Gesteine / Rocks / Rocas > Gesteine / Rocks / Rocas
Urgesteine
(1/1)
heli:
Folgender interessanter Artikel ist mir gerade untergekommen:
http://science.orf.at/science/news/156154
Beste Grüße
Helmut
dorian:
Hallo,
Hat man nicht auch in Grönland und Australien ähnlich alte gesteine gefunden?
ciao,
Dorian
Collector:
Hallo
der Autor des ORF-Artikels hat sich wahrscheinlich - da mit der Materie nicht vertraut - mit der Terminologie und den Übersetzungen schwergetan. Soweit aus dem Abstract ersichtlich, wurde hier kein neues "Urgestein" gefunden, sondern Messungen der abnehmenden 142/144-Nd-Werte in einem "nur" 1,48Gyr alten alkalischen Gestein lassen darauf schließen oder "es könnte sein, dass es ein Reservoir von.................etc................geben könnte, welches sich vor 4,2 Gyr bildete. Ich kann aus dem Abstract nicht entnehmen, dass ein Urgestein gleich oder älter als 4,3 Gyr gefunden wurde noch dass man direkt danach gesucht hat.
Zitat:
Here we present measurements of low 142Nd/144Nd values in 1.48-gigayear-(Gyr)-old lithospheric mantle-derived alkaline rocks from the Khariar nepheline syenite complex in southeastern India8. These data suggest that a reservoir that was relatively enriched in incompatible elements formed at least 4.2 Gyr ago and traces of its isotopic signature persisted within the lithospheric root of the Bastar craton until at least 1.48 Gyr ago..
Gruß
collctor
berthold:
Hallo,
der Fund ist schon bemerkenswert. Natürlich sucht man nach sehr alten Gesteinen, aber unser Planet ist ja geologisch sehr aktiv, so dass man Gesteine aus der Anfangszeit bislang noch nicht gefunden hat. Die modernen Isotopen-Verfahren erlauben aber oft auch Protolith-Alter zu ermitteln, auch wenn das Ausgangsgestein stark metamorph (bis hin zur Anatexis) verändert wurde.
Aus der Original-Pressemeldung:
--- Zitat ---Die magmatischen Gesteine stammen aus dem indischen Bundesstaat Orissa. Sie wurden aus Material gebildet, das vor mehr als vier Milliarden Jahren entstanden ist. Vor etwa 1,5 Milliarden Jahren wurde es aufgeschmolzen und bildete die neuen Gesteine im oberen Erdmantel in einer Tiefe von mehr als 40 Kilometern. Durch geologische Bewegungen der Erdkruste und Verwitterungsprozesse gelangten die Gesteine letztendlich an die Erdoberfläche, wo sie von dem münsterschen Forscherteam gefunden wurden."
--- Ende Zitat ---
Die "vorsichtige" Formulierung in der Originalarbeit spricht für die wissenschaftliche Seriosität aber tut der erst zweiten Entdeckung eines so hohen Protolith-Alters keinen Abbruch.
Gruß
Berthold
smoeller:
Hallo,
Gesteine aus dieser Zeit sind als Ganzes meines Wissens nicht mehr erhalten. Die ältesten Spuren sind Zirkone in einem australischen Sandstein (4,35 Ga). Bislang wurden auch nur sehr wenige dieser Körner gefunden und nur die Kerne enthalten dieses Alter. Grund: Kratone unterlagen zumeist seit der Entstehung der Kruste auch zumindest einer Metamorphose oder zumindest der Erosion. "Urgesteine" (Komatiite etc.) finden sich nur an wenigen Stellen der Erde. Doch gerade die basischen Gesteine, die zuerst gebildet wurden, enthalten wenig datierbare Minerale (v.a. Zirkon). Einige hundert Mio. Jahre jüngere Gesteine gibt es auf Grönland und in Kanada.
Glück Auf!
Smoeller
Navigation
[0] Themen-Index
Zur normalen Ansicht wechseln