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Einschlagskrater vor Indien gefunden

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heli:
Da hat sich wohl ein Rechenfehler eingeschlichen.
40 km Durchmesser im Verhältnis zu 25 km ergibt eine rd. 2,6 x so große Fläche.

triassammler:
Hallo heli,

ich muss mich selber (aber an anderer Stelle) korrigieren: In dem Artikel wurde ein Kraterdurchmesser von ca. 500 km angegeben. Ich war gestern etwas verpennt und habe das als 40-fachen Durchmesser des Rieskraters (25 km) angegeben. Natürlich ist es "nur" das 20-fache. Diesen billigen Kopfrechenfehler bitte ich zu entschuldigen.
Die beim Einschlag freigesetzte Energie beträgt bei diesem Megaimpakt das 20^2-fache des Riesimpakts, war also 400 mal (und nicht 1600 mal, wie gestern vorgerechnet) so stark.

In Deiner Berechnung setzt Du den vermuteten Durchmesser des indischen Einschlagkörpers (40 km) in Beziehung zum Durchmesser des Rieskraters (25 km) - diese beiden Werte haben ja miteinander nichts zu tun, Deine Berechnung trifft daher ebenfalls nicht zu.

Gruß,
Rainer

joachimotto:
Vielen Dank für diese ausführliche Erklärung!
Sowas kann man sich einfach nicht vorstellen! Naja, ich hätte schon gedacht, das ein Brocken von so einer Grösse die Erdkruste einfach durchschlägt, aber die Kruste ist ja nicht wie eine Eisschicht auf einem See, sondern wird ja nach unten hin immer plastischer oder zäher. Aber das die kinetische Energie hauptsächlich nach oben und zur Seite geht leuchtet mir nicht ein, denn sie müsste doch in Richtung des Impaktes gehen, also nach unten.
Nee, es ist einfach unmöglich sich vorzustellen wie ein VIRZIG KILOMETER grosser Brocken mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf die Erde knallt.

triassammler:
Hallo Joachim!


--- Zitat von: joachimotto am 29 Oct 09, 19:42 ---Aber das die kinetische Energie hauptsächlich nach oben und zur Seite geht leuchtet mir nicht ein, denn sie müsste doch in Richtung des Impaktes gehen, also nach unten.
--- Ende Zitat ---

Die Energie hat keinen bestimmten Richtungsvektor. In dem Augenblick, wo der Asteroid verdampft, entsteht eine kugelförmige Druckwelle, die sich allseitig gleichmäßig vom Explosionspunkt auszubreiten versucht. Der Bewegungsvektor des Asteroiden spielt da keine Rolle mehr. Zu diesem Zeitpunkt ist der Asteroid wie gesagt ein paar wenige km (3, 4 km) in die Kruste eingedrungen. Über ihm befindet sich gar kein Gestein mehr, seitlich ist es bereits stark zerrüttet. Hier hat die Schockwelle einen wesentlich größeren Effekt beim Auswurf von zerrüttetem Material. Unterhalb des Explosionspunkts steht noch mehr oder weniger massive Kruste an, für deren Zerrüttung erst noch Energie aufgebracht werden muss. Die Energie der Schockwelle wird hier rascher verzehrt. und teilweise nach oben reflektiert, wo sie nur noch wenig Schaden anrichten kann. Außerdem verhindert die Schockwelle durch ihren gerichteten Druck selbst, dass viel Material von hier nach oben ausgeworfen wird. Weiterhin setzt schon, noch während die Schockwelle sich in die Tiefe fortpflanzt, das Abrutschen der primären Kraterrandwände und der Rückfall von Auswurfmaterial ein und verfüllt den Krater damit schon wieder.


--- Zitat ---Nee, es ist einfach unmöglich sich vorzustellen wie ein VIRZIG KILOMETER grosser Brocken mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf die Erde knallt.
--- Ende Zitat ---
Naja, als Zuschauer in der ersten Reihe möchte ich bei so einem Spektakel nicht dabei sein. Und auch nicht exakt auf der anderen Seite der Erdkugel (da sich dort die Schockwellen des Impakts nach ihrem Durchlauf wieder fokussieren und beträchtliche Erdbeben auslösen können). Die Überlegung ist aber eher theoretisch: Wenn so ein Brocken in über 100 km Höhe beim Eindringen in die  Erdatmosphäre aufzuleuchten beginnt und dadurch sichtbar wird, hat man gerade noch ein paar Sekunden Zeit, bevor er auf den Boden knallt  ;D Irgendwelche Vorwarnzeiten sind da illusorisch.

Es ist ja auch bei weitem nicht der einzige Riesenbrocken, der in der Erdgeschichte runtergekommen ist...

Gruß,
Rainer

cmd.powell:

--- Zitat von: triassammler am 29 Oct 09, 20:29 ---Es ist ja auch bei weitem nicht der einzige Riesenbrocken, der in der Erdgeschichte runtergekommen ist...

--- Ende Zitat ---

Genau ! Man denke da mal an den Krümel, dessen Einschlag wir wahrscheinlich den Mond zu verdanken haben. Der hatte etwa die Größe des Mars (ca. 6000 km Durchmesser) und dürfte wohl auch die Erdkruste durchschlagen haben - sofern es die "damals" überhaupt schon gab...

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