Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining

Wurstwagen im Bergbau

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Haldenschreck:
hallo,

anbei ein fundstück aus treptow: bergbau und hüttenwesen, 1900. leider fand ich keine weitere erklärung für diesen wurstwagen. im militärwesen ist der begriff klar, aber im bergbau?

wer will weiterhelfen?

haldenschreck

giantcrystal:
Es handelt sich wohl um ein modifiziertes Schienenfahrrad...

Eventuell könnte auch eine Verbindung zur Mettenschicht, bzw. Tzscherpern bestehen...beides Gelegenheiten, bei dem Untertage von den Bergleuten zu gewissen Festtagen, z.B. der Barbarafeier, untertage gerne in einem festlich dekorierten Raum  Mett (mit Gurke und Zwiebel), Harzer Käse sowie ordentlich fettig - deftige Würste verzehrt werden. Und irgendwie muß der Nachschub ja in den Berg gelangen...daher Wurstwagen

Glück Auf und allzeit fette Würste

Thomas

Haldenschreck:
weitere nachforschungen haben ergeben, dass das bild aus einem besucherbergwerk im salzbergbau stammt.

haldenschreck

Schlacke:

Transportmittel für Besucher des Berchtesgadener Salzbergwerks vor 1900.  Auf. S. 276 schreibt Treptow: ..Wir lösen die Eintrittskarten und erhalten dafür saubere bergmännische Kleidung und ein Grubenlicht (Freiberger Blende!!!)  für die Befahrung. Die Damen ziehen sich zum Umkleiden in besondere Räume zurück und erscheinen dann im schmucken Phantasiekostüm mit Schachthut, Kittel, Leder und weiten weißen Beinkleidern (2. und 3. Person ) ...Ausfahrt aus dem Ferdinandstollen  wo Gefährte eigener Art  (Abb. 325) uns erwarten, die sogenannten WURSTWAGEN. Der Führer handhabt die Bremse  und mit wachsender Geschwindigkeit  gehts es auf der etwas geneigten Bahn vorwärts...

Das waren noch gemütliche Befahrungen...

Glückauf!

Schlacke

Haldenschreck:
hallo schlacke,
danke. der text ist mir bekannt. das werk kann man übrigens in der digitalen bibliothek thüringen anschauen/herunterladen.
inzwischen habe ich mal weitergeforscht. das grimm'sche wörterbuch ist da eigentlich eindeutig:

"WURSTWAGEN [...]
und so fuhren die herren alle auf einem wurstwagen und die frauenzimmer in kutschen fort (1782) KAROLINE SCHULZE-KUMMERFELD lebenserinn. 1, 130 Benezé; ein 24sitziger langer wurstwagen, mit 4 pferden bespannt, nahm einen theil des musikalischen klubs auf K. G. FREUDENBERG erinn. a. d. leben e. alten organisten (1870) 33. technisch in verschiedenen gröszen und auf verschiedene weise konstruiert: wurstwagen ... er hat in einiger entfernung zwey chaisekasten, worinn die damen sitzen, und zwischen diesen kasten ist in der mitte des wagens nach seiner länge ein schmales brett, so gepolstert ist, worauf die mannsleute hinter einander wie auf einem sattel sitzen JACOBSSON technol. wb. (1781) 4, 675b; wurstwagen ... eine art langer kutschen, in welchen mehrere personen der länge nach mit gegen einander gekehrtem rücken sitzen VOIGTEL wb. (1793) 3, 672a. speziell in militärischer fachsprache: die wurstwagen, wie sie früher in Baiern üblich waren; der längliche hinterwagenkasten ist hierbei so eingerichtet, dasz die mannschaften rittlings auf demselben hinter einander sitzen allg. militair-encycl. (21867) 10, 140; vgl. ALTEN hdb. f. heer u. fl. (1909) 2, 22. 2) im 18. jh. auch anders: wurstwagen, welche an statt der räder zwo grosze runde walzen haben, und die fuszstapfen der pferde, wenn man in den lustgärten herum fährt, gleich wieder eben machen EGGERS kriegslex. (1757) 1374.

haldenschreck

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