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Was fällt euch zu dieser Geologischen Schicht ein??

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traubensaft:
Hallo,
ich habe einen geologischen Aufschluss fotografiert und würde gerne wissen, was hier die Besonderheiten ist.
Einiges habe ich schon herausgefunden: Aufschluss Entringen (Reutlingen). Mittlerer Keuper, Gipskeuper-Formation. Der Aufschluss zeigt den Übergang zu den dunkelroten Mergeln.
Wie kommt hier die Wellenform zustande?
Höhlenbildung durch auflösen des Gipses?
Wer kennt den Aufschluss vor Ort und kann mir noch schöne Besonderheiten mitteilen?

Ich freue mich über jede Hilfe und bin schon auf die Antowrten gespannt.

gruß
Benjamin

triassammler:
Hallo Benjamin,

die Schichtverbiegungen kommen durch ungleichmäßige Senkung des Liegenden aufgrund von Subrosion (unterirdische Erosion, im konkreten Fall Gipsauslaugung durch Grundwasser) zustande. Daher auch die Höhlen...

Achte in dem Steinbruch mal auf kleinteilige, vertikale zeltartige Aufwölbungen in dünn geschichteten Gipsabfolgen, sog. tepee structures (jep, wie das Indianerzelt, aus gutem Grund). Sowas entsteht, wenn zuerst eine Wasseransammlung eindampft und eine von Trockenrissen durchzogene Gipsebene zurücklässt; in der Folge steigt Grundwasser kapillar bevorzugt an den Rändern dieser Trockenplatten auf und scheidet dort weiteren Gips ab, was die Ränder nach oben drückt. Im Querschnitt sieht das dann zeltartig aus.

Ansonsten treten über der Gipsfolge unter salinaren Bedingungen gebildete Tone, Mergel und geringmächtige Karbonatbänke auf. Sie sind fossilfrei (bis auf ggf. winzige Muschelkrebse). In der wiederholten Abfolge zeigen sich sog. stratigraphische Sequenzen, die jeweils mit einem Meeresvorstoß beginnen (Karbonatbank) und über die allmähliche Verflachung (Mergel) bis zur weitgehenden Verlandung (Ton, Silt aus Flusssystemen) gehen. Danach beginnt das Spiel von neuem, wobei nach oben hin jeweils die Karbonatbänke immer geringmächtiger werden (sog. regressiver Großzyklus), was schließlich in die endgültig festländisch geprägte Sedimentation (Sandsteine und Schwemmebenen-Tone) des höheren Keupers mündet.

Ähnliche Abfolgen lassen sich im Gips beobachten; an der Basis zuerst massig (Eindampfung großer Mengen von Meerwasser), danach plattiger werdend (gelegentliches Trockenfallen, Bildung von Trockenrissen und -platten, tepee structures) und schließlich stark verunreinigt mit dünnen Tonlagen alternierend (die Trockenphasen dominieren, Sedimente werden vom Festland eingeschwemmt und -geweht). Mit dem nächsten Transgressionszyklus geht es wieder von vorne los.

Viel Spaß damit!  :D
Rainer

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