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Autor Thema: Marokko Mineralien in der Krise  (Gelesen 37723 mal)

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Offline caliastos

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #30 am: 30 Jan 09, 21:53 »
Zitat
wer Waare bestellt, hat sie zuerst mal zu bezahlen und dann kann man einen eventuellen Profit teilen

da müsste ich jedoch mal ein wenig korrigieren. neben der vorauskasse gibt es immer noch möglichkeiten per rechnung zu bezahlen, bei lieferung oder über zwischenstationen, die geld erst dann weiter leiten, wenn die ware angekommen ist (stichwort paypal). es gibt also schon wesentlich mehr möglichkeiten als die vorauszahlung.

vorauszahlungen sind an sich nur im eigenen land oder innerhalb bestimmter zonen sinnvoll. allein wenn ich bedenke wie viele fälle ich von bekannten kenne, die in den usa mit vorauskasse gezahlt haben und die ware nie erhalten haben. was soll man denn auch machen? aussage gegen aussage, rechtssystem gegen rechtssystem. da ist man total verratz. die ware muss ja nicht mal niemals verschickt worden sein, sonder verschwindet anderweitig. alles schon vorgekommen.
selber mache ich es bei den seltenen usa-käufen so, dass entweder jemand das geld persönlich übergibt (seltener fall) oder via paypal, wo alles bis 500€ definitiv versichert ist. aber einfach in's ausland (außerhalb (eu)) per vorkasse überweisen, evtl. noch große summen, ne, sry, aber das ist mir ja schon bei 100€ zu heikel. da verstehe ich schon die, die da nicht mitspielen.
da unterscheiden sich schlicht zuverlässigkeit und mentalitäten.

wo liegt an sich das problem der rechnungszahlung? wenn ich hier was in versandhäusern bestelle, so hat man die ware meist vor der abbuchung des betrages. nicht selten liegt die rechnung bei mit der info wann überwiesen wird, oder bis wann dies zu tun ist. die zahlung per rechnung ist viel üblicher als die vorkasse. dabei ist auch der käufer besser geschützt. vorkasse macht man an sich im kleinen versandhandel und im privaten bereich. aber nicht mehr bei 4-stelligen beträgen. hier kann der händler den verkäufer schlicht leichter über den tisch ziehen. ist nunmal so.

aber was hat da das teilen eines profites mit dem bezahlen zu tun? wenn die ware ist geliefert und bezahlt ist, so sind gegenseitigen ansprüche somit erloschen. wenn der käufer dann mit dem weiterverkauf die ausgaben doppelt als verkaufserlös einfährt, so gehört ihm der gewinn an sich allein und er kann, wenn er will davon was abgeben. genauso kann ein verkäufer dreingaben machen. kann, aber muss nicht. keine der seiten wäre dazu verpflichtet. nach wie vor gilt überall auf der welt: der kunde ist könig, der verkäufer nur diener. wenn könig kunde nicht zufrieden gestimmt wird, so nimmt er sich einen neuen diener.
je mehr verkäufer den kunden also entgegenkommen, umso besser für das geschäft. je unkomfortabler man es dem kunden macht, umso weniger wird gekauft werden.

ein schönes beispiel hatte ich letztens bei ebay gesehen. wenn da jemand schon in die auktion reinschreibt, dass er spaßbieter anzeigt und die ware auch binnen 3 tagen bezahlt sein muss (weil sonst ist der käufer ein spaßbieter), dann sage ich mir schlicht und einfach, der kann mich mal. der braucht nicht glauben ich würde bei ihm irgendwas einkaufen. aber so wirkt sich das nunmal aus. oder flohmärkte, bzw. messen; wenn da die bereitschaft zum verhandeln fehlt, dann bitte schön, wird eben nichts gekauft. solange es nicht große umstände macht oder es nicht anders geht, wird sich der kunde vieles nicht gefallen lassen. darauf muss der verkäufer nunmal eingehen.


und genau hier knackt die sache, wenn es über die landesgrenzen geht. durch die unterschiedlichen mentalitäten und die verschiedenen gesetzeslagen wird die sache hier problematisch. das mit italien ist doch ein gutes beispiel, dass sowas auch schiefgehen kann. nur gilt auch hier immer noch das prinzip vom könig kunde. sobald man dem nicht entgegenkommt wird kein geschäft zustande kommen.
vor allem bei neuen kontakten ist das mit dem vertrauen schwer. nur stellt sich die frage: wer müsste zuerst vertrauen? der, der verdienen will, oder der, der was kaufen würde.
hierzulande kann eine firma problemlos gerichtlich ausstehende zahlungen einfordern. pech nur, wenn es kein geld zu holen gibt. das ist nunmal das risiko. nur was kann der käufer machen? recht wenig. an sich nur auf kulanz und ruf hoffen. gerichtlich mit einem konzern anlegen ist meist kostspieliger als der verlust.


