Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Bitterspat - woher kommt eigentlich der Name ?

(1/2) > >>

giantcrystal:
Vor einigen Tagen habe ich im Siegerland eine schöne Stufe Bitterspat gesehen....Bitterspat ist wohl ein Synonym für Dolomit (oder auch Magnesit), aber ich weiß nicht, woher der Name kommt.

Normalerweise bezeichnen solche Spatnamen ja ein Element oder eine Farbe, aber "Bitterspat" ...??

Hat jemand eine Idee ?

Glück Auf

Thomas

Erik:
Magnesium hieß früher Bittersalz/Bittersalzerde. Warum wiederum Magnesium so genannt wurde... ???

vgl: http://books.google.de/books?id=jPcTAAAAQAAJ&pg=RA2-PA197&lpg=RA2-PA197&dq=Bittelsalzerbe&source=bl&ots=1DQnYMotWC&sig=hxvd5DxcrqWvG-MX3JF2NaGpPqE&hl=de&ei=bWkxSorRBoTK_gbrmrTUBQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1#PRA2-PA189,M1 (funktioniert das?)

Gruß, Erik

Hg:
Hallo Thomas,
mal eine Versuchserklärung von mir.
Viele Salze tragen in der Chemie einen Trivialnamen, der einiges auf die Eigenschaften oder Herkunft schließen lassen. So gibt es beispielsweise Hirschhornsalz (NH4)2CO3 oder Pottasche K2CO3 , die ihre Trivialnamen aus einer uralten Herstellungsmethode herleiten (Pottasche wurde z.B. aus der Asche von Buchen gewonnen). Oder das Kleesalz (K-Oxalat, im Klee enthaltenes Salz).
Daneben gibt es einige Salze, die ihren Trivialnamen nach dem Geschmack  o.ä. bekommen haben. Hier als Beispiel der Bleizucker (Pb-Acetat). Das süßlich schmeckende Salz wurde sogar als Zuckerersatz und zum Panschen von Wein verwendet. Noch schlimmer der Brechweinstein (Sb-Tartrat; der Name ist hier Programm  ;D).
Vermutlich kommt daher auch der Trivialname vom Bitterspat/ -salz. Gut möglich, dass MgCO3 einen unangenehm bitteren Geschmack hat (habe es selber noch nicht versucht  ;)). Dass die Leute früher alles mögliche auf den Geschmack getestet haben ist sehr gut belegt. Ich hatte mal ein Laborbuch von Liebig in der Hand. Darin beschreibt er den "ekelhaft metallischen Geschmack" von Silberfulminaten (Salze der Knallsäure). Wie er das wohl herausgefunden hat  :-X
Gruß,
Andreas

edit:
habe gerade nach kurzer Suche ein Chemiebuch gefunden:
Schröter/Lautenschläger/Bibrack - Chemie Fakten und Gesetze
Hier ist der bittere Geschmack von MgSO4 beschrieben. Das sollte für das Carbonat also auch zutreffen  ;)

ingo:
Hallo
Um mal meinen Senf auch noch dazu zu geben, in der Medizin gab es ähnliche Absonderlichkeiten, man kostete  Urin Proben und konnte so am Geschmack feststellen ob jemand Zuckerkrank war oder nicht. Soll dann süß schmecken, ich weigere mich tapfer diesen Test anzuwenden.
LG
ingo

Schluchti:
Auch noch meinen Senf:

Um mal aus Wikipedia zu zitieren:

"Früher hatte Dolomit auch die Bezeichnung Bitterspat, er schmeckt jedoch nicht bitter"
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolomit_(Mineral)


Würde mich auch wundern, da Dolomit ja ein Lebensmittelzusatzstoff ist (u.a. als Trennmittel). Aber da aus dem Magnesiumkarbonat wohl auch das Bittersalz, also das Magnsiumsulfat hergestellt wird, und das ja bitter schmeckt, wohl evtl. daher der Name, quasi, als Anlehnung an das daraus zu gewinnende Produkt.  

Edit:
Offenbar faßte man Magnesit und Dolomit unter der Oberkategorie Bitterspat zusammen, während man den Dolomit als Bitterkalk, Magnesit als dichten Bitterspat und Magnesia als Bittererde oder Bittersalzerde bezeichnete.

Quelle:
http://www.peter-hug.ch/lexikon/bitterkalk
http://www.peter-hug.ch/lexikon/dolomit

http://www.peter-hug.ch/lexikon/magnesit

http://www.peter-hug.ch/lexikon/bittererde

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln