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Kann ich Geologie studieren?

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triassammler:
@Spotts: Ja, leider steht bei der Exkursionsauswahl oft der Unterhaltungs-/Exotikfaktor vor der Frage: bringt mir das was, interessiert mich das? Wenn sich dann vor Ort Unmut breitmacht, dass 10 Tage Südspanien nicht am Strand, sondern 100 km im Landesinnern in der Steppe absolviert werden, kann ich nur den Kopf schütteln. Wer Geologie wirklich mag, wird seine Freude aus den Eindrücken der Exkursion ziehen, nicht aus abendlichen Strandparties. Und dass es abends auf Exkursionen auch durchaus lustig zugehen kann, soll auch mal gesagt werden.

Eine mehrtägige Eifel-Exkursion habe ich im Studium übrigens auch absolviert und fand sie toll!  :D
Kann Dir nur zustimmen: Auch private Geländeerfahrung zahlt sich aus! War oft mit Kommilitonen unterwegs, und wir haben uns gegenseitig Aufschlüsse gezeigt und erklärt. Und natürlich Fossilien und Mineralien gesammelt. Wenn das Hobby noch mit dabei ist, wird das garantiert nicht zu einer drögen Lehrveranstaltung.

Die praktische Ausbildung fand bei uns übrigens weitgehend in der vorlesungsfreien Zeit/Semesterferien statt. "*stöhn* da habe ich mal 3 Monate Urlaub und muss jetzt wieder 3 Wochen davon für die Uni opfern" - dass das aus Zeitmangel nicht zu schaffen sei, konnte mir da keiner glaubhaft erklären. Aber natürlich gab es die Leute auch, die vor lauter Freizeit keine Zeit hatten.

Also, unterm Strich alles eine Frage der Motivation. Wer nur irgendein Studium, hauptsache mit Abschluss, absolvieren will, sollte sich etwas weniger anspruchsvolles suchen...

caliastos:
nur mal ein prüfungsordnungsauszug des §25 (3) Während des Studiums muß eine geologienahe praktische Tätigkeit von mindestens zwei Monaten außerhalb einer Hochschule bei einem privaten oder öffentlichen Arbeitgeber ausgeübt werden.

nicht bekannt heist nicht es wird nicht verlangt. ist inzwischen an mehreren hochschulen der fall. was bei den praktika an sich auch wichtig ist: wenn unbezahlte und bezhalte praktika auf null oder minus wegen den kosten hinauslaufen, finden sich auch hier weniger leute, weil die hoffnung auf bessere bezahlung besteht. niocht jeder kann und will sich den luxus leisten. für ein unbezahltes praktikum, aber dafür mit folgenden anderen vorteilen hatte ich auch schon mal 300€ ausgegeben. das entspricht dem ganzen betrag, der in einem semester maximal an geld übrig bleibt. d.h. verzicht auf jeglichen luxus und extrawünsche nur um 1 monat praktikum machen zu können. wer macht sowas schon?
da hilft nicht immer das beste praktikum. dein gesuch hatte ich auch da gelesen und der erste gedanke war: mist, schon alle tage fertig und auch kein zeit mehr. ansonsten wäre das interessant gewesen, aber selbst wenn scheitert sowas an der zeit, zumal das soweit ich weis auch in die Vl-zeiten reichte. bei uns hatten die leute meist nur im august und zwischen märz/april mit glück 4 wochen zeit. es heist zwar immer flexibel, aber zeitlich passt es nicht. während der semester ist das auch nicht unbedingt so einfach praktikas einzuschieben.

da läuft also schon irgendwas falsch. wie auch schon im schulwesen sind lehrstoff und inhalt zu aufgebläht und versucht alles zu umfassen, am besten noch speziell. wenn man an schulzeiten zurückdenkt, oder uni, dann kommt es immer öfters vor, das gesagt wird: sry, aber die zeit reiht für 1/3 bis 50% des stoffes nicht mehr. ---> selber nachlernen, aber selbst da hapert es an zeit.
selbst hatte ich in den letzten jahren vielleicht ein freies wochenende alle 2 monate, feiertage waren voller exkursionen und co. semesterferien mit praktika (uni), exkursionen, lernen und praktikum voll. dennoch immer zeitlich eng. da läuft also definitiv was falsch. gesund dürfte das alle mal auch nicht sein.
lustig wird wenn ältere jahrgänge saagen: ist doch ganz chillig oder man von bekannten, die was anderes machen oder andere fächer haben einen fragen ob man was zusammen unternimmt. die schauen einen ziemlich doof an, wenn man sagt: keine zeit, muß was für uni machen. irgendwann fragt auch keiner mehr.

selbst der vorsatz noch andere fächer just for fun und für einen selbst zu belegen ist nicht unbedingt durchsetzbar. da hatte ich immer vorlesung, die meisten sogar mit anwesenheitspflicht. tolle sache. nebenbei belegen geht also auch nicht immer. alles recht schade und ärgerlich. aber deswegen aufhören gab's nicht zur diskussion. frustet aber.