generell wird jedenfall der kunde kaum bereit sein das gesamte risiko bei einem kauf allein zu tragen. denn er ist auch nicht darauf angewiesen hier und da zu kaufen.

wie wäre es dann schlicht genau hier eine bessere basis zu schaffen, wo keiner vollkommen alleine das risiko hat. es gibt mehr als nur einen weg, wie eine zahlung bis zur warenlieferung eingefroren sein kann.



allerdings, ein gedanke, der negativ auffällt: markt und preise zu kontrollieren heist monopol, und da führt ein gewisser betriebssystemhersteller deutlich vor, wie nachteilig das sich auswirkt. sammlerfreundlich ist das keinesfalls.

die logik mit den kg-preisen ist mir auch nicht ganz verständlich. bei achat richtet sich die qualität nicht nach der unversehrtheit der mandeln. ein angeschlagenes stück kann völlig rissfrei sein und eine intakte mandel die reinste kastastrophe. diese ansicht ist völlig quatsch.

schlechte qualittät heist:

- stücke die sich schlecht verarbeiten lassen oder ungünstig geformt sind (z.b. völlig flach)
- stücke, die kein schnitt retten kann, weil jeder schnitt ein etwas gleich mieses ergebnis liefert
- material mit x% reinem ausschuss unabhängig der qualität
- material, welches beim bearbeiten vermutlich auseinanderfällt und die maschinen ruiniert

qualität misst man beim rohachat nicht am ergebnis des bildes, sondern dem rohzustand. ich habe schon teure A-qualität gekauft und nur müll gehabt, wohingegen billige B-ware super war.

material, welche wie oben beschrieben ausfällt kann man als unverkäuflich oder trommelware ansehen, je nachdem. aber ein mix aus alle dem ist ab gewissen preisen schlicht eine frechheit. bei 5€ pro kg sagt vermutlich keiner was. aber späterstens bei 20€ hört der spaß auf. 40-50% verwertbares material ist ein muss, der rest eine zumutung und an der grenze zum betrug. wie würdest du denn reagieren, wenn du eine kiste obst kaufst und 50% ist völlig vergammelt? einer gewissen mindestqualität würdest doch da auch zustimmen.

wenn ich das jetzt ganz neutral lese heist:

wenn du sagst, du hast bei einer tonne die gleichen kosten wie bei 200kg dann ist das verständlich. dreist klingt es nur durch die aussage: warum 200kg gute qualität für z.b. 1000€ transporteiren (5€ pro kg), wenn ich 1t mindere gemischt für den gleichen betrag (1€ pro kg) herumkarre.

pass doch hier lieber deinen preis en wenig an statt 800kg schlechtes material zu liefern. wenn 1€ und 5€ jetzt kilo-preise wären, dann mach eben die mitte von 3€ pro kg. somit kommen sich verkäufer und käufer gegenseitig entgegen. anders bescheißt du nur den kunden und er wird nicht mehr kaufen wollen. lieber zahlt er etwas mehr. du musst bedenken, das schlechtes eingangsware den kunden geld kostet.

in der gastronomie wird in sternelokalen ganz rigoros verfahren. wenn die ware nicht ok ist, auch wenn es nur ein kleiner teil ist, so wandert die gesamte lieferung zurück. 100% verlust für händler, die die ware dann nicht weiterverkaufen oder abnehmer haben, die auch weniger gute qualität noch nehmen.



du musst den käufern schlicht mehr entgegenkommen. mit manchen ansichten verbaust du dir von haus aus einfach nur das geschäft.



am besten werden alle wieder schnell ganz sachlich

Offline schleifer

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #31 am: 30 Jan 09, 22:33 »
Hallo
Wollte das Gleiche zitieren wie Calistos.
Bei meinen Großeinkäufen bei ausländischen Geschäftspartnern war bisher noch nicht ein Einziger welcher erst das Geld erhalten hat bevor ich überhaupt Ware erhielt.
Hier spreche ich speziell die Marokkaner an bei denen es bisher immer problemlos über die Bühne ging "Geld gegen Ware", da erst nach Augenschein der Lieferung letztendlich der Preis entweder akzeptiert oder neu verhandelt wurde. Beide Seiten sind hierbei immer gut gefahren.
Wer kann es sich heute noch erlauben größere Verluste wegzustecken verbunden mit dem Risiko "die Katze im Sack kaufen".
Gruß Robert

Offline Ralf

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #32 am: 31 Jan 09, 00:01 »

Selbst editiert.


