Hallo Johannes!
Die Schale fossiler Seeigel besteht aus Calcit, und zwar aus sogenannten Pseudo-Einkristallen. Dies gilt ganz allgemein für alle fossilen Stachelhäuter und alle ihre Skelettelemente.
Ein Stachelhäuterskelett besteht beim lebenden Tier aus einzelnen Calcitplatten mit einer gitterartigen Struktur (wegen Gewichtseinsparung, Erhöhung der Stabilität, Raum für Blutgefäße und Nervenbahnen), von denen jede einzelne als Einkristall produziert wird. Bei der Fossilisierung von Echinodermen dient ein solcher Einkristall als Keim für weitere Calcitabscheidung in den Hohlräumen der Gitterstruktur. Das Wachstum des Calcitzements richtet sich dabei nach der kristallographischen Orientierung des vom Tier erzeugten Einkristalls und bildet mit diesem einen kompakten Kristall - in dem jedoch unter dem Mikroskop oft die ursprüngliche Skelettinnenstruktur noch zu erkennen ist. Es handelt sich also strenggenommen um zwei Kristallgenerationen, wobei die spätere die Fehlstellen der ersten Generation ausfüllt. Daher der Begriff "Pseudo-Einkristall".
Selten gibt es auch Fälle, in denen Skelettelemente von Echinodermen verkieselt vorliegen. Diese Erhaltungsform ist aber an spezielle diagenetische Bedingungen geknüpft.
Gruß,
Rainer