Ich habe die Messe nun schon etwa 8 bis 9 mal seit 2000 besucht.
Diesmal auch, aber wegen Reisevorbereitungen nur Sonntag nachmittag, sonst bin ich immer alle Tage da.
Ich bin auch nicht begeistert, aber man macht sich das hier zum Teil sehr einfach.
Was die Leute beobachten, die das erste Mal hier waren, ist das Ergebnis eines lang anhaltenden Trends.
Das Mineralien-Angebot schrumpft seit Jahren, ebenso werden die Sonder-Ausstellungen immer weniger besucht. Nur die Wellness-Bereiche wachsen immer mehr und die Gänge werden breiter
Es ist ja nicht so, dass man Mineralienhändler nach Hause schickt.
Diese bleiben weg, weil es sich für sie nicht rechnet.
Das mag an den Standpreisen liegen, die aber dennoch nicht so hoch sind wie in München.
Es gibt nämlich immer noch Stände von Sammlern. Einige Systematiker sehe ich seit 10 Jahren immer wieder. Es ist ein nach meiner Einschätzung schrumpfender Markt und die Hamburger Messe findet sozusagen im Anschluss an alle anderen grossen Messen des Jahres statt, das ist ein ziemlicher Nachteil. Ausserdem ist es vor allem eine Endkunden-Messe, keine Händlermesse, dementsprechend sieht man auch keine spektakuläre Ware.
Wenn man die Schmuck- und Eso-Leute auslädt, wird die Messe davon auch nicht besser und die Mineralienhändler müssen auf die Gelegenheitskäufer auch noch verzichten.
Lokale Spezialitäten darf man in Hamburg einfach nicht erwarten, ausser vielleicht den allseits beliebten Darmstein und Helgoländer Feuerstein. Es ist doch allen klar, dass man lokale Spezialitäten v.a. auf kleinen Börsen findet, nicht auf den grossen.
Ein Freiburger wird sich für schwarzwälder Spezialitäten eher interessieren als ein norddeutscher Sammler (mit der ehrenwerten Ausnahme des Neumünsteraner Schwarzwald-Profis, versteht sich

).
Also sieht man "billige Importware", die optisch die hiesige Ware im allgemeinen aussticht und das weihnachtliche Publikum anspricht.
Auch davon übrigens immer weniger: Das Angebot war dieses Jahr tatsächlich sehr dünn - auch bei den Chinesen und Indern - früher gab's von denen immer je 10 Stände. Nur die Marokkaner halten sich hartnäckig.
Vermisst habe ich auch die früher zahlreich vertretenen Italiener, Tschechen, Polen, Norweger, Russen etc. die immer ein paar nette Spezialitäten auf Lager haben. Aber Benzin ist auch in diesen Ländern teuer geworden.
Für die Schmuckleute und Verkäufer von grossen Bergkristallgruppen ist der Standort interessant, weil die Hamburger relativ reich sind (ich hatte darüber mal ein interessantes Gespräch mit einem Berliner Edelsteinhändler im Anschluss an die Münchner Börse).
Letztes Jahr war die Händlerstimmung insgesamt sehr schlecht (die Mineralienhändler finden es übrigens meist doof, wenn die Konkurrenz ausbleibt), dieses Jahr war ich zu kurz da, um mir ein Urteil zu erlauben, ich habe nur von einigen gehört, dass sie ganz zufrieden waren, andere hatten wohl mit Schlimmerem gerechnet.
Dennoch kann man immer noch Interessantes zu guten Preisen finden, wenn man sich geduldig umkuckt.
Wie von einigen schon geschrieben, vor allem, wenn man erst anfängt mit dem Sammeln. Z.B. einen 1A Schaumburger, wie ich ihn z.B. auf der lokalen Börse in Lauenburg noch nicht gesehen habe.
Ich habe mir ein paar deutsche Achate für einen kanadischen Sammler gesucht und gefunden, für die er da drüben bestimmt Unsummen bezahlen müsste.
Amir