Jegliche Diskussion ist sinnlos.

« Letzte Änderung: 31 Jan 09, 08:50 von Ralf »

Offline DonMineral

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #33 am: 09 Feb 09, 16:19 »
@caliastos

Danke  für deine ausführliche Stellungnahme des Problems. Ich bemühe mich auch immer sachlich zu bleiben und dazu habe ich die se Diskussion nicht begonnen.
Du hast ja in den meisten Punkten Recht aus deiner Sicht als Käufer, und ich werde sie überdenken und durcharbeiten....aber die uneinbringbaren Forderungen von Lieferanten an Händler sind auch nicht zu übersehen.
Ich war 5 Jahre Importeur in Deutschland und habe aus Indien Waare bezogen nur gegen Letter of Kredit, das heisst das das Geld bei der Bank lag. Kein Inder  hat mir einen Container gegen Ansicht und Rechnung geliefert..

Aber wir sollten die  Diskussion beenden da es ja jedem überlassen ist seine Geschäftsprinzipien zu haben...
Zur Mentalität nur noch zu sagen dass ich Deutscher bin,  auch wenn ich in Marokko wohne weil hier halt die Sonne so viel scheint, im Momnt haben wir 18 Grad und ich kann auf der Terrasse Mittagessen, und die Bürokosten so günstig sind...und somit eine deutsche Geschäftsmentalität habe und die auch beibehalte.

Was  dir aufgestossen ist,  ist das kontrollieren des Angebotes an Achat..Das war ein gute Idee,  das ist aber nicht zu ernst zu sehen , da es nicht durchzuführen ist.. Keiner hat das Geld alles Achat aufzukaufen und einzulagern...
Wir dachten nur dass wir nicht zu viel Achat anbieten, damit die Preise stabil bleiben bei den Sammlern, die ja auch verkaufen wollen..aber das ist schwierig durchzusetzen, sondern muss sich selbst regeln..

Bis dann also Gruss Don Ronaldo
« Letzte Änderung: 09 Feb 09, 16:22 von DonMineral »

Offline caliastos

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #34 am: 09 Feb 09, 20:54 »
nun, ich sehe das an sich zweiseitig. einmal als sammler, der seine stücke nicht überteuert  erwerben möchte und andererseits als jemand, der seine dubletten bisweilen wieder weiterverkauft. gewinnspannen sind da nicht wirklich drinnen, sofern man günstig bleiben will. materialeinkauf, verbrauchsmaterial, arbeitszeit. kommt hier alles nicht unbedingt billig. zahlt man, sagen wie 50€ für 1kg material, wo 60% schrott ist, so wirkt sich das schon sehr auf den rest aus, sofern man +/- null rauskommen will, wenn man doppelte hälften zu den kosten weitergeben will. je höher der verlust, umso höher werden die kosten und der preis.  :-\

in dem fall hat man beim verkauf als verkäufer erst mal die kosten, die durch käufer hereinkommen müssen. also erst selber investieren, dann verdienen. der haken ist: wem kann man wo vertrauen? in welches land geht das geld? sobald es außerhalb der ladesgrenzen oder der eu geht wird es immer heikel. daher mistrauen viele dem vorgehen. oft halt zu recht. bei großen summen überlegt man sich sowas 2x. ich denke mal, wenn du sowas wie paypalzahlungen akzeptierst, dann wäre das vielleicht schon mal ein besserer start. immerhin ist das bis 500€ versichert.
dennoch muss auch hier die qualität stimmen und damit qualitativ und preiswert wertbewerbsfähig bleiben.

monopole kann ich an sich generell nicht leiden, wenn damit der preis kontrolliert werden soll. bei mineralen ist es nicht die menge auf dem markt, die den preis definiert. das ist nur anfangs so und bei neuen funden. wichtiger ist qualität. die geht immer. nehmen wir vanadinit. wer will schon ein hässliches und beschädigtes 5x5x5 cm großes stückkaufen für 100€, nur weil die menge gering gehalten wird? uninteressant. damit macht man nicht den gewinn. super stücke sind von haus aus selten und daher entsprechend teuer. da braucht es keine regelung. und wozu bräuchte man bei achat mit 50% ausschuss ne mengenkontrolle? verärgert nur die käufer und dann war's das.

