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Ursprung des Begriffes "Seifen"
Salomo:
Hallo,
weiß jemand, woher das Wort "Seifen" (Schwermineral-Seifen, Seifen-Lagerstätten etc.) stammt?
Ich vermute zwar, dass es - wie viele mineralogische und montangeologische Begriffe - aus der mittelhochdeutschen Bergmannssprache stammt, weiß aber nichts Genaues. Hat jemand eine Idee?
Gruß und Glückauf,
Salomo
smoeller:
Hallo,
Das Wort stammt aus dem erzgebirgischen Bergbau und bezeichnete ursprünglich die Gewinnung von Zinnerz aus Bachsedimenten.
Glück Auf!
Smoeller
Haldenschreck:
hallo,
konkreter: "geseifet" hieß früher soviel wie "gewaschen", was auf die gewinnungsmethode schließen lässt.
haldenschreck
stollentroll:
Im mittelhochdeutschen (ab etwa 11. Jh.) ist das wort "sîfe" belegt.
Nach Mittelhochdeutsches Wörterbuch, Müller und Zarncke (1854-1866 und spätere überarb. Ausgaben):
sîfe = bergschlucht, von quellwasser oder dauernder nässe durchzogenes sumpfartiges gelände, ... aus schluchten hervorrinnendes bächlein.
Mit Textbelegen aus dem 12. bis 14. Jh.:
der spoter levit uppime rîfe, di dâ vellit in den sîfen Wernh. v. N. 37,25 u. anm. H. zeitschr. 1,426.
bî eime sîfen si neder lach Karlm. 153,58.
Rôlant ind sîne gesellschaf lâgen in eime sîfen das. 451,55.
der bluomen sie genuჳჳen und der sîfen die dâ vluჳჳen, sô sie wolden trinken Ernst 3520.
wæren alle berge niht wan golt der sîfen Tit. 36,11. 5187,3 H. vgl. Frisch 2,259. b.
Glück Auf
Bergbaumaulwurf:
Glück Auf!
Zinngrauben haben sich im Laufe der Zeit durch Zersetzung des Gesteines im Bachbett abgesetzt, ähnlich dem Gold.
Das Material wurde einfach aus dem Bachbett geschaufelt, wobei man auch hier zum Teil den Bach umgeleitet hatt und dann einfach über Waschrinnen geleitet.
Diese Lagerstätten im Bachbett nannte man Seifen
Alles klar!
Bergbaumaulwurf
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