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Fundberichte im Forum und Lexikon
UlrichW:
Hi Lois,
ich habe lange überlegt ob ich mich hier in der Diskussion beteiligen soll. Wenn ich mir Gedanken über die Sammlerschaft ganz allgemein mache, kommt da etwas bei raus, wofür man mich berechtigterweise wegen Rufmord, Mobbing oder sogar übler Nachrede anklagen könnte. Meine Meinung über 80% der Sammlerschaft ist derart negativ, daß ich dazu lieber nichts schreiben will.
Dennoch ist und bleibt der Mineralienatlas unsere einzige Chance daß wenigstens die "Überlebenden" des im Aussterben begriffenen Hobbies sich zusammen rotten können.
Wichtiger als die Diskussion darüber, wo man was "holen" kann ist für mich die Diskussion um Sammlungsziele, Sammlungs-Ethik und alles was damit zu tun hat, wie man sammelt. Ich glaube nämlich, daß sich für die meisten Sammler die Zeit des aktiven Sammelns im Feld erledigt hat. Dazu gibt es einfach zu wenig interessante Fundstellen. Und im Urlaub zu sammeln ist auch nicht Jedem gegeben.
Klar kommt jetzt sofort die Antwort, daß man doch in diesem oder jenem staubigen Loch noch matschige Calcite finden kann. Ich bin mir nur nicht sicher, obn nach vielen Jahren der Sammeltätigkeit Calcit noch wirklich ausreichend für einen 100Euro-Trip ist. Und die Fundstellen, wo es eventuell noch etwas geben könnte, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.
Was bleibt ist die Frage, wie man Mineralien sammeln kann, ohne dabei zu einem rücksichtlosen Ars..oder arm dabei zu werden. Rücksichtslosigkeit äußert sich z.B. für mich schon darin, daß an einer Fundstelle solange Material geholt wird, bis nichts mehr da ist..
Einige werden die Fundstelle Le Montmin kennen. Ich habe die Halde über vier Jahre besammelt. Jedes Jahr eine oder zwei Kistchen Material, das reicht für ein Jahr knacken. Dann wurde die Halde bekannt gemacht. Ein Jahr später...aus die Maus!
Velbert: Jahrzehntelang eine Fundstelle, an der man immer mal was finden konnte. Ideal für einen Sonntagsausflug. Heute: Ein riesen Trichter und ein "Kollege" der sich damit rühmt dieses Loch extrahiert zu haben! Was soll man da sagen ohne Fäuste zu verwenden!
Siegerland: Es ging das Gerücht, daß es eine Fundstelle für schöne Skorodite gab. Als die Fundstelle bekannt wurde, lagen bei einem bekannten siegerländer Sammler ca. 100 Kisten im Keller. Auf die Frage, ob man davon ein paar Brocken haben könnte, gab es ein fast beleidigendes "nein, das geht nicht?". Ob jemals davon Material auf den Markt gekommen ist entzieht sich meiner Kenntnis. jedenfalls tauchten in einer siegerländer Börse zwei Mikros, erbärmliche Mikros, zum preiss von je 20 Euro auf.
Meine Fundstelle war eine alte Halde einer Kohlenzeche, kaum 2km weg von meiner Wohnung. Da gab es Bleiraritäten wie Cottunit, Phosgenit usw.. ich habe brav den ganzen Club immer über die Lage informiert, als die Halde umgelagert wurde. Dann kam der Tag, an dem die wichtige Partie angefahren wurde. Nur leider erfuhr ich es erst 4 Wochen später von "Freunden" in meinem Club. Vier Leute hatten dort 4 Tage gearbeitet und Wahnsinnige Sachen gefunden. Die zwei km zu mir haben diese Freuden nicht geschafft. Ich besitze bis heute kein Stück aus dieser Fundphase. "Freunde" kannste knicken!
Das erging übrigens nicht nur mir so, sondern auch vielen Leuten die ich in ganz Deutschland kenne könnten Bücher darüber schreiben. Keine fröhlichen Bücher, soviel ist gewiss.. Daraus resultiert ein Verhalten der "vernünftigen" Sammler, das man als eher zurückhaltend titulieren kann.
