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Autor Thema: unbekannter Stein  (Gelesen 9334 mal)

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Offline Helmi

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unbekannter Stein
« am: 05 Mar 09, 17:56 »
Hallo,
was könnte das für ein Gestein sein? (Fundort Strand bei Börgerende / Ostsee) Der Stein besaß eine ca. 2 mm dicke braune harte Kruste von der durch Abrollen nur noch Reste vorhanden sind und besteht bis auf einzelne metallisch glänzende Körner (Größe 10 µm-Bereich) und einzelnen metallisch glänzenden bzw rostbraunen Nadeln aus festem weißem kalk- bzw. kreideartigem Material (keinerlei erkennbare Körnung im µm - Bereich),daß sich talkartig anfasst, sich mit dem Messer abschaben läßt, nur unter größter Krafteinwirkung in tafelige Bruchstücke zerbrechen läßt, auf Säure nur mit Materialabspaltung (Körner) reagiert und daß an der Luft eine bräunlich-gelbliche Färbung annimmt. Er ist verhältnismäßig schwer (Dichte 3,06 g/cm³) und zieht im Stück einen Magneten an (Bruchstücke zeigen keinerlei magnetische  Wirkung). Meiner Meinung nach dürfte Kalkstein ausscheiden.
Gruß Helmi

Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #1 am: 05 Mar 09, 18:22 »
Hallo,
sieht für mich nach ner Ton-eisen-Konkretion aus,
deiner Beschreibung nach, gibt es m.M.n. nichts, was dagegen spräche.

Gruß -M-

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #2 am: 05 Mar 09, 19:33 »
Zitat
gibt es m.M.n. nichts, was dagegen spräche.
Hallo -M-,
doch: der Magnetismus. Wenn es natürlich gebildeter Limonit wäre, wäre der nicht magnetisch. Das die braunen Stellen magnetisch sind, legt verrostetes Eisenblech nahe. Reste liegen auf einer Masse (?) auf. Meiner Meinung nach ein Fragment eines Gegenstandes.
Interessant wäre, ins Innere blicken zu können.

Helmi: kannst du es aufspalten?

Gruß
Uwe

Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #3 am: 05 Mar 09, 22:22 »
Hallo Uwe,
solche Toneisensteinkonkretionen bilden sich doch  auch natürlicherweise um gewisse "Fremdkörper",
wie z.B. Pyrit / Markasit oder auch Siderit ... wäre also nicht verwunderlich, wenn man im Inneren eine Fe-Anreicherung
findet.  Für den Magnetismus kämen auch nicht allein Fe-Oxide / Hydrox. in Frage, sondern z.B. auch Pyrrhotin bzw. ein H2O-haltiger Pyrrhotin (keine Ahnung, wie der heutzutage gerade offiziell genannt wird)
Also ganz ausschließen, kann ich deine These nat. nicht, und was diese met.-Nadeln und -Körner betrifft ...mhm ?, aber
aufgrund der ansonsten recht typ. Erscheinung ...würde ich doch erstmal bei meiner Vermutung bleiben, laß mich aber
auch gern überraschen und evtl. eines Besseren belehren.

Gruß -M-
 

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #4 am: 05 Mar 09, 22:37 »
Die wellige Oberfläche des Steines scheint unter das- ich sage mal rostige Blech- zu gehen. Auch sind in die Steinoberfläche keine Oxide eingedrungen, was mir seltsam vorkommt. Die Bleche wirken wie aufgesetzt. Aber klar, wenn es ein talkiges Gemisch ist, in das nichts eindiffundieren kann, und sich drum herum Eisenminerale abgelagert haben, aber Pyrrhothin, ich weiß nicht  ???

Uwe

Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #5 am: 05 Mar 09, 23:06 »
Denke nicht, daß das ein Blech ist. Würde sagen, das ist die typ. Limonit-Außenhaut / Hülle solcher Konkretionen,
die selbst, so wie ich Helmi verstanden habe, nicht die Ursache für den Magnetismus sei.
Die liegt, wie ich vermute, im Inneren der Ton-konkretion, und ist bzw. war mal : Pyrit / Markasit / Pyrrhotin, was nicht
ungewöhnlich für marine Bildungen wäre und sowohl die Dichte, als auch den Magnetismus erklären würde.

