https://www.edelsteine-neuburg.deDie 60. Rhein-Neckar-Mineralienbörsehttps://www.juwelo.de

Autor Thema: orange und schwarze Oktaeder von Lauta  (Gelesen 5621 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline thdun5

  • *****
  • Beiträge: 553
  • Silberlocken im Haar sind rar
orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« am: 17 Feb 09, 11:21 »
Hallo,

auf einem meiner Stücke von Lauta, welches ich 2007 auf der Halde des Abrahamschachtes gefunden habe, sind mir unterm Bino orange-rote und schwarze sehr schön ausgebildete Oktaeder aufgefallen (kleiner als 1mm). Auf dem Stück befinden sich noch violetter Fluorit, Quarz, Goethit, Chalkopyrit und zahlreiche Sekundärminerale.
Ich vermute, dass das orange Cuprit und das schwarze Magnetit ist. Was sagt ihr dazu ?

Gruß
Daniel

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #1 am: 17 Feb 09, 16:07 »
Bei dem orangenen könnte es sein, dass darunter ein schwarzer Kristall steckt. Vielleicht samtig mit Limonit überzogen. Ob Magnitit, klärt der Magnet  ;)

Gruß
Uwe

Offline -M-

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 746
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #2 am: 17 Feb 09, 16:14 »
Hallo,
das 2.Bild läßt leider nicht viel erkennen, aber Magnetit wäre nicht gerade typ. für ´n Abraham - so weit ich weiß,
da dort allerdings z.T. auch reichlich Fremd-material liegt, kann man ihn nat. auch nicht ganz ausschließen...
"...zahlreiche Sekundärminerale..." - kannst du davon, oder auch von der Stufe ansich, vlt. mal ein Bild machen ?
(könnte mglw. weitere Anhaltspunkte liefern)

Gruß -M-

Offline thdun5

  • *****
  • Beiträge: 553
  • Silberlocken im Haar sind rar
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #3 am: 17 Feb 09, 17:14 »
Hallo,

zum Magnetit von Lauta steht im Lapis folgendes:
Kleine schwarze Oktaeder im Diopsid-reichen, kalksilikatischem Gneis.
Die schwarzen Oktaeder befinden sich auf der Grenze vom Fluorit zu der Grundmatrix.
Da stellt sich mir auch die Frage, wie man den Magnetismus bei solch winzigen Kriställchen testen kann.

Das sekundäre Zeugs sind grünlich-blaue Aggregate ebenfalls auf violettem Fluorit. Mit weißen oder hellgrünen Pusteln ist der Fluorit auch an manchen Stellen übersäht. Was das nun genau ist, weiß ich noch nicht genau.

Ich hänge einmal zwei Ansichten des ganzen Stückes an.
« Letzte Änderung: 22 Jul 16, 17:24 von oliverOliver »

Offline -M-

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 746
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #4 am: 17 Feb 09, 17:28 »
Hallo,
was den Magnetismus angeht, mal mit etwas magnetisiertem Fe-pulver bestäuben und dann unterm Bino ansehen.

Gruß -M-

Offline -M-

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 746
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #5 am: 17 Feb 09, 19:03 »
Vlt. liege ich da ja auch falsch (Gesteine sind nicht gerade "meins"), und Magnetit ausschließen kann man deshalb vlt. auch nicht,
aber für mich sieht die Matrix eigentlich weder "...Diopsid-reich...", noch nach Skarn (was wohl mit kalksilik. Gneis gemeint ist) aus.

Gruß -M-

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.427
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #6 am: 17 Feb 09, 19:27 »
Hinsichtlich der grünlichweißen "Pusteln" kann ich möglicherweise weiter helfen. Auf dem beigefühtem Bild wurden die Würfel (Pustel) nach längerer Diskussion hier im Forum als Uranospinit angesehen. Die schwarzen Kristalle werde wohl ebenfalls Fluorit (Stinkspat) sein. Die orange Farbe der Oktaeder halte ich für einen Belag, wobei Eisenionen möglicherweise eine Rolle spielen. Auf der 139 in Lauta kommen allerdings auch braune bis orange oktaedrische Sphaleritkristalle vor, die ich allerdings nicht so einzeln kenne.

