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Autor Thema: Anfänger bittet um Hilfe .... Chalkanthit oder Kupfersulfat [027]  (Gelesen 17860 mal)

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Offline Doc Diether

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Halloo,
das große Problem für einen echten Sammler ist hierbei, ob das gute Stück wirklich von einer echten Fundstelle oder gezüchtet ist: da gibt es gewisse Erfahrungen. Einmal sind die gezüchteten in der Regel schöner, größer und sauberer. Da ich hier misstrauig bin, kommen vom Chalkanthit nur Stücke, die bewiesen von Untertage stammen oder die eine Gesteins-Matrix haben.
Eine Kupfer-Fundstelle aus unseren Breiten liefert in der Regel nur kleine unscheinbare Stücke.
Die Oberfläche ist die andere Sache: Kupfersulfat kann je nach Bildungs- und Aufbewahrungsbedingungen mehr oder weniger Wasser haben. Das hat dann, wenn Natur, verschiedene mineralogische Namen. Farben von hellblau über farblos und grün.
Gruß
Doc Diether

Offline Krizu

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@ Krizu

wer hat hier eine größenangabe gemacht? skelettkristalle könnte man auch noch nennen. schwimemr mit künstlicehr matrix wäre aber ne mogelpackung.

Schua Dir mal den Untergrund an.
Aber zurück zur Frage: Wie einen Schwimmer ohne "Faden" machen?

Skelettkristall ist nicht die richtige Antwort. Bei Einkristallen gibt es einige Tricks, aber solche unregelmässigen Stufen?
Schwimmer mit künstlicher Matrix war auch nicht hdie Frage.
....
nur was soll der ph mit dem vertrocknen zu tun haben? kupfersulfat wird ja weiß weil das kristallwasser unvermeidbar mit der zeit entschwindet. ob sauer oder nicht ist der suppe egal. der ph wirkt sich da an sich nur auf die farbe oder kristallform aus. hab das schon mal ausprobiert. normal, knackig sauer oder basisch gehalten. die kristalle waren irgendwie nicht unterschiedlich lang stabil. denen war's eher egal.
[/quote]

Die Trübungen im frischen Kristall sind Fluideinsschlüsse, nicht nur Kristallwasser. Meine Erfahrung ist, dass die Kristalle aus extrem schwefelsauren Lösungen schneller gammeln, also zum CuSO4*ca 1 H2O werden.

Habitusbeeinflussung per pH ist geschenkt, da schau mal beim Alaun rein.

Zur Stabilität: ich habe meiner Holden vor ca. 20 Jahren einige Kupfersulfate geschenkt. Die sind noch 1a.

Also Frage:
Wie solche Schwimmer ohne Aufhängung und Sol-Gel?

Frank

« Letzte Änderung: 21 Mar 09, 09:12 von Krizu »

Offline rudi26

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Hallo, zeige mal bitte die Unterseite!

MfG

Frank

Hallo Frank,
hier ist ein Bild von der Unterseite.
Größe des Stückes : ca. 6 cm x 5,3 cm , Höhe 4,3 cm

Dank an alle für die viele Hilfe, habe jetzt schon wieder viel dazu gelernt
Rudi

Offline Krizu

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Hallo,

die Unterseite sieht glatt aus, dann ist es am Boden des Becherglases gewachsen.

Mfg

Frank

Offline joachimotto

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Ich denke das die Zusammensetzung auch Charakteristisch für eine Lagerstätte ist. Kupfersulfat bildet leicht Mischkristalle mit Magnesium, Eisen, Nickel usw. Allerdings weis ich nicht genau wieweit sich die einzelnen Komponenten in der Natur mischen können. Kristallzüchtungen sind normalerweise reines Kupfersulfat.

Offline Krizu

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Hallo,

die Labore unterliegen der gleichen Thermodynamik wie die Natur.

Die Natur hat den Vorteil der Zeit!

Also:
Was das Labor kann, kann die Natur auch :-)

Mfg

Frank

Online smoeller

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Hallo,

Würde hier zu 95 % von künstlicher Züchtung ausgehen.

@Joachimotto: Kupfer- und Eisen(II)-sulfat (Chalkanthit und Melanterit) bilden weitgehende Mischkristalle. Dabei wird Chalkanthit mit höherem Eisenanteil allerdings grün (sog. Pisanit).