Also ich finde es nicht erstaunlich daß es kaum Fundortberichte gibt, zumal es kaum noch Sammler gibt, die sich für etwas ausserhalb ihres Dunstkreises interessieren.
Aber wie gesagt, es mag eine Sichtweise sein, die aus der hiesigen Mentalität entstanden ist.
Ich dachte mir nur, daß auch das mal gesagt werden sollte.
Aber in Einem hast Du Recht, wenn man selber den Ar...mseligen Hintern nicht bewegt, wird das nichts. Und bewegen heist nicht unbedingt irgendwo hin fahren um benzin zu verbrennen, sondern einfach irgendwie aktiv zu werden.
So, Glück auf und Dir Lois ein Berg heil!
Ulrich
PS: wenn Du denkst ich sei aber mies drauf, dann haste fast unrecht! Nein, ich bin nicht mies drauf, nur leider realistischer geworden!
cmd.powell:
Guter Post, Du sprichst mir aus der Seele. Inzwischen hat jeder Sammler nicht nur ein Hobby "Mineralien sammlen" sondern auch noch eine Riesenverantwortung für evtl. Feld- und Flurschäden, wenn er ein besonders ergiebige oder interessante Fundstelle publik macht. Ist logisch, das man da vorichtig wird.
Was die Entwicklung hier im Forum betrifft, so hatte ich vor etwa zwei Jahren eine vergleichbare in meinem eigenen Forum (inzwischen nicht mehr existent !): Problem ist bei sowas sicherlich auch, das solange sich ein Forum in der aktiven Aufbauphase befindet, viel Neues geschrieben wird und das gesammelte Wissen schnell expandiert, was jedoch eine rein subjektive Empfindung ist. Sobald das Forum nun eine gewisse Größe erreicht hat, fallen Neuzugänge in bestimmten Bereichen nicht mehr so sehr auf, weil nebenbei auch viele andere Diskussionen geführt werden etc. Im Falle der Fundortberichte mag da noch hinzukommen, das irgendwann mal der Großteil der bekannten Fundorte abgehandelt sein wird und somit auch nicht mehr viel hinzu kommen kann. Und jetzt jede Baugrube als Fundort aufzuführen kann letztlich auch nicht der Weißheit letzter Schluß sein.
Ich denke mal, hier ist es sinnvoll, eine deutlich Grenze zwischen Forum und Lexikon zu ziehen und das wird in meinen Augen auch gemacht.
Collector:
Hallo UlrichW
ich habe hier im Forum selten so ein herzerfrischendes und treffendes Exposé wie Deines gelesen und kann Dir unisono in allem was Du schreibst nur vollzustimmen.
Besonders was die "Überlebenden des im Aussterben begrifenen Hobby's " betrifft, e.g., dijnigen, die sich auch ohne Calcite und ohne Achate und gelegentliche Schlackenfunde zusammenrotten.
Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor, auf loismins' s Artikel einzugehen, da die Antworten darauf eigentlich schon seit langem zer-diskutiert wurden und das Resultat immer das gleiche ist. Das Forum ist seit mehr als 3 Jahren überschwemmt mit dem Thema "Meine Fundstelle-Deine Fundstelle".
Ich kenne sehr, sehr viele Fundstellen; wenige davon in Deutschland (dafür aber noch nicht ausgeraubt), viele in Frankreich, Spanien, Portugal und Marokko. Diejenigen dieser Fundstellen, über welche ich (leider) berichtet hatte, waren in weniger als einem Jahr komplett leer, wiederhole: komplett leer. Diejenigen, welche ich nicht weitergab, bieten auch heute noch, nach einem Zeitraum zwischen 30 Jahren und heute, ein befriedigendes Sammlerpotential, wenn man sich auf eine vernünftige Menge beschränkt.