selber habe ich z.b. stücke, die kaum angeboten werden und damit selten zu bekommen sind. absolut nicht schlechtes material. kenne vielleicht eine hand voll personen, die das hier anbieten, allerdings mit großen qualitätsdifferenzen. dennoch fast beinahe ein angebotsmonopol. so, wir haben geringes angebot, beinahe monopol, angemessene preise und gute qualität. nur, es interessiert keinen. hier liegt es  eher am geschmack, bei rohware aber ist es definitiv der preis und das was am ende über bliebe.

haupttriebfeder ist die qualität.

Offline joachimotto

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #35 am: 10 Feb 09, 20:03 »
ist doch eigendlich ganz einfach. Der Kunde geht auf die Börse, hat vielleicht vorher die Terra Mineralia in Freiberg gesehen, und will nun schöne mineralien. Der eine hat 100€, der andere 1000€, andere vielleicht nur 10€. Alle wollen möglichst schöne Stücke, die Interressen sind verschieden, aber Geld verschenken will nimand. Dem Kunden interressiert nur das Angebot und ob das sein Preis wert ist. Wie das Zeug her kommt interressiert nimandem. Wenn Ali Baba und die 40 Räuber nur Schotter rausholen und dann noch die Händler betrügen, dann gibts halt nix. Dann kaufen die Leute lieber Mineralien aus China oder Indien. Da können die tollsten Kristalle rumliegen, wenn es zu schwer ist sie irgendwie heile nach Deutschland zu bringen, dann bleiben die da halt liegen. Oder vergammeln in irgend welchen Kellern weil sich nimand traut die Katze im Sack zu kaufen. Ich meine, ob da Marrokkaner oder Deutsche oder Russen verkaufen ist eigendlich egal. Die Leute sehen die Steine, sehen oder erfragen den Preis, und wenn gut dann kaufen, wenn nicht dann nicht. Und was gut ist, weis jeder Händler der auch mal mit den Kunden redet.
Und was halt Händler wissen wollen wurde hier ja schon gut genug gesagt, da interressiert nur ob man es wieder verkaufen kann. Was soll man mit tonnenweise Schotter? Auch wenn es geschenkt ist. Wenn da keiner einen Euro für bezahlt, dann ist das nur unnützer Ballast der teuer entsorgt werden muss.

Offline couchmolch

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #36 am: 10 Feb 09, 21:53 »
DonMineral,

du gehst immer mit viel Enthusiasmus an deine Projekte. Leider reicht das aber nicht, gerade in Marokko.

Achatfundstellen bei Midelt und Umgebung - oft auf Weideland oder Acker, noch öfter wie z.B. Aouli in bergigem Gebiet. Große Funde wären nur mit Einsatz von Maschinen zu bekommen. Behördliche Genehmigungen werden benötigt - Kosten?

Neues Achatmaterial wird in der Regel nur durch Erosion freigelegt. Erfahrungen zeigen, das ein oft abgesuchtes Gelände immer weniger Funde bringt.

Gutes Material ist selten, von 50 Mandeln ist eine Super, vielleicht noch 2-3 gute, das wars.

Marokko ist in keinster Weise mit Brasilien zu vergleichen. Brasilien ist Massenabbau, in Marokko pickt man von der Erdoberfläche.

Eine Chance auf Verdienst hast du nur, indem du selber schleifst. Dazu gehören aber Maschinen, Schleifkenntnisse, Ausstellungen auf Börsen und eine jahrelange aufgebaute Kundschaft. Vor allen Dingen mußt du die Achatmandel intuitiv bewerten können. Das geht nur mit jahrelanger Erfahrung.

Ein Freund von mir, der vor ca. 20  Jahren nach Marokko ausgewandert , jetzt dort heimisch ist, hat schon damals erkannt, das mit Menge nichts zu verdienen ist.
Wir haben zusammen viele Fundstellen bei und um Midelt herum besucht, und ich gebe ihm recht.
Mittlerweile hat dieser eine Schleiferei und ist bei den deutschen Achatsammlern sehr bekannt wegen seiner qualitativ hochwertigen Achate, wozu dann auch der gute Schliff gehört.
Bei Kerrouchen liegen jetzt noch an einer Straßenkreuzung ein paar Tonnen Achate, welche Bauern und Hirten gesammelt haben. Das Material wurde bezahlt und dann mangels Qualität liegengelassen.
Große Achate sind fast immer zerissen und nicht zu verwenden. 