Gruß -M-

Offline Helmi

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #6 am: 09 Mar 09, 20:01 »
Hallo,
war einige Tage verreist,deshalb erst jetzt die Antworten. Die braune Kruste ist definitiv kein Rost sondern mineralisch, vieleicht entstanden durch Verdunstung einer Salzlösung oder von Kristallwasser an Oberfläche. Deshalb sicher auch das Nachbräunen  weißer Stellen. Werde mal versuchen den Stein in der Mitte durchzuschneiden. Bisher war ich von homogenem Material ausgegangen. Daß in der Mitte die Ursache für die magnetischen Wirkungen liegen könnte, drauf bin ich bisher nicht gekommen, es wäre aber eine Erklärung.
Gruß Helmi

Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #7 am: 10 Mar 09, 16:00 »
Ne andere mgl. Erklärung wären feinverteilte, winzigste Magnetit xx im Ton.
Oder auch, daß sich bei der Umwandlung der Fe-Min. erst Limonit und daraus
dann Hämatit gebildet hat - der ja manchmal auch deutlich (passiven) Magnetismus zeigt.

Gruß -M-

Offline thdun5

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #8 am: 10 Mar 09, 19:56 »
Hallo,

was du auch noch machen könntest, wäre einmal dieses braune aufsitzende Etwas mit einen Durchgangsprüfer oder ähnlichem auf eine eventuell vorhandene Leitfähigkeit zu überprüfen. Dann würde ein Fe-Blech definitiv ausschieden.

Gruß
Daniel

Offline triassammler

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #9 am: 10 Mar 09, 20:52 »
Hallo!

Wäre es möglich, dass es sich um korrodierte, ggf. besonders entsprechend einem unbekannten Zweck geformte Eisenstifte, eingegossen in einem künstlichen Stein, handelt?
Die Beschreibung der Gesteinseigenschaften erinnert irgendwie an einen künstlich geformten Fassadenschmuckstein aus dem 19. oder frühen 20 Jh., und der wurde je nach Zweck auch mit Metallstiften bzw. Bolzen am Mauerwerk angebracht oder besser zusätzlich zum Mörtel damit verankert. Nur so eine Idee... Hier in meinem Viertel wurde das um die Jahrhundertwende häufig in der Art "roter Sandstein" gemacht, um die Kosten für echte Steinmetzarbeiten an den Sandsteinfassaden zu verringern.

Gruß,
Triassammler

Tapir

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #10 am: 10 Mar 09, 22:01 »
Es ist ein Feinsandstein mit Sideritischem Bindemittel. Vermutlich ein Lokalgeschiebe aus dem Tertiär, möglich wäre aber auch Jura... (bei dem Fundort aber wahrscheinlich ersteres) Durch Verwitterung ist eine Limonitkruste entstanden, die aber bei vorliegendem Stück weitestgehend abgeschlagen/aberodiert wurde.

Selten finden sich darin Steinkerne von Muscheln, seltener Schnecken.


Glück Auf!

Der Tapir

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #11 am: 11 Mar 09, 00:27 »
Zitat
Es ist ein Feinsandstein mit Sideritischem Bindemittel. Vermutlich ein Lokalgeschiebe aus dem Tertiär, möglich wäre aber auch Jura... (bei dem Fundort aber wahrscheinlich ersteres) Durch Verwitterung ist eine Limonitkruste entstanden, die aber bei vorliegendem Stück weitestgehend abgeschlagen/aberodiert wurde.
Das erklärt aber noch nicht den Magnetismus- ganz wichtig!  ;D

Gruß
Uwe

Tapir

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #12 am: 11 Mar 09, 10:37 »

Oder auch, daß sich bei der Umwandlung der Fe-Min. erst Limonit und daraus
dann Hämatit gebildet hat - der ja manchmal auch deutlich (passiven) Magnetismus zeigt.

Gruß -M-


;)

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #13 am: 11 Mar 09, 12:15 »
Für Hämatit nach Limonit bräuchte es aber reduzierende Bedingungen bei entsprechenden Temperaturen. Zumal ist nur die Gamma- Hämatit magnetisch (Maghemit).

Tapir

  • Gast
Re: unbekannter Stein
« Antwort #14 am: 11 Mar 09, 12:21 »
Ich habe mir des Stück nochmal angesehen. Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher dass es große Ähnlichkeiten mit den Jurassischen "Toneisensteinen" die meist sideritisch gebundene Silteisensteine mit einem gewissen Fein- bzw. Mittelsandanteil sind, gibt und die an diesem Küstenabschnitt auch ab und an mal vorkommen. Mitunter ist inkohltes Holz und auch Pyrit darin enthalten. Magnetismus habe ich bei denen bisher noch nicht überprüft. Bei den Stücken die ich hier habe liegt keiner vor. (ich zweifle ihn auch ein wenig an...  ;) )

 

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