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Fundberichte im Forum und Lexikon

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giantcrystal:
Eines wundert mich beim Durchlesen der Beiträge doch etwas :

- entweder sind wir die "Letzten unserer Art" als Mineraliensammler, (was ich eigentlich nicht glaube*)...dann müssten wir ja eigentlich nur noch sehr wenige sein = es wäre kein Problem, Fundstelleninfos mitzuteilen, da wenige Sammler ja gar nicht so viele interessante Fundstellen bearbeiten können...

- oder aber wir sind doch gar nicht so wenige, dann wiederum sollten auch viel mehr Fundstelleninfos von verschiedenen Seiten zusammenkommen.

Also wie denn nun...?...oder liegt es vielleicht eher an einer grassierenden Schreibunlust vieler ?

Glück Auf

Thomas

P.S. : Hierzu noch ein Gedanke : Mineralien finden Ihren Käufer, auch heute noch ! Und das zu mitunter völlig überzogenen Preisen. Folglich kann es gar nicht so wenige Sammler geben

Goldi85:
Hallo,

wenn man sich mal umschaut wird man schnell feststellen, dass nicht nur hier im MA wenige Fundberichte beschrieben werden. Ich nehme mal mindat zum Vergleich, dort wird zwar auf den ersten Blick mehr geschrieben, aber wenn man bedenkt wieviele Sammler aus aller Welt (!!) dort teilnehmen, ist es im Schnitt auch nicht mehr.
Keine Ahnung also, warum sich nur wenige bemühen. In der Zeit des Web 2.0, in der jede Kleinigkeit in Blogs niedergeschrieben wird, stellt das so ziemlich die entgegengesetzte Entwicklung da. Geheimniskrämerei? Nein, würde ich nicht generell als Grund sehen, mal von den empfindlichen Fundstellen abgesehen, was mich eher wundert ist, dass nicht mal von den klassischen Fundstellen (Juchem, Gr. Clara, die Alpen mal als Beispiel- alles "empfindliche" Fundstellen?) berichtet wird. An Zeitmangel wirds auch kaum liegen, ein kurzer Bericht ist schnell geschrieben und dank Digitalkamera ist das Hochladen von Fotos auch eine Sache von Sekunden. Mittlerweile glaube ich, es liegt wirklich an der Schreibunlust  ;)

Was die Anonymität betrifft, nur so viel: man kann es sich nunmal aussuchen und ich störe mich daran nicht weiter. Wichtiger ist die Netiquette und wenns da hapert, dann kommt halt auch mal was zurück. Von ein paar Spitzfindigkeiten mal ganz zu schweigen, Fehler müssen korrigiert werden, aber wenn sich eine Diskussion schon an unwichtigen Kleinigkeiten aufhängt, wäre eine gesunde Portion GMV doch mal angebracht.

Gruß  Daniel

UlrichW:
Hallo zusammen,

Zuerst eine Nachricht an STIRNER: I
Ich bitte Dich vielmals um Entschuldigung für die saublöde Formulierung. Was ich gemeint hatte war, warum ich etwas jemandem veraten sollte, der mir nur als Synonym bekannt ist. Als ich die Formulierung "... , aber einem STIRNER" schrieb, meinte ich damit nicht dich persönlich, sondern habe deinen Nicknamen stellvertretend für alle Anonymen verwendet. Ich bitte dich dafür nochmals um Entschuldigung, zumal es zeigt, wie sehr man auf seine Formulierungen aufpassen muss um nicht missverstanden zu werden....was in dem Fall schlicht kaum zu vermeiden war! Ein Angriff auf deine Person war es auf keinen Fall, auch wenn die Formulierung der Antwort deines Postings das so hat erscheinen lassen.

Es muss sich auch niemand für seine Einstellung zu Dingen wie Fundortweitergaben, Anonymität im Netz usw. entschuldigen. Wie Uwe schon richtig schrieb, sind das Meinungen die zu gelten haben, ob es mir oder irgend jemanden passt oder nicht!

So, nun aber zurück zum Thema: Zwei wesentliche Aussagen sind mir aufgelaffen:

--- Zitat ---
- entweder sind wir die "Letzten unserer Art" als Mineraliensammler, (was ich eigentlich nicht glaube*)...dann müssten wir ja eigentlich nur noch sehr wenige sein = es wäre kein Problem, Fundstelleninfos mitzuteilen, da wenige Sammler ja gar nicht so viele interessante Fundstellen bearbeiten können...