Glück Auf!
Smoeller

Offline caliastos

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Also:
Was das Labor kann, kann die Natur auch :-)


äh, nein, nicht wirklich, da viele verbindungen aus dem labor in der natur nicht stabil wären oder gebildet werden können. zumindestens was diesen planeten hier angeht.

zu den schimmern: machen kannst die auch so in ner lösung, nur nicht eben so groß. meist hast du oben eine platte aus skelettkristallen, die auf der lösung schwimmt. meistens sinkt die aber wegen schlagseite und gewicht ab. wenn du aber glück hast bildet sich ein trichterartiger skelettkristall aus, an dem unten ein kristall wächst. solange die skelettplatte nicht am behälter festgewachsen ist, würde ich das als schwimmer bezeichnen, da der kristall frei in der lösung wächst und halt statt der dichtegrenze durch auftrieb schwebt. aber nur kurz ans glas gekommen und das ganze kollabiert.

schwimmer mit matrix ist was anderes. nimm tuff und das ist kein problem. ist aber an sich was anderes.


zum ph: wenn du reines kupfersulfat zum züchten nimmst, also die variante mit wasser aufgesättigt, dann sollte der ph an sich konstant bleiben. wenn du natürlich was reinbringst, was ein ungleichgewicht erzeugt, ist das was anderes. aber an sich ist ein kristall, solange er wächst in gleichgewicht mit seiner lösung. die einflüsse von ph-änderungen bei alaun kenne ich ziemlich gut. kann man nennte spielerein mit machen. nicht nur oktaeder würfel beim ansäuern, sondern alle zwischenstufen. habe die kleine kolletktion aus dem herumspielen beim umzug leider nicht mitgenommen, sonst wäre das gut zu zeigen.

die trübung die gemeint ist, war an sich das ausbleichen und milchig werden, wenn kupfersulfat dehydrit. die trübungen durch fluideinschlüsse sind natürlich immer vertreten, besonders bei salzen. der kristall muss dafür nicht mal frisch sein. die gehen an sich nicht so schnell raus.

die stabilität ist schlicht relativ und von zig faktoren abhängig. fast wie bei pyrit/markasit. zwei stücke aus der gleichen fundstelle und den gleichen 10 cm geborgen. das eine stück gammelt vor sich hin und zerfällt, das andere bleibt jahre lang unversehrt. kann man nicht vorhersagen.



Offline Krizu

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Hallo,

ok, organische Kristalle, Azide etc habe ich vergessen :-)
Aber versuche mal die Eisen-Nickel Kristalle der Widmannstättschen Figuren im Labor zu machen  :P

Die Oberflächenschwimmer sind in der Regel  superleicht zu erkennen. Die Ebene der Oberfläche und das trichterförmige Absenken des Kristalls verraten diese Art.

Also mein Verdacht bei den aussen trübe werdenden Kristallen waren richtig schwefelsaure Lösungen. Das sitzt in den Fluideinsschlüssen und kann alles machen, meiner Meinung nach auch die oberflächliche Trübung. Wenn es kein reines CuSO4 ist, kann alles mögliche passieren.

BTW: Selbst bei Kristallen mit hoher Dichte (ca 8g/cm3) kann man Schwimmer mit 4cm Durchmesser und knapp 5mm bis 7mm Dicke herstellen.

Nimm einen acetonlöslichen Kleber am Stein, und lasse den von der Lösungs-Oberfläche hängend bewachsen, oder setze gezielt 3 bis 4 Keime gegenüber des Klebers ein und tauche unter.

Mfg

Frank

Offline caliastos

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Zitat
Aber versuche mal die Eisen-Nickel Kristalle der Widmannstättschen Figuren im Labor zu machen

wüsste nicht, dass irgendjemand sowas geschafft hätte. da gewisse zeitliche auspekte und bedingungen nicht reproduzierbar sind. manches kann man nur im labor, anderes nur in der natur. elementares silizium wurde an sich ja auch nirgends gefunden oder einer der zahlreichen kunststoffe.


das stück zeigt ja die typische weiße oberfläche als folge der dehydrierung. nur, warum soll das durch schwefelsaure fluideinschlüsse entstehen? der witz bei den einschlüssen ist doch, dass die fluide im kristall die zusammensetzung der lösung zu dem zeitpunkt besitzen, als der einschluss verschlossen wurde. da wuchs an sich der kristall und wurde nicht zersetzt. daher kann man ja aus den einschlüssen die p/t-bedingungen und die zusammensetzung der lösungen/schmelzen ermitteln, in der der kristall damals entstand. die einschlüssen stehen an sich mit dem kristall im gleichgewicht und wandern nur bei der rekristallisation durch den kristall hindurch. sonst passiert da nichts, solange keine risse entstehen und sekundäre einschlüsse entstehen, die vielleicht nichts mehr mit dem ursprungskristall gemein haben.

Offline Krizu

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Zitat
Aber versuche mal die Eisen-Nickel Kristalle der Widmannstättschen Figuren im Labor zu machen

wüsste nicht, dass irgendjemand sowas geschafft hätte. da gewisse zeitliche auspekte und bedingungen nicht reproduzierbar sind. manches kann man nur im labor, anderes nur in der natur. elementares silizium wurde an sich ja auch nirgends gefunden oder einer der zahlreichen kunststoffe.

Doch, wurde:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kuba/Nuevo%20Potosi

Naja, Kunststoffe sind selten kristallin, da fehlt die strenge Molmassenverteilung. Carotin etc können kristallin werden.


Mfg

Frank

Offline Collector

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Hallo

hier zur Vertiefung ein Bild von natürlichem Chalkanthit  von der Kupfergrube in Lubin, Polen.
Gruß
collector

 

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