Die Fundstellen im Atlas, wo auch Amethyste u. Goethit gefunden werden, sind alle in fester Hand.

Fazit also: Kenntnisse der Materie sind unumgänglich, leider nicht in 1 oder 2 Jahren zu erwerben. Einfach nur wollen oder nachmachen: Is nich.

Du versuchst ja jetzt schon seit längerer Zeit, verschiedene Dinge auf die Beine zu stellen. Ich gönne dir auch, das irgendein Projekt mal so läuft, wie du dir das vorstellst.
Zu Geschäften gehören heutzutage aber persönliche Kontakte. Sei doch mal mit einem Stand auf der Münchener Börse vertrete, damit potentielle Kunden dich kennenlernen können. Stell ein Konzept vor, was ausgtüfftelt ist. Bitte aber nur mit den entsprechenden Kenntnissen. Ein erfahrener Händler oder auch Sammler merkt sehr schnell, ob das, was du sagst, auch Hand und Fuß hat.

Leider konnt ich in den letzten Jahren Marokko wegen fehlender Euros nicht mehr bereisen. Wohnmobilfahren ist eben teuer. Ich hoffe aber, Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres per Flug einzureisen. Ich würde gerne mal vorbeikommen.

freundliche Grüße aus Hilden

Couchmolch Peter

Offline DonMineral

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #37 am: 26 Mar 09, 20:05 »
Lieber Peter
danke für deinen guten Ratschläge, dafür habe ich ja die Diskussion angezttelt. Ich hatte Besuch und bin im Moment mit meiner Kneipe in der Mibladenstrasse und dem Ausbau dort beschäftigt, damit die wieder eröffnet ist; und baue da Toiletten und eine Dusche ein..daher hatte ich wenig Zeit im Internet zu schauen.
Mit dem Freund meinst du den in Aglmoos, ich habe zwar seine ehemalige Wohnung von Rudi übernommen und da mein Büro aber ich habe Medi noch nicht ausfürhrlich sprechen können. Vielleicht hat er auch kein Interesse daran.
Viele Europ¨äer in Marokko sind oder werden nach jahren eigenwillig.
Alle meine Projekte die ich angefangen habe habe ich auch weitergeführt und laufen Manchmal muss man abwarten wenn die Zeit besser wird und braucht etwas Geduld..das heisst aber nicht das man aufgibt..schliesslich haben wir ja ständig Ktriesen in Europa..

Inzwischen bin ich eifrig in den Sollen und sammle ..viele haben mich ermutigt mehr an die Front zu gehen  und im November will ich wie du auch vorschlägst auf Messen nach Deutschland kommen und die Waare prësentieren..und die Kommunikation zu der Sammler Clique aufnehmen..
Falls du nach Marokko kommst dann biete ich dir in Midelt  100 Euro die Woche an,  guts Frühstück und Halbpension mit Deutsch Marokkanischer Familie in meinem Appartement pro Person im 2 Bettzimmer. mit Dusche und WC nebenan. -das gilt auch für die anderen- und das wird deinem Budget gerecht hoffe ich..

In meiner Kneipe in der Mibladenstrasse habe ich jetzt einen Salon Marrocain eingerichtet mit 5 Liegen da kann man auch für 50 DH die Nacht schlafen wenn man da abends isst und morgens Frühstückt und einfach sitzen bleiben möchte..
Also bis dann

Gruss Don.Ronaldo

greenman

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #38 am: 27 Mar 09, 10:26 »
Hallo,mir ist bekannt,das die Marokkaner gerne mal,insbesondere bei Fossilien, aus Fundstücken Schaustücke
zusammenbasteln und nicht selten werden "unechte"Materialien benutzt.
Zum Beispiel Mosasaurier komplette Kiefer(übereinander liegend)werden gebastelt.
Und es ist bekannt,das es so gut wie unmöglich ist komplette Mosa Kiefer zu bergen und schon
garnicht zwei passende Kiefer oben und unten.
Nun gut,einzementiert werden sie ,weil die Ausfuhr von einzelenen Fossilien verboten ist.
Aber das gehört nicht in diesen Threat.
Nun gut,ich kann mir vorstellen,das auch nicht zimperlich mit Fundstücken umgegangen wird,sei
es Fossile oder Minale Funde.
Aber die Morokkanische Auswahl ist schon bombastisch.
Nur schade,das die Sorgfalt und das Verständnis fehlt,aber sehr wahrscheinlich werden die Arbeitskräfte
mit einem Appel und ein Ei bezahlt,also ist die Motivation bestimmt nicht sonderlich groß.

