Fossilien / Fossils / Fósiles > Unbekanntes Erdzeitalter / unknown geological era
Hohlform in Feuerstein
Mechanic:
Hallo Rainer,
Du schreibst von verwitterungs.- bzw geröllschliffbedingtem Abschliff. Ich meine,
der Grund der Hohlform liegt aufgrund der Tiefe vor Abschliff geschützt (siehe Bild).
Generell habe ich mit der Form und der Oberfläche des Steines ein Problem.
Ich habe mir erst vor Kurzem Steine und Bodenproben aus einer Endmoräne auf
Usedom mitgebracht (das nur so am Rande).
Ich kenne also witterungsbedingt.- bzw gerölltransportbedingt abgeschliffene Steine.
Mich würde auch sehr interessieren wie dieser Stein entstanden sein könnte.
Man könnte meinen das gehört nicht in dieses Forum, meiner Ansicht nach wäre
dies aber auch interessant für die Entstehung der Hohlform.
Grüße
Wolfgang
triassammler:
Hallo Wolfgang!
--- Zitat ---Ich meine, der Grund der Hohlform liegt aufgrund der Tiefe vor Abschliff geschützt (siehe Bild).
--- Ende Zitat ---
Geschützter als bspw. die Oberfläche des Steins, aber keinesfalls völlig geschützt. Abschliff durch feinste Partikel findet an jeder freiliegenden Oberfläche statt, nur das Ausmaß kann unterschiedlich sein.
--- Zitat ---Generell habe ich mit der Form und der Oberfläche des Steines ein Problem.
--- Ende Zitat ---
Wo genau liegt Dein Problem? Darin, dass er nicht einem Stein X aus der Endmoräne auf Usedom gleicht?
Die Form ist abhängig von der jeweiligen Art von Verwitterung und Transport, von Dichte und Härte des Gesteins, vom Mikrogefüge, von der ursprünglichen Gestalt des frischen Gesteinsbrockens nach Herauslösung aus dem Anstehenden, diese wiederum von der Klüftung im Herkunftsgebiet, uvm. Zusammen spannen diese Faktoren ein so weites Feld auf, dass quasi jede beliebige Form entstehen kann.
Eine Diskussion darüber gehört durchaus in dieses Forum. Nichtsdestotrotz ist die Hohlform das Negativ eines Seelilienstielglieds bzw. eines Stielabschnitts, und es ist durchaus normal, dass insbesondere Seelilienreste in kalkuntersättigten Gesteinen (was Dein Hornsteinstück ist) der Auflösung anheim fallen und nur einen Hohlraum hinterlassen.
Gruß,
Rainer
Mechanic:
Hallo,
ich habe zwei Fragen.
Wie wird die nicht beschliffene glassigglatte Fläche bei Feuersteinen bezeichnet,
und wie entsteht diese?
Seelilienstielglieder sitzen doch lose aufeinander. Was gibt der Seelilie den
Zusammenhalt?
Grüße
Wolfgang
triassammler:
Hallo Wolfgang!
--- Zitat ---Wie wird die nicht beschliffene glassigglatte Fläche bei Feuersteinen bezeichnet, und wie entsteht diese?
--- Ende Zitat ---
Es gibt bei Flintsteinen die Tendenz zu Brüchen mit makroskopisch glatten Flächen. Entsprechend bezeichnet man diese Fläche schlicht als Bruchfläche. Die Glätte rührt von der mikrokristallin homogenen Struktur des Flints her, die eine weitgehend geradlinige Ausbreitung der Spannung erlaubt.
--- Zitat ---Seelilienstielglieder sitzen doch lose aufeinander. Was gibt der Seelilie den Zusammenhalt?
--- Ende Zitat ---
Seelilienstielglieder sind untereinander durch intercolumnare Ligamente verbunden; weiters verbinden vertikale Ligamente mehrere Stielglieder untereinander. In der Mitte der Stielglieder verläuft ein Zentralkanal, der den eigentlichen Weichkörper der Seelilie enthält. Der Weichkörper einer Seelilie stellt relativ betrachtet nur einen geringen Anteil am Gesamtgewicht und -volumen des Tieres. Die Austrittspunkte der Ligamente auf den Oberflächen der Stielglieder sowie des öfteren der Zentralkanal sind im fossilen Beleg nicht mehr mit bloßem Auge erkennbar, weil sie durch diagenetische Rekristallisation der einzelnen Stielglieder verfüllt wurden. Sie sind allerdings durch polarisationsmikroskopische Verfahren am Körperfossil sichtbar zu machen.
Gruß,
Rainer
Mechanic:
Hallo Rainer,
ich danke Dir für die ausführliche Erläuterung,
diese ist sehr interessant.
Den Stein sehe ich mir noch mal ausführlicher unter dem
Mikroskop an und melde mich wieder unter
"Abdruck in Feuerstein".
Grüße
Wolfgang
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