- oder aber wir sind doch gar nicht so wenige, dann wiederum sollten auch viel mehr Fundstelleninfos von verschiedenen Seiten zusammenkommen.


--- Ende Zitat ---

Ja, sammelt tun noch viele, aber tun sie es noch mit der nötigen Konsequenz und mit dem nötigen Einsatz? Können sie es überhaupt noch?
Bei abnehmenden bzw. kaum noch vorhandenen Fundmöglichkeiten, nördl. der Weisswurstgrenze, bleibt für viele nur noch das gelegentliche Sammeln im Urlaub, andernfalls sind die Kosten einfach für viele untragbar. Also den Trend, daß eigentlich keiner mehr rausgeht zum Sammeln kann ich zumindest in unserer Region deutlichst beobachten. Das Hauptziel Eifel ist mehr oder weniger zum Lottospiel geworden, mit einer ähnlichen Trefferquote. Da fahren nur noch die ganz Harten hin. Hinzu kommt für viele, daß es nicht jedermanns Sache ist sich heimlich in Brüchen zu bewegen.

Zum zweiten Teil des Zitats gäbe es auch verschiedene Ansichten. Eine will ich hier mal erwähnen. Wenn jemand im Ausland sammelt, bekommt er in der Regel die Tips von Einheimischen. Diese sind dann nicht sehr amüsiert, wenn sie erfahren, daß man nichts eiligeres zu tun hatte, als die Info in Deutschland ins Internet zu stellen. Darauf Rücksicht zu nehmen heist eben weniger Posten.


--- Zitat ---Mittlerweile glaube ich, es liegt wirklich an der Schreibunlust
--- Ende Zitat ---

Das bedingt, daß jemals eine Schreiblust vorhanden war. Diese war und ist nur wenigen gegeben. Und von denen haben viele "dicht gemacht". Aber warum haben sie dicht gemacht? Ich glaube kaum, daß es die Fundstellenraudies waren, sondern in der breiten Masse die fehlende Bereitschaft sich selbst in die Gemeinschaft einzubringen, sei es im Verein durch teilen und mitteilen, oder einfach nur aktivem Teilnehmen. Wer von den ehem. "Schreibern" hatte nicht das Gefühl sich einer Gemeinschaft von "ich lass mich mal bedienen"-Sammlern gegenüber zu stehen.
Und mit Schreibern meine ich nun nicht nur die hier im Forum vertretenen, sondern auch die die in Clubs das Wort führen oder sonstwie aktiv der Sammlergemeinde gegenüber stehen.

Ein anderer Aspekt kommt auch noch zum Tragen: Das Internet in der heutigen Form ist bei den Sammlern noch gar nicht angekommen. Mit angekommen meine ich jetzt nicht daß sie kein Internet haben, sondern daß sie noch nicht begriffen haben, daß das Internet die neue Form des "Vereinslebens" ist. Das geht aber auch nur, wenn man Foren so gestaltet, daß sie dem entsprechen. Also meine Favoriten wären da eindeutig:
a) Nennung des Namens und Wohnortes

b) Nennung der Hauptsammelgebiete in der Fussnote

c) Nutzung der PN ausschließlich für wirklich höchst vertrauliche Sachen. Je mehr Offenheit und Öffentlichkeit vorhanden ist, desto eher wird man als Vertrauenswürdig akzeptiert...mit all seinen Macken und Ecken! Auch herbe Kritik muss man sich öffentlich anhören müssen, wenn man öffentlich Mist gebaut hat!

d) Ein Forum darf kein imaginärer Platz bleiben, Treffen der Forumsmitglieder müssen stattfinden. Daß dies nicht immer von jedem besucht werden kann, ist klar, aber es steigert das Kennenlernen automatisch. Finden solche Treffen erst einmal statt, und hier versammelt sich ja so wie ich es sehe und weis (wer mitliest) durchaus die Spitze deutscher Sammlerschaft. Diese Treffen und der vorher und nachher stattfindende Austausch im Forum ist gleichzeitig Werbung, sich der "neuen Gemeinschaft" anzuschließen. Ich denke, mit der Zeit fallen dann viele Barrieren.