Gruß Udo

Offline DonMineral

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #39 am: 07 Apr 09, 15:34 »

Fälschungen

ja das ist leider wahr, dass vor allem im Bereich der Fossilien einiges gepfuscht wird0 Manchmal wird es ns beim kauf mitgeteilt, dass es aufgesetzte STücke sind, aber leider gibt nicht jeder diese Information weiter, und informiert gerecht. Ich weiss nicht wie das bei anderen Mineralien und Fossilien as Afrika ist..ich kann mir vorstellen dass da auch gemogelt wir ..¨berall gibt es Schlitzohren..
Man muss eben etwas Fachverstand haben beim Einkauf und aufpassen..Rai,er Bode hat das in einigen Artikeln über Amoniten mal genau untersucht und dokumentiert..

herzlichst Don Ronaldo

Offline DonMineral

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #40 am: 07 Apr 09, 15:43 »
an  Udo

das mit dem Appel und dem Ei stimmt das ist ja mein Thema seit Jahren..Fair Trade im Mineralienhandel zu erreichen das ist eben schwierig zu bewerkstelligen. Die Sammler wollen günstige Stücke erwerben und die Klopfer und Strahler in den Mienen sind nicht versichert.
.von schlechter Bezahlung mal abgesehen...wenn ihnen beim Schlagen ein Steinsplitter ins Auge geht dann haben sie 5000 DH also 500 Euro Krankenhauskosten zu tragen das ist dann der Verdienst von Monaten..Das ist die traurige Seite die man nicht so gerne hört..das in Mibladen jedes Jahr mindestens einer in den Stollen umkommt weil sie da klopfen wo es dann einstürzt ist auch den wenigsten von euch bekant..und was dann aus der Frau und den Kindern wird interessiert niemanden..

Don Ronaldo in Midelt

Offline Collector

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #41 am: 07 Apr 09, 20:48 »
Hallo Don Mineral,

es ist so viel geschrieben worden über die  Situation der (marokkanischen) Bergleute und "Klopfer", was letztendlich zu der Erkenntnis führt, dass es denen nicht anders geht als dem Strahlern im Karakorum von Pakistan, dem Tagelöhnern in Afghanistan und in China, den Garimpeiros in Brasilien und den Negern im Erongo, die für nen Appel und n Ei ohne Krankenversicherung billige Topstufen für uns und besonders für die US-Amerikaner in 6000 m Höhe oder in 200 m Tiefe oft unter Lebensgefahr brechen und unter abenteuerlichen Verhältnisen nach oben oder nach unten bringen, um dann dafür einen Hunger-Obolus im Gegenwert von einer Scheibe Weißbrot zu krepieren.

Das wirst Du nicht ändern, solange Du zu den underdogs und den Nicht-Mitspielern der Szene gehörst ! Das heißt, solange Du auf dem Klavier des Mineralienbusiness die allerletzte Geige spielst.
Es ist müßig,  es ist unnötig, es ist gähnend kotzlangweilig, ewig immer die gleiche Story zu hören : Armer Bergmann - Reicher und böser Dealer.  Du hast selbst mal vor etea 1 1/2 Jahren, hier im Atlas, große Sprüche abgelassen ob sozialem Engagement pro Midelt-Bergleute. Was ist davon übriggeblieben ?

Du wirst - wenn Du Dich nicht 150 % - und nicht 30 % - zu einem Mineralienhändler mit erfahrenem Wissen und mit Vertrauen in Deine Person - niemals weder Deine Situation noch die der Midelt-Bergleute ändern. Dazu bist Du viel zu unerfahren und leider nicht egoistisch genug und nicht selbstorientiert.
Vergiss nicht: Money lets the world turn round.

Was kannst Du eigentlich bieten außer vielen Sprüchen ? Seit 2 Jrhren, ohne dass dabei was passiert ist. ?  Wann kannst Du erstklassige Ware - e.g. Mineralien oder Fossilien - anbieten, zu einem fairen (fairtrade) Preis ?  Ich habe noch keine sammelwürdige Hammam - oder Bou Azzer-Stufe von Dir gesehen. Geschweige denn von Imilchil, Tafraout oder Azrou.

