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Stinkspat

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Krizu:
Korrekt, nicht jeder dunkle Spat ist ein Stinkspat.

Aber ein paar Dönkes zu den Alten:
Lichtes Rotgüldigerz war der Verdacht auf Gold und die Zinkblende hiess Blende weil sie kein Metall enthielt und der Kobalt und das Nickel ;-) Sag mal zu den falschen Leuten, die seien ein Nickel...

Was hat sich davon bewahrheitet?

MfG

Frank


Stefan:
Ist diese Diskussion erledigt?
Besten Gruß
Stefan

berthold:
Hallo,

der Stinkspat ist aktuell immer noch bzw. wieder Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen. Es geht genau um die Fragen die wir hier erörtert haben.

Zur Fragestellung zu den Ca-Nanopartikeln konnte ich Interesse bei Prof. Dr. Abart (Wien) wecken, Dr. Kraus (Dozent und Leiter der Arbeitsgruppe Fluorchemie an der TU München) will das freie Fluor im Stinkspat untersuchen. Prof. Dr. Kaupp (Oldenburg) hat bei mir Stinkspat-Proben mitgenommen, er will mittels AFM-Mikroskopie den radioaktiv bedingten Veränderungen nachgehen. 

@Jens

--- Zitat ---Meiner Meinung nach ,seid Ihr alle etwas zu wissenschaftlich angehaucht.
--- Ende Zitat ---
kann sein, tut aber nicht weh. 8) Aber Spaß beiseite: Ich denke, das Forum bietet schon auch Raum für Diskussionen mit Tiefgang. Ich finde es eben schade dass die Fragestellung nach den Ursachen von Frabe und Geruch vom Stinkspat bislang nicht zweifelsfrei geklärt ist. 


--- Zitat ---Der Stinkspat hat seinen Namen bekommen durch die alten Bergleute.
--- Ende Zitat ---
Die Bergleute bezeichneten zunächst alles "stinkende" als "Stinkstein" 1). Die Bezeichnung "Stinkspat" wurde 1814 von Prof. Petzl für "spätigen Stinkstein" eingeführt. Das war allerdings kein Fluorit sondern "stinkender" Calcit. Der Fluorit-Stinkspat wurde zunächst oft nur als Stinkstein oder "stinkender Flußspat" bezeichnet bis 1861 Schönbein den Namen Antozonit vorschlägt: "Wie mir scheint, dürfte es passend sein, den Antozon-haltigen von dem gewöhnlichen Flussspathe durch einen eigenen Namen zu unterscheiden, was füglich durch das Wort Antozonit geschehen könnte" 2). Nachdem sich aber Schönbeins "Antozon"-Theorie nicht bewahrheitet hat ging die Verwendung des Namens "Antozonit" zugunsten von "Stinkspat" (in deutschen Sprachgebrauch stark) zurück. 


--- Zitat ---Nicht jeder dunkel gefärbte Fluorit ist Stinkspat.
--- Ende Zitat ---
Ja, genau das ist aber das Problem. Für eine Definition braucht man Fakten und Daten. Die Wahrnehmungsgrenze von Fluorwasserstoff (wenn er als Folgeprodukt von F2 für den Geruch verantwortlich ist) liegt -individuell verschieden- mit 0.1-0.2 mg pro Kubikmeter Luft sehr niedrig. Ähnlich -aber mit größerer Schwankungsbreite- ist es für F2 selbst. Es kann durchaus sein dass eine Testperson den Geruch deutlich empfindet, eine andere Person aber nichts wahrnimmt. Für eine griffige Definition ist also "stinken" etwas zu schwammig. Eine mineralogische Definition von Stinkspat ist in 3) gegeben.


Gruß
Berthold

1) HAUSMANN, J. F.L. (1847): Handbuch der Mineralogie, S. 1441

2) SCHÖNBEIN, C. F. (1861): Beiträge zur näheren Kenntniss des Sauerstoffes. Sitzungsberichte der Königl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Sitzung der math.- phys. Classe vom 12. Januar 1861, Band 1, München, S. 22-43

3) DILL, H.G., WEBER, B. (2010) Accessory minerals associated with and included in fluorite and their implication concerning the environment of formation in the Wölsendorf fluorite district, SE Germany –With special reference to fetid fluorite (“Stinkspat”). Ore Geology Reviews - 37: Issue 2, S. 65-86.

Uran:
Entscheident ist, das er stinkt und das gewaltig. Auserdem gibt es den im Erzgebirge in fast allen Revieren.

Krizu:
Hallo,

mit den Antworten ist doch alles gesagt!
Wir sind zu wissenschaftlich und der Stinkspat stinkt und kommt im Erzgebierge vor.

Von meiner Seite aus ist die Diskussion erledigt. Ich widme mich anderen Baustellen.

Frank

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