Arbeitsmittel / Means for work > Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing

Quellsprengstoff

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Waidler:
Rentiert sich, ähm ich meine rechnet sich nur für Leute, die gewerbsmäßig "strahlen" ...

Gx Waidler

sigillaria:
Hallo,

kann einige Hinweise zum Einsatz von Quellsprengstoffen (bessere Bezeichnung für Schreckhafte: Quelldruckmittel) geben. Meine Erfahrungen beruhen auf dem Produkt Betonamit in der knetbaren (nicht in der gießbaren) Form. Das Betonamit wurde in unserem Höhlenverein mehrfach zum Erweitern von Engstellen eingesetzt.

Man muss zunächst ein Loch von mindestens 20 besser 23 mm bohren. Bei kleineren Durchmessern tut sich nichts. Zudem sollte eine Mindesttiefe von 30 - 40 cm nicht unterschritten werden. Wir haben standarmäßig 60 cm gebohrt. Durchmesser und Bohrtiefe sind notwendig, damit eine für den Druckaufbau notwendige Menge des Druckmittels eingebracht werden kann.  Mindestabstände der Bohlöcher gemäß Herstellerangabe sind einzuhalten, im Zweifel etwas enger.  Derartige Durchmesser und Tiefen sind mit Akkubohrhämmern nicht mehr machbar, man benötigt also Strom und einen leistungsfähigen Bohrhammer. Nach Reinigen des Bohrlochs (Bürsten u. Ausblasen) kann man das Mittel anmischen. Es empfiehlt sich, vorher passende Mengen (lässt sich mit den Herstellerangaben ausrechnen) abzuwiegen und die entsprechende Menge Wasser z. B. in Polyflaschen abzufüllen. Zum Anmischen ist ein Gipsbecher gut geeignet. Da das Mittel stark ätzend ist (Hauptbestandteil Calciumhydroxid) sollten Schutzbrille und Gummihandschuhe getragen werden. Die knetgummiartige Masse wird dann zügig in das Bohrloch eingebracht und mit einem geeigneten Stab verdichtet. Das Mittel dehnt sich nun über 1 bis 2 Tage aus (u. a. abhängig von Feuchte und Temperatur der Umgebung), danach kann das Ergebnis bewundert werden. Harte Gesteine lassen sich leichter zerlegen als weiche,  die viel Druck"schlucken", poröses Material ist wenig geeignet.

Es empfiehlt sich, wenn möglich, zum Schutz vor einem Blowout (plötzliches Ausblasen des Druckmittels aus dem Bohrloch) die Bohlöcher mit einigen Stücken alten Teppichbodens abzudecken. Kinder sollten keinesfalls in die Nähe kommen können. Bei Trockneheit und Hitze muss, um ein Austrocknen des Mittels zu vermeiden, mit feuchten Tüchern abgedeckt werden.

Vorteile des Verfahrens: Kein Knall, keine Erschütterungen, knetbare Version auch horizontal u. über Kopf einsetzbar.


Nachteile des Verfahrens: Sauteuer (1kg kostete ca 70 DM), langwierig (kein sofortiges Ergebnis) und umständlich, Strom u. Bohrhammer notwendig.

Eine Alternative, wenn man bohren kann, besteht darin, eine Reihe von Löchern zu bohren, in diese Spitzmeißel oder besser abgeflexte Spitzen von Spitzhacken zu stecken und immer der Reihe nach mit dem Vorschlaghammer heftigst draufzudreschen.

Wir setzen nicht zuletzt aus Kostengründen Quelldruckmittel nur dann ein, wenn es absolut keine Alternativen gibt.

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