@ spotts

der aussage mit mehr gelände kann man echt zustimmen. die sache behält man 10x besser auch nach jahren im kopf als das eine handstück und der text aus den übungen. das zeug erkennt man dann sogar auf 100m, anderes nicht mal vor der nase.
aber auch gerade die "nervigen" gegenden sind irgendwie lustig, auch wenn die 10 bromberranke innerhalb 10 minuten im gesicht schon tierisch die laune vermiest oder man am abend wie ein gewürzladen nach rosmarin riecht. aber solange sich was finden lässt und nicht nur botanik die tour vermasselt ist das ok.
zu extreme witterungen bei exkursionen bringen aber leider auch wenig. wenn man im november den ganzen tag bei -6° im wind steht geht es irgendwann nicht mehr. da hilft die beste kluft nichts mehr. alles eingefroren und der kopf denkt nur noch kalt. gilt auch für dauerregen. das jeden tag vermindert die aufnahem, mit sicherheit bei jedem.
wer sich davon nicht aufhalten lässt steht auch am folgetag auf der matte, egal wie spät oder hochprozentig der abend war und was der kopf einem klagt. aber selbst da setzt irgendwann der kopf aus und macht feuerabend.

man muß halt nur daran denken, das vieles auch in den semesterferien abläuft. und wie triassammler schon sagte, das glaubt einem kaum einer

Geomaxx:
Hi Schneebrot, hi alle,
meine Vorredner, allesamt liebe Geowissenschaftler-Kollegen, haben die Sache mit Studium-Exkursionen-Praktika-Berufseinstieg ja schon in 1A-Qualität in langen postings ausgeführt, drum mein Senf in aller Kürze:
Wenn Dein Herz für die Geologie schlägt und Du Dich mit harter Gelände- und ebenso harter Büroarbeit identifizieren kannst, gerne und gut Englisch sprichst, dann probiers doch einfach mit einem Geowissenschaftlichen Studium. In meinen Augen immer noch das tollste, vielfältigste, abwechlungsreichste, genialste, teuerste, spaßigste, anstrengendste, weitgefächertste Studium, das Du in Deutschland beginnen kannst. Wo Du's dann beendest und wo es Dich dann als Geowissenschaftler hintreibt, das kannste Dir vermutlich jetzt nicht mal in Deinen kühnsten Träumen vorstellen. Also, schreib Dich ein.
Glück Auf!
Ein Herzblut-und Vollblut-Geologe, Studienbeginn 1983, Diplom 1990 und seitdem immer als Geologe berufstätig
GEOMAXX

Schneebrot:

--- Zitat von: Geomaxx am 06 Jan 09, 19:59 ---Hi Schneebrot, hi alle,
meine Vorredner, allesamt liebe Geowissenschaftler-Kollegen, haben die Sache mit Studium-Exkursionen-Praktika-Berufseinstieg ja schon in 1A-Qualität in langen postings ausgeführt, drum mein Senf in aller Kürze:
Wenn Dein Herz für die Geologie schlägt und Du Dich mit harter Gelände- und ebenso harter Büroarbeit identifizieren kannst, gerne und gut Englisch sprichst, dann probiers doch einfach mit einem Geowissenschaftlichen Studium. In meinen Augen immer noch das tollste, vielfältigste, abwechlungsreichste, genialste, teuerste, spaßigste, anstrengendste, weitgefächertste Studium, das Du in Deutschland beginnen kannst. Wo Du's dann beendest und wo es Dich dann als Geowissenschaftler hintreibt, das kannste Dir vermutlich jetzt nicht mal in Deinen kühnsten Träumen vorstellen. Also, schreib Dich ein.
Glück Auf!
Ein Herzblut-und Vollblut-Geologe, Studienbeginn 1983, Diplom 1990 und seitdem immer als Geologe berufstätig
GEOMAXX

--- Ende Zitat ---
Amen :).

Bis das Studium überhaupt anfängt, werde ich nach dem Abitur noch sehr viel Zeit haben. Diese Zeit würde ich gerne nutzen, um geologische Bücher zu lesen. Durch einige Bücher kenn ich mich schon grob mit einigen Themen aus und schon als Kleinkind hab ich öfters auf Discovery, D-Max und wat et net allet jibt Dokumentationen zum Thema Erde gesehen, aber ich glaube nicht, dass mir das im Studium soooooooooooo viel weiterhilft...

Könnt ihr das ein oder andere Buch zum Thema Geologie empfehlen? Möchte nämlich einen möglichst guten Start im Studium haben und nicht direkt im 1. Semester von Fachbegriffen erschlagen werden :P.

smoeller:
Hallo,

Einstiege sind die Bücher von Press&Siever und Bahlburg&Breitkreuz.

http://www.springer.com/spektrum+akademischer+verlag/geowissenschaften/geologie/book/978-3-8274-1812-8
http://www.amazon.de/Grundlagen-Geologie-Heinrich-Bahlburg/dp/3432297610

Die Links sind nur Beispiele. Google das am Besten mal. Prof. Breitkreuz ist übrigens in Freiberg, kenne ihn persönlich. Das Buch habe ich gelesen, ist für Einsteiger gut geeignet.

ZUr Mineralogie enpfehle ich die 3 Bände von E. Nickel: Grundwissen in Mineralogie, besonders Band 1.

Glück Auf!
Smoeller

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