Gesteine / Rocks / Rocas > Nord- u. Südamerika / North and South America

Dacit ? / Bolivien

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Collector:
Hallo René und -M-,

die Gesteinsexperten halten sich vernünftigerweise zurück, da Ferndiagnosen von/an Gesteinen (nicht nur bei unbekannten Mineralien ) so sicher sind, wie das Zählen von Sternen am Abendhimmel.

Apropos: Das Gestein, in welchem der Magnetit vom Cerro Huanaquino vorkommt, ist kein Dacit, sondern ein Quarz-Porphyr, d.h., ein aphanitisches Gestein ryholithischer Zusammensetzung und Bildung, mit wesentlichen Bestandteilen Quarz und Orthoklas in einer glasartigen Grundmasse.

Woher stammt diese Info ?: Von Alfredo Petrov (sehr bekannter US-Mineraloge), dem z.Zt. wohl besten Kenner der Geologie und Mineralogie Boliviens und einer der Erstbeschreiber des Magnetit vom Huanaquino.

Gruß
collector

Klinoklas:
Hallo Peter,

danke für die Antwort! Nun das mit der Ferndiagnose gilt ja bestimmt auch für die Mineralien dennoch ist diese Rubrik noch nicht geschlossen worden. Einen Tip oder Hinweis abzugeben ist ja noch kein entgültiges Urteil.


--- Zitat ---ist kein Dacit, sondern ein Quarz-Porphyr
--- Ende Zitat ---
.

Die Information sollte vielleicht dann im Magnetitportrait geändert werden.

Ich muss zugeben doch jetzt sehr überrascht zusein das es kein Dacit sein soll. Nach all dem lesen, die Beschreibung passt schon finde ich und vergleichen mit den Bildern vor allem den oben schon erwähnten Anschliff von Stefan war ich mir ziemlich sicher. Wird der Name "Porphyr" nicht als Sammelbegriff für vulkanische Gesteine verwendet die große, gut ausgebildete Kristalle in einer feinkörnigen Grundmasse besitzen? Dann ist ein Dacit ja auch ein Porphyr. Es gibt sie mit mehr Quarzanteil oder mehr Feldspat. Dieser hier hat mehr Feldspat als Quarz.

Gruß
René

-M-:
Hallo,
mal ne grundsätzliche Frage zu aphanitisch:

"...Quarz-Porphyr, d.h., ein aphanitisches Gestein..."

So, wie ich es bisher verstanden hatte, dachte ich Aphanite wären generell sehr feinkörnige Magmatite, deren Bestandteile
mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind ... beißt sich das nicht etwas mit Porphyr (dessen Bestandteile  - abgesehen
von der glasig-dichten Grundmasse, die man wohl als aphanitisch bezeichnen muß - per Definition, zumindest teilweise, schon
deutlich erkennbar sein sollten) ?
Wenn die Bezeichnung aphanitisch in dem Fall korrekt ist (wovon ich ausgehe), müßte man dann die Definition,
so wie sie auch hier im Lex. steht, nicht vlt. präzisieren ?

Gruß -M-

Klinoklas:
Was ist denn mit glasig gemeint? Auf den zwei Bildern die ich hier eingestellt habe ist weit und breit nichts glasiges zu erkennen in der Grundmasse. Oder habe ich da falsche Vorstellungen von glasig?

Leider hat mein Gestein nur sehr wenig schwarze Einsprenglinge (Biotit und oder Hornblende), wodurch sich der Dacit eigentlich schon verabschiedet. Bei wikipedia steht das der Begriff (Quarz)Porphyr veraltet ist und es neu Rhyolith heißt.
Den habe ich hier schon hochgeladen und zwar einen von Thomas Range, Utah, USA. Der sieht aber etwas anders aus als dieser hier.
Zumindest ist Quarz dort auch grobkörnig eingelagert.

Saxifragus:
Hallo Klinoklas!

"Glasig" bezieht sich auf die Grundmasse bzw. Teile davon. Um das zu erkennen, braucht man einen Dünnschliff. Woraus dann der glasige Anteil besteht, was für die ursprüngliche Frage nach der Zusammensetzung des Gesteins ja wichtig wäre, kann dann aber immer noch nur eine chemische Analyse des Gesteins beantworten.
Das hilft also nicht.

Feinkörnige Vulkanite sind für Amateure wir uns ein unbefriedigendes Feld, da die entscheidenden Frage: "Aus welchen Feldspäten besteht das Gestein und wie hoch ist der Quarzgehalt /Foidgehalt?" wegen der feinkörnigen Anteile meist nur schwer oder gar nicht zu beantworten ist.
Der Anteil der dunklen Minerale ist für die Bestimmung des Gesteins unerheblich. Zwar gibt es Erfahrungswerte, daß bestimmte Typen tendenziell eher hell sind, also meist eher wenig dunkle Minerale enthalten, aber das hilft bei der Frage, was das hier ist, nicht weiter. Auch die Zusammenstzung der dunklen Minerale ergibt nur Indizien, aber keine wirkliche Bestimmung (weil die dunklen Minerale nicht Teil der Bestimmung sind).

Die entscheidende Frage ist einfach: Welcher Feldspat dominiert?
Gibt es denn Spaltflächen von Feldspäten an dieser Probe? Wenn ja - zeigen sich auf diesen Spaltflächen die eng parallelen Linien("polysynthetische Verzwilligungen") der Plagioklase? Die sind nur in Reflexionsstellung zu erkennen und das auch meist nur bei 10 facher Vergrößerung (Lupe).
Die grauen Einsprenglinge sind sicher Quarze. Daraus kann man die Vermutung ableiten, daß auch inder Grundmasse noch Quarz vorhanden ist. Damit wäre zumindest die Voraussetzung von 20% Quarz (Anteil der hellen Minerale) erfüllt.
Wenn sich gar keine polysnthetischen Verzwilligungen finden lassen (genügend Feldspatflächen zum Prüfen vorausgesetzt), erhärtet das den Verdacht, daß der Feldspat wohl eher Alkalifeldspat sein könnte. Damit wäre das Gestein ein Rhyolith (mit porphyrischem Gefüge)

Saxifragus

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