Seit etwa 1/2 Jahr gibt es - ziemlich viele - fantastische neue Quarze, Siderite, Fluorite, Sphalerite, Cuprite u,a,v,a auf dem Markt. Wo bist Du ?  12 km nordöstlich von Dir gibts tonnenweise die besten Baryte - umsonst - wo sind Deine ?

Du sollest - neben dem Ausbau Deiner Kneipe -  wirklich mal anfangen, Dich mit Mineralien, mit den Grundzügen der Mineralogie und mit dem Bergbau Deiner näheren Umgebung zu beschäftigen. Du sitzt mittendrin und hast null Ahnung - wiederhole - null Ahnung, worüber Du sprichst oder schreibst. Ich könnte heulen. Wenn ich von Deiner Kneipe nachmittags  ne halbe Stunde in die Wüste fahre, komme ich zwei Stunden später mit 50 Mineralstufen zurück.  Und zwar: Guten Stufen ! Wo sind Deine ? Weißt Du, worüber ich rede ?
In der Hoffnung, dass Du was lernst - Gruß
collector

P.S.
Ich bin Anfang Juni einige Tage beim Gnaoua-Jazz-Festival in Esaouira und anschließend vier Tage im Mittleren Atlas. Vielleicht können wir uns treffen. Und endlich mal zu Potte kommen.


Offline caliastos

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #42 am: 07 Apr 09, 21:54 »
ich behaupte mal dass man an der situation vor ort genauso wenig wird ändern können wie an vielen anderen dingen auch. wie lange versucht man in nahost die kämpfe zu beenden, wie lange in armen ländern die armut zu bekämpfen, wie lange umweltfreundlich zu sein usw.

das hat auch noch keiner geschaft.  man hat immer interessenskonflikte, die veränderungen verhidern, strukturen die es nicht ermöglichen. wer sowas ändern will müsste es schaffen die welt zu bekehren. schlicht utopisch. man kann es versuchen, im kleinen vielleicht ändern, für einen augenblick. aber sicher nicht mehr.


was ist fairtrade? welcher preis ist fair? ist es fair eine stufe, die dem finder für 10$ abgekauft wird für 100.000$ zu verkaufen oder nicht? fair wäre, wenn der finder die 100.000$ bekäme. von dem standpunkt kann man sagen: es sind nicht die sammler, die viel für wenig geld wollen. das ist relativ. es sind nun einmal die händler und nicht die sammler, die das niveau so halten. wen der sammler nur sagen wir 100$ für eine stufe hinlegt, warum muss der händler dann immer gleich 80$ kassieren? der ganze transport und co macht nicht unbedingt diesen unterschied aus. markenklamotten, hier für 100€ angeboten werden für 5€ produziert, der arbeiter sieht davon vielleicht 50ct. fairtrade? nein, auch ungesehen der relationen was man wo für einen bestimmten betrag kaufen kann. das schwankt ja auch. grundsatz bei einzelhändler ist doch 150-200% auf den einkaufspreis aufzuschlagen. der transport kostet peanuts.


die problematik mit unfällen seh ich ehrlich gesagt nicht so drastisch. vieles ist purer leichtsinn oder schlicht wahnwitzig.  daran sind nicht die sammler schuld, die "günstig" stufen wollen. wie gesagt, der sammler der eine günstige stufe für 30³ kauft denkt in der regel, dass der sucher angemessen bezahlt wird. blödsinn. die bezahlt keiner fair.

ein schönes beispiel sind diamanten in afrika. die arbeiter suchen da für einen tageslohn von einem ecken brott diamanten. der eine findet dann einen diamanten, der in europa oder den usa für 10.000€/$ gehandelt wird, und den der minenbesitzer für 3000 an den diamantenhändler verkauft hat. die 7000 differenz  sind in dem fall unerheblich, aber der finder hat von dem stück nur das nächste, magere abendessen, der minenbesitzer den satten gewinn. und dann sind es die bösen diamantenkäufer, die einen billigen schmuck wollten?

es würde alles funktionieren, würde man den entsprechenden personen angemessene summen überlassen. da braucht man nicht mal an der preisschraube drehen. dreh und angelpunkt ist die schnittstelle dessen, der den finder eines stückes zuerst bezahlt. niemand sonst. jeder danach baut auf dem vorherigen auf. natürlich will jeder möglichst günstig kaufen und selber gewinn machen. kein problem, nachher. macht die preise doppelt so hoch, der arbeiter wird dennoch sein lohnlevel zu 80% behalten. würde jeder der zwischenhädler ein wenig seines gewinns nach unten weitergeben wäre schon geholfen.


daher: raus auf den markt mit der ware, keinen müll, absatzfähiger, fairer und vernünftiger preis entsprechend der qualität und von dem verkaufserlös dem finder einen angemessenen anteil zukommen lassen.

