fluorit bedeutet das i.d.R. eine Folge (bei sinkender Temperatur) von Oktaeder, dann Rhombendodekaeder und zuletzt Hexaeder. Kristalle und Phantome zeigen auf dieser Stufe nur dominant Hexaeder und untergeordent (aber auch als Endform) Rhombendodekaeder-Tracht. Von daher dürfte sich das alles in einem kleinen Bereich abgespielt haben.
--- Zitat ---So ein Negativkristall könnte auch als Würfel angefangen haben und später eine seinem Mikrokosmos entsprechende energetisch günstigere Tracht angenommen haben.
--- Ende Zitat ---
hmm, das glaube ich nicht. Das würde ja bedeuten, dass "innere" Lösung und nachfolgende Kristallisation stattgefunden hat. Wie soll das in einem abgeschlossenen System gehen?
@Frank
--- Zitat ---Wilke Bautsch Bohm, Kristallzüchtung
--- Ende Zitat ---
Du meinst "Wilke-Bohm, Kristallzüchtung" ISBN 3-87144-971-7 ?
Gruß
Berthold
aca:
Hallo,
--- Zitat von: berthold am 22 Dec 08, 08:40 ---Das würde ja bedeuten, dass "innere" Lösung und nachfolgende Kristallisation stattgefunden hat. Wie soll das in einem abgeschlossenen System gehen?
--- Ende Zitat ---
Ich hätte das ehrlich gesagt für den Normalfall gehalten.
Das System ist ja energetisch nicht geschlossen (die Temperatur ändert sich).
Und ich würde annehmen, dass sich bei sinkender Temperatur (und damit sinkendem Druck) ein neues Gleichgewicht einstellen müsste. So ein Flüssigkeitseinschluss bzw. die Grenzfläche wäre ja am liebsten eine Kugel, Kristallflächen finden rund aber doof, also kommt irgendwas dazwischen heraus, je nachdem, wie in Summe mehr Energie freigesetzt wird. Diese Fluorit-Enschlüsse sehen wie ein sehr diplomatischer Kompromiss aus, aber Fluorit hat ja auch viele Formen zur Auswahl.
Kristall und Lösung befinden sich ja auch nicht im Gleichgewicht, wenn die Flüssigkeit eingeschlossen wird, schliesslich wächst der Kristall da noch. Wenn die Falle dann zugeschnappt ist, geht das Kristallwachstum bzw. die Umkristallisation im Flüssigkeitseinschluss weiter. Nur die Geschwindigkeit der Umkristallisation sinkt mit sinkender Temperatur immer mehr, bis das System quasi "einfriert".
Nichts spezifisch fuoritisches, aber vielleicht ein Einstieg:
R.J. Bodnar
Chapter I. Introduction to fluid inclusions
in: I. Samson, A.Anderson, D. Marshall, eds.
Fluid Inclusions: Analysis and Interpretation. Mineral. Assoc. Canada, Short Course 32, 1-8, 2003
Ich weiss nicht mehr, wo ich das aufgetrieben habe, irgendwo gab es eine Kopie im Internet.
Amir
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