Diese Treffen kann man tadellos als Tauschtreffen organisieren, zumal uns hier im Forum die Möglichkeit zur Verfügung steht, vorher alles Mögliche zu klären. Z.B. könnten über das Forum "Vorbestellungen" ausgetauscht werden, so nach dem Motte: "Sag mal, Du sammelst doch Imsbach, kannst Du davon mal was mitgringen?"
(Imsbach war rein imaginär, könnte auch....heissen). Zudem könnte man sich vorher genauer darüber unterhalten, was man sammelt, wie und was man siucht und zu bieten hat. Schon wäre richtig leben in der Bude, denn eines ist klöar: Wenn es darum geht neues Material zu bekommen, dann kommen alle aus dem Loch.
Für Neueinsteiger böte sich die Möglcihkeit von dem Tisch der gaben reichlich abzubekommen...es sei denn ein Sammler mit 2 jahren "Berufserfahrung" sicht nur die Seltenheiten der seltensten Fundorte.

Ein Nebeneffekt wäre auch der, daß die Leute, die eine Halde reichlich besammelt haben, so ihre "Überschüsse" wieder in den Kreislauf der Sammlerschaft zuführen könnten. Damit wäre auch dem "leerfinden" von Fundstellen die Brisanz geraubt, denn es ist dann kein "Leerfinden" sondern "bergen" von Fundstellen...klassische Sinnverdrehung ;D Ausserdem zeigt sich binne Jahren, wer wirklich an der Gemeinschft teilhaben will und wer nicht. Damit wäre dann die Frage wieviele "echte" Sammler es gibt erledigt.

Noch ein Nebeneffekt: Vom Erlos z.B. durch Platzmiete oder Kuchenverkauf könnte sich der Atlas prima finanzieren.


So, nun möchte ich noch ein wenig zum Thema "Kerngeschäft" "stänkern". Es gibt einige Teile im Kerngeschäft Lexikon, die ich einfach nur genial finde: Da wären zum einen die Mineralmonografien. Diese im Nirvana des Servers verschwinden zu lassen halte ich ehrlich gesagt für sehr unklug. Diese gehören gesammelt in einer Liste in einem deutlichen Button auf die Hauptseite. Auch Fundortmonografiene wie z.B. die über Spanien (fällt mir gerade so ein) sollte dort erreichbar sein. Dann würde es auch für "Schreibwillige" mehr Sinn machen, denn ihre Erzeugnisse wären schnell erreichbar und auch von denen zu lesen, die nicht gerade nach Infos über ein spezielles Mineral oder Gebiet recherchieren.

Ansonsten ist das Lexikon für mich eher nebensächlich, denn wenn es um neue Mineralien geht schaue ich ins MinDat oder in die RRUFF-database. Fundortebeschreibungen erwarte ich in Mindat nicht, aber wenn ich sehe wieviele Fundortphotos da gesammelt werden, was brauche ich mehr: Ein Fundortfoto, eine Mineralliste dazu und eine Landkarte (Google Earth), schon weis ich ob es sich lohnt da mal hin zu fahren.
Das soll jetzt das Lexikon nicht schmälern, es ist neben Mindat das Zweitwichtigste weltweit. Daran kann und muss man weiter arbeiten. Aber wenn der Überbau wegfällt, und das sind die aktiven Sammler, wird es schwer das Lexikon zu halten.

Also ich halte das Forum für einen extrem wichtigen Ort, dem bei Mindat der Photoupload entspricht. Warum hat es soetwas nicht auch hier?

So genug gesabbelt, die Finger glühen!

Glück auf
Ulrich






triassammler:
Hallo!