Ich war der erste Sammler, der über spanische Aragonite in Minglanilla berichtete (Aufschluss); nur zwei Monate später wurden Wohnwagen und Kfz-Anhänger mit abertausenden Aragoniten beladen; der Trend hält bis heute an; manche Leute machen sogar Urlaub mit ihren Wohnwagen, um tonnenweise Aragonite einzubuddeln.
Ich war der erste, der über Silbermineralien in Hiendalaencina schrieb; kurz nach Erscheinen des Fundberichtes gab es ganze Karawanen deutscher sogenannter Sammler, die die Halden der alten Silberminen durchwühlten und auf Teufel komm raus die Landschaft veränderten. Hat mir von meinen spanischen Sammlerfreunden ne Menge Ärger eingebracht.
Irgend jemand verriet einem hier nicht namentlich genannten deutschen Sammler den Fundort für die schönsten blauen Baryt in Portman (Cartagena); Fazit war, dass dieser Sammler ohne Rücksicht auf Umwelt und ohne Rücksicht auf andere Sammler die Fundstelle komplett ausgebeutet hat und mit den Baryten abertausende verdiente
Dies sind nur einige wenige Beispiele. Ich hätte noch mehr, will aber nicht ausufern. Im Hinblick auf den Zeitgeist der Gier , der Rücksichtslosigkeit und der "Geiz ist geil"- Mentalität habe ich volles Verständnis für jeden ernsthaften und bewussten Sammler, wenn er keine Fundstellen-Informationen weitergibt. Warum sollte er auch ? Aus christlicher Nächstenliebe bestimmt nicht und um anderen Sammlern einen Gefallen zu tun auch nicht.
gruß
collector
loismin:
Hallo.
Ich möchte da ja keineswegs anmaßend sein aber was tut ihr dann hier oder in einem Verein.
Dann geht auf " Eure" Fundstellen und beutet sie alleine aus und versteckt die Sachen dann im Keller und freut euch alleine dran
wie Dagobert Duck im Speicher ! ( Bitte auch das nicht persönlich als Beleidigung nehmen !)
Denn wenn ihr nur einem Sammler was zeigt und wenn das euer bester Freund ist dann ist das kein Geheimnis mehr und
wird durch Mundpropaganda so weit verbreitet wie es das Internet auch nicht besser kann.
Und ich frage mich schon, ihr habt doch vorher schon an den Fundstellen dort gesammelt warum seid ihr dann neidig
auf die die nach euch noch was finden.
Beziehungsweise ( Collector) was möchtest du denn mit den Tonnen von Aragonit xx die es auch heute noch dort zu
finden gibt, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so leicht.
Wie gesagt vergönnt doch den anderen auch was und wenn die besser finden als man selbst, dann sind nicht die schuld
sondern man hat selber nicht gut genug gesucht !
Aber ich glaub ich laß das jetzt sein, weil ich schon sehe daß das wieder in unsinnige Diskussionen ausartet und
leider doch die meisten Sammler keinen Teamgeist haben und nur furchtbar neidisch sind.
Schade !!!!
Gruß
Loismin
Anatas:
ich weiß auch nicht so recht ....
Mein Fund und Sammelbericht und Erstlingswerk im Atlas "Stoisuichn 2007" http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14361.0.html
hat zwar 2.800 clicks eingefahren aber außer Stefan und den Beteiligten hat sich keiner dazu geäußert (weder pos. noch neg.)
also war/bin ich auch der Meinung das es hier keinen groß interessiert und habe es bleiben lassen ...
Mein pers. Problem ist , dass ich keine vernünftigen Mineralienfotos erstellen kann (mir fehlt auch in der Wohnung der Platz so
eine Anlage aufzustellen) - der Hannes Osterhammer (Micromounter München) ist so nett und macht mir ab und an ein paar Bilder -
doch der guten Mann wird von einer Bilderwunschlawine erschlagen....
Ich war am Wochenende mit Thomas (McBrook) unterwegs (Vogelhalt - Leogang/Austria) aber einen Fundbericht ohne Mineralien-Bilder
hier einzubringen fände ich auch etwas "fad".
Grüße Gerhard / Anatas
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