Offline DonMineral

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #43 am: 08 Apr 09, 13:54 »
Hallo und wieder vielen Dank an die grosen Meister
und Gurus im Mineralienatlas die mir mal wieder mehr die Meinung sagen als ich eigentich wollte... ich habe lediglich auf die anderen Beiträge geantwortet.  Seit ich hier lebe wird mir die Situation der Minenarbeiter immer klarer..
Ich gebe auch niemanden eine Schuld.. am wenigsten den Samlern, aber als kritischer Mensch kann man ja seine Gedanken zu diesen Themen äussern, dafür ist ja ein Forum da... Michael Gienger denkt auch darüber nach und macht bei seinem Gewinn aus seinen Büchern Hilfsprojekte in den Mineralienländern  und fördert die Jugend...das ist ein Händler oder Autor der sozialkritisch ist..

ich bedanke mich aber bei euch dass ihr so viel Geduld habt mit mir und mich mit machtvollen Worten und liebevoll Ratschlägen auf den rechten Weg füren wollte ... es wird schon werden.
Einem Treffen mit Euch mit Peter und auch mit den anderen sehe ich in ehrfürchtiger Haltung entgegen .
Ein Freund hat heute das Buch von Bode mitgbracht und wir fotokopieren im Moment die 150 Seiten mit den interessanten Fundstellen  um dann diese nacheinander durchzuarbeiten..

Viele Grüsse an alle Don Ronaldo

Offline agatefreak

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Re: Marokko Mineralien in der Krise
« Antwort #44 am: 08 Apr 09, 14:42 »
Hallo Don Ronaldo oder wie auch immer Dein Name sein mag,

ich war Mitte Februar in Midelt zum Achatesammeln. Vor meinem Trip nach Marokko hatte ich Dich noch informiert und um Deine Adresse und Deinen richtigen Namen gebeten. Ich wollte Dich in Midelt treffen. Leider hast Du mir nur eine Strasse mitgeteilt: "Midelt-Strasse". Ich habe diese Strasse in Midelt nicht gefunden auch nicht unter "Rue de Midelt" Deinen richtigen Namen hast Du mir bis heute auch nicht verraten , obwohl ich Dich ausdrücklich darum gebeten habe. In Midelt habe ich einige Freunde und diese habe ich gefragt ob sie Dich kennen , keiner konnte mir über dich Auskunft erteilen. Solang Du also als unbekanntes Pseudonym hier im Forum auftrittst , rate ich jedem ab mit Dir Geschäfte zu machen. Auch Dein mangelndes Fachwissen ergibt ein weiteres negatives Beispiel. Bitte unterlasse also weitere unnütze und überflüssige Beiträge in diesem sonst so informativen und bereicherndem Forum!!!
Was Dein soziales Engagement anbelangt so habe ich den Eindruck das die Marokkaner schon sehr genau wissen was sie verdienen wollen und die Preise inzwischen schon gut selbst bestimmen können. Ich habe Achate direkt von den Berbern in der tiefsten Wüste gekauft und die Preise waren nicht billiger als direkt beim Marokkaner in St.Marie. Auch die Händler in Midelt sind nicht die Billigsten mit ihren Angeboten. Natürlich muss man in einem basargeprägten  Land wie Marokko handeln und feilschen , sonst ist man gleich unten durch. Ich habe damit kein Problem und die Marokkaner haben damit auch kein Problem , im Gegenteil sogar. Ich glaube das die Marokkaner durch die freundschaftlichen Geschäftbeziehungen mit uns Sammlern/Händlern , egal aus welchem Land , nur Vorteile für die Zukunft erzielen können. Somit hat beim Verkauf des  Achates hier in Europa jeder was verdient , auch der Händler der wohl die größten Kosten zu tragen hat (Anreise,Transport , Bearbeitung,Messekosten uvm.)

agatefreak
Peter Jeckel

 

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