--- Zitat von: Goldi85 am 21 Jun 09, 15:27 ---Keine Ahnung also, warum sich nur wenige bemühen. In der Zeit des Web 2.0, in der jede Kleinigkeit in Blogs niedergeschrieben wird, stellt das so ziemlich die entgegengesetzte Entwicklung da. Geheimniskrämerei? Nein, würde ich nicht generell als Grund sehen, mal von den empfindlichen Fundstellen abgesehen, was mich eher wundert ist, dass nicht mal von den klassischen Fundstellen (Juchem, Gr. Clara, die Alpen mal als Beispiel- alles "empfindliche" Fundstellen?) berichtet wird. An Zeitmangel wirds auch kaum liegen, ein kurzer Bericht ist schnell geschrieben und dank Digitalkamera ist das Hochladen von Fotos auch eine Sache von Sekunden. Mittlerweile glaube ich, es liegt wirklich an der Schreibunlust  ;)

--- Ende Zitat ---

Schreibunlust (die auch bei mir gelegentlich vorhanden ist) sollte man aber differenziert betrachten: In Blogs wird meist jeder Käse geschrieben, der dem Autor gerade durch die graue Masse oder das Vakuum (je nach Veranlagung) zwischen den Ohren hindurchschießt, das ist mit dem Aufwand für einen Lexikonartikel nicht zu vergleichen. Oft ist es ja nicht damit getan, schnell in 5 Minuten einen Text hinzuwerfen, sondern man möchte schon etwas an Informationen bieten und verwendet entsprechend Zeit darauf - je nach Freizeit kann oder möchte man das nicht jede Woche leisten. Weiters gibt es bestimmt einige, die es sich nicht zutrauen, einen Fundstellenbericht zu verfassen, weil sie ihr eigenes Wissen als zu gering erachten. Aus dem schulischen und universitären Leben bekannt ist auch das Phänomen des "wie fange ich überhaupt an?", was oft dazu führt, dass diese Frage zum zentralen Problem eines geplanten Texts wird. Mancher mag auch Ansprüche an sein Projekt stellen, die er selbst nicht oder nicht schnell genug erfüllen kann, und gibt deswegen schon vorzeitig auf. Hier sollte man sich einfach trauen und beginnen... Die Tatsache, dass noch kein anderer über die jeweilige Fundstelle geschrieben hat, sollte doch zeigen, dass man selbst möglicherweise der beste Kenner der Lokalität ist. Korrekturen und Hinzufügungen durch andere sind ja jederzeit möglich. Das setzt voraus, dass man dies nicht als destruktive Kritik, sondern als Verbesserungsvorschlag auffasst.
Und natürlich gibt es die Einzelfälle, bei denen es einem schon genügt, auch ohne Fundstellenbericht bei jedem Besuch bereits 10 andere Sammler und ein weitgehend in Claims unterteiltes Gelände vorzufinden. Persönlich muss leider auch ich beobachten, dass Fundstellen mit besonders begehrten Funden gelegentlich geradezu heimgesucht werden, und das dazu noch ggf. mit falschem Werkzeug und ohne Kenntnis der Materie. Da landen dann an sich schöne und interessante Funde im Schutt, weil ohne Geduld und mit der falschen Zielsetzung gearbeitet wird. Sicher tut dies nur eine verschwindend geringe Minderheit der Sammlergemeinde (soweit es sich nicht sowieso um kommerziell agierende Personen handelt, auf die der Begriff "Sammler" gar nicht zutrifft), dieser geringe Anteil ist es aber, der die augenfälligsten Spuren im Aufschluss hinterlässt.

Aus all diesen Gründen kann ich es nachvollziehen, wenn nicht jeder einen Fundstellenbericht verfasst. Persönliche Treffen der MA-Mitglieder auf Börsen und im Gelände helfen hier sicher entscheidend, einen Gemeinschaftsgeist herzustellen und die anderen Mitglieder nicht nur als mehr oder weniger anonyme Web-Bürger zu sehen. Auch wird es so leichter, die Minderheit, die Informationen zum Zweck der Fundstellenausbeutung nur konsumiert, abzugrenzen. Letztlich verfasse ich einen Bericht lieber, wenn ich Teile der Leserschaft persönlich kenne und weiss, dass ich ihnen damit eine Freude bereite.

Gruß,
Triassammler

Goldi85:
Hallo,

ja, damit hast du natürlich Recht, man muss differenzieren. Was die MA-Treffen angeht, das wäre natürlich auch mal wieder was. War bisher zweimal auf gemeinsamen Exkursionenvon Mitgliedern, man hat interessante Leute getroffen und es hat Prima geklappt. Sollte man auch mal wieder ins Auge fassen, sobald es die Zeit wieder zulässt.

Gruß  Daniel

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