Uwe

Offline guefz

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5.862
  • Just hanging around...
    • GüFz aus MYK
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #7 am: 17 Feb 09, 20:30 »
Mit einer großen frei stehenden Kompassnadel aus dem Schulbetrieb kann man auch Magnetit in sehr kleinen Mengen nachweisen. Ich habe das schon mit winzigen Oktaedern aus den Eifelvulkanen gemacht (ca. 1mm).

Günter

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #8 am: 17 Feb 09, 20:49 »
Breche in solchen Fällen unter dem Bino ein Stück heraus, das reagiert dann auf den Magnet.
In dem dunklen Fluorit hatte ich auch schon Parasymplesit (was die grünlichen Pustel anbelangt), per Bild nicht bestimmbar.

Gruß
Uwe

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.369
  • Diplom-Mineraloge
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #9 am: 18 Feb 09, 00:19 »
Hallo,

Die Oktaeder können auch einfach eine Pseudomorphose von Limonit nach Chalkopyrit sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline thdun5

  • *****
  • Beiträge: 553
  • Silberlocken im Haar sind rar
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #10 am: 18 Feb 09, 10:05 »
Hallo,

das mit der freistehenden Kompassnadel habe ich ausprobiert. Es zeigt sich keine Veränderung. Die Nadel reagiert auf etwas größere Magnetite von Pöhla, aber nicht bei den wirklich winzigen Oktaedern. Das mit dem magnetisierten Eisenpulver werde ich noch ausprobieren.

Zu den "Pusteln":
die sehen genau so aus, wie auf dem Bild oben. Es sind teilweise Würfel aber auch teilweise andere Formen. Uranospinit wurde von der Abrahamhalde nicht erwähnt, dafür wurde aber Meta-Uranospinit per EDX und XRD eindeutig von dort nachgewiesen. Es wird dann solcher schon sein.

Gruß
Daniel

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.427
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #11 am: 18 Feb 09, 10:59 »
Danke Daniel, für den Hinweis auf Meta-Uranospinit. So kann ich nun meine Kartei aktualisieren.

Uwe


Offline thdun5

  • *****
  • Beiträge: 553
  • Silberlocken im Haar sind rar
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #12 am: 20 Mar 09, 19:23 »
Hallo,

magnetisiertes Eisenpulver spricht auf die Oktaeder gar nicht an. Ich habe mir das Stück noch einmal genauer angeschaut. Diese Kristalle kommen auch direkt neben Chalkopyrit vor, der teilweise auch dunkel angelaufen ist. Daher halte ich die Meinung von 'smoeller' gar nicht für so abwegig.
Die"weißen Pusteln" sind mit ziemlicher Sicherheit Meta-Uranospinit, da ich jetzt ein Vergleichsstück von der Grube St. Johannes bei Wolkenstein besitze (noch einmal vielen Dank an stollentroll, der mir dieses Stück überlassen hat  ;)), welches per EDX und XRD analysiert worden ist.

Gruß
Daniel

Offline Bergbaumaulwurf

  • ***
  • Beiträge: 456
Re: orange und schwarze Oktaeder von Lauta
« Antwort #13 am: 20 Mar 09, 23:39 »
Glück Auf!
Also ich vermute das sich hier doch wohl um einen Einzelkristall Zinkblende handelt, der wohl mit etwas Limonit Überzogen ist!
Einen ähnlichen Kristall habe ich in Bräunsdorf in der Strigis gefunden und ihn mit dem Foto  verglichen.
Wenn es wirklich Limonit ist müsste er sich entfernen lassen- aber Risiko!!!!
Bergbaumaulwurf

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge