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Negativkristall
cmd.powell:
Im Kleber werden irgendwo "Auflösungsformen" von kristallinen Stoffen beschrieben, im Prinzip handelt es sich dabei um den entgegengesetzten Fall zur Kristallisation. Die Auflösungskörper sind allerdings ungleich schwieriger zu fassen und entstehen nur bei sehr speziellen Bedingungen. Im vorliegenden Fall könnte ich mir zum einen Vorstellen, das sich zunächst ein Hohlraum während des Wachstums abgeschnürt hat und dieser dann durch sehr selektive Prozesse zu den Auflösungsflächen gelangt ist. Insgesamt halte ich so ein Szenario jedoch für ziemlich unwahrscheinlich - die Gründe dafür wurden von berthold schon genannt.
Möglich ist vielleicht auch, das der Hohlraum - wieso auch immer - schon vor und während der Abschnürung die jetzt sichtbaren Flächen aufwies. Interessanter Weise zeigen viele der Hohlräume in der Nähe ebenfalls Flächen oder Flächenansätze, was auf gleich oder vergleichbare Bildungsprozesse hindeutet.
giantcrystal:
Hallo aus Mittelfranken
nachdem meine Vorredner schon viel geschrieben haben, hier mein vielleicht etwas unkonventioneller Lösungsansatz zu dem Negativkristall - Problem:
Der Negativkristall war ursprünglich ein relativ leicht lösliches, aber gut kristallisiertes Salz (vielleicht Calciumchlorid oder Kaliumchlorid ?), das bei wachsenden Fluorit eingeschlossen wurde und sich bei ändernden p/t Bedingungen anschliessend auflöste.
Zusatz : In meiner Sammlung befindet sich zum Beispiel das Mineral Antarctit : CaCl2 x 6 H20 ...der ändert seinen Aggregatzustand schon bei kleinen Temperaturänderungen : mal ist er flüssig. mal kristallin :o
Es müßte somit also die in der Negativform vorhandene Flüssigkeit den ursprünglichen Chemismus des eingeschlossenen Kristalls haben.. Also : aufbrechen und analysieren... ;D
Meinungen hierzu ?
Glück Auf und ein schönes Weihnachtsfest wünscht
Thomas
smoeller:
Hallo,
@giantcrystal: Aufbrechen ist nicht nötig. µ-XRF am Synchrotron (leider kaum ranzukommen) oder Untersuchung am Kühl-/Heiztisch lassen sich machen, ohne dass dabei der Kristall aufgebrochen werden muss. Mit "normaler" XRF geht das nicht, da der Strahl zu schwach und zu wenig fokussiert ist. Kühltisch-Untersuchungen geben dabei Hinweis auf die Salinität der Lösung (Gefrierpunktserniedrigung der Sole gegenüber Reinstwasser), mit der µ-XRF am Synchrotron lässt sich die Zusammensetzung von Einschlüssen punktgenau untersuchen. Damit kann man sogar Gasphase getrennt von der Flüssigkeit analysieren.
Glück Auf!
Smoeller
berthold:
Hallo,
@Thomas: Also eine echte Perimorphose dürfte das nicht sein. Einmal wegen der {100} Flächen die, wie geschrieben, parallel zu den Fluorit-Außenflächen sind. Da müsste das später weggelöste Salz schon epitaktisch auf/eingewachsen gewesen sein. Zweitens sehe ich auch keine Pfade die die Lösung benutzt haben könnte. Aber das hat mich auf eine Idee gebracht.
Der Ansatz von cmd.powell mit der Abschnürung geht glaube ich in die richtige Richtung.
Ich stelle mir das so vor: Auf einer Würfelfläche lagert sich etwas an (oder kristallisiert ein Fremdmineral) wodurch das Fluoritwachstum (darüber) verhindert wird. Ringsherum wächst der Fluoritkristall aber unbehindert. Solche Löcher kann man bei Fluorit öfters sehen. Irgendwann wird der "Wachstumshemmer" weggelöst und in Folge der Hohlraum abgeschnürt.
Gruß
Berthold
Krizu:
Hallo,
ich denke ja wie cmd.powell in die Richtung "Kleber". Was da im Bereich Auflösung steht, ist nämlich die Wachstumsform einer Hohlkugel nach innen ist nicht gleic hder Wachstumsform einer Kugel nach aussen, wenn ich das noch richtig weiss.
MFG
Frank
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