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Autor Thema: unvorstellbare Naturgewalt  (Gelesen 13475 mal)

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Offline Hg

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unvorstellbare Naturgewalt
« am: 29 Nov 09, 01:06 »
Heute bin ich beim Lesen in einem Buch (Chemie-Rekorde; Menschen, Märkte, Moleküle) auf einen sehr faszinierenden, wenn auch erschreckenden Artikel gestoßen. Die Natur mit ihren Gewalten und Kräften zeigt doch immer wieder, wie klein und machtlos der Mensch doch sein kann.

Zitat
Am 21. August 1986 kam es durch den plötzlichen Ausstoß einer gewaltigen CO2-Gaswolke aus dem Kratersee Nyos in Kamerun zum Tod von über 1700 Menschen und mehr als 3000 Stück Vieh, die sich in einem Radius von bis zu 10 km vom Krater befanden. Das Gas hatte sich über Jahrtausende im Magma unter dem See gebildet und sein Wasser vollständig gesättigt, vermutlich sogar übersättigt. In dieser instabilen Situation kam es durch einen heute nicht mehr genau feststellbaren Auslöser zu einer schnellen, eruptiven Gasfreisetzung aus dem Wasser, die nur etwa 15 bis 20 Sekunden dauerte. Es wird geschätzt, dass dabei insgesamt 1,2 km³ (!!!) CO2 austraten die sich wegen der höheren Dichte im Vergleich zur Luft rasch auf die topographisch niedriger gelegenen Gegenden um den See verteilten und dort zum tragischen Erstickungstod führten

G. W. Kling, M. A. Clark, H. R. Compton, J. D. Devine, W. C. Evans, A. M. Humphrey, E. J. Koenigsberg, J. P. Lockwood, M. L. Tuttle, G. N. Wagner, Science   1987, 236, 169 - 175

Einfach nur unglaublich, oder?
Gruß,
Andreas

Offline Hans-Joachim

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #1 am: 29 Nov 09, 08:13 »
guten Morgen

Ich glaube die Natur hält noch ein paar nette Überraschungen für die Blüte der Schöpfung (Mensch)
bereit lassen wir uns Überraschen. ist nicht böse gemeint nur sarkastisch .

Gruß Achim

Offline giantcrystal

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #2 am: 29 Nov 09, 11:20 »
Ja, das denke ich auch

Wir haben das große Glück, in einer geologisch relativ "moderaten" Zeit zu leben. Wenn ich mir historische Vulkanausbrüche wie die Lakispalte in Island oder den Tambora anschauen - alles noch nicht so lange her - dann können wir uns wirklich glücklich schätzen.

Von Metoriteneinschlägen wie dem Rieskrater, großräumigen Flutbasalten und Eiszeiten einmal ganz abgesehen.

Und vor diesem Hintergrund stellt sich der Mensch hin und behauptet, er wolle den Klimawandel verhindern...Hybris pur !

Ein nachdenkliches Glück Auf

Thomas

Offline Krizu

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #3 am: 29 Nov 09, 11:38 »
Hallo,

meines Wissens wurde jetzt ein Rohr als Springbrunnen eingesetzt.
Damit soll nach und nach das CO2 ausgetrieben werden.

BTW: Es gibt auch H2S gesättigte Tiefenwässer in Seen. Da möchte ich nciht in der Nähe sein, wenn der See pupst. H2S ist giftig, CO2 "nur" erstickend.

Mfg

Frank

Offline smoeller

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #4 am: 29 Nov 09, 12:18 »
Hallo,

Da gab es auch mal eine Dokumentation drüber. Gefährlicher ist der Kiwo-See (oder Kiwa-See) im Kongo. Da ist auch Methan drin. Da möchte ich auch nicht daneben stehen, zumal in der Nähe die Virunga-Vulkane sind. Wenn da Lava reinläuft, das Methan an die Oberfläche treibt und entzündet....

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #5 am: 29 Nov 09, 12:22 »
Zum Glück ist die Löslichkeit von Methan deutlich schlechter als die der polaren Moleküle.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kiwusee
sollte es wohl sein.

MfG

Frank

Offline uwe

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #6 am: 29 Nov 09, 17:40 »
Man muß gar nicht aus Europa raus, um derartige Kohlendioxydfallen zu finden. Es gab da mal einen Bericht im TV über einige Bäche in Italien, in deren Senken bei Windstille nicht nur die Jagdhunde sondern auch die Jäger durch ausströmendes Gas erstickt sind.

Uwe

Offline Hg

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #7 am: 29 Nov 09, 17:53 »
Hallo Uwe,
in Italien gibt es die sogenannte "Hundsgrotte"
http://de.wikipedia.org/wiki/Hundsgrotte

Mich hat an dem anfangs beschriebenen Beispiel schon alleine die Dimension von freigesetztem CO2 / Zeit verblüfft.
Gruß,
Andreas

Offline Krizu

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Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #8 am: 29 Nov 09, 19:06 »
Hi,

ich will ja jetzt keine Panik verbreiten (ala Privatsender-Film "Vulkan") aber seit meinem ersten Besuch am Laacher See vor ca 5 Jahren bis heute ist die CO2-Produktion eher gestiegen. OK, heute kenne ich die Stellen, aber das Blubbern ist krass.

Mfg

Frank

Offline Jochen1Knochen

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  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Antw:unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #9 am: 06 Sep 10, 18:00 »
Hallo,

Da gab es auch mal eine Dokumentation drüber. Gefährlicher ist der Kiwo-See (oder Kiwa-See) im Kongo. Da ist auch Methan drin. Da möchte ich auch nicht daneben stehen, zumal in der Nähe die Virunga-Vulkane sind. Wenn da Lava reinläuft, das Methan an die Oberfläche treibt und entzündet....

Glück Auf!
Smoeller
Wird jetzt zur Energiegewinnung genutzt um den Druck des Methans zu verringern
Gruß Jens

Offline fassi

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #10 am: 06 Sep 10, 20:52 »
Die geschichte vom Laacher See wird oft belächelt.-
aber die Tatsache ist nun mal so.-
als Panik verbreiten würde ich das nicht bezeichnen - eher vieleicht als erinnerung das man nicht erst nach Italien muss -
Übrigens gab es da auch mal ne sehr intressante Doku über den Laacher See . die wissenschaft ( oder besser einige intressierte wissenschaftler ) beschäftigen sich schon lange damit , auch wird dort wohl vom baden abgeraten !!
und das ist kein Fernseh-Film  ;)

Offline Krizu

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #11 am: 06 Sep 10, 21:06 »
Hallo,

nein, ganz so meines Wissens nicht: Im Bereich der Ufer/Schilfgürtel ist das Baden wegen des Naturschutzes und der Böschung imho nicht gestattet, wird aber ignoriert ;-)

Im Bereich des Bootsanlegers ist das Tauchen wegen Munitionsreste bzw. eines Bombers/Jagdflugzeugs verboten, imho.

Mfg

Frank


Offline fassi

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #12 am: 06 Sep 10, 21:20 »
Ok - das kann natürlich auch sein .- also wegen der Munitionsreste  etc.-
Mich hat diese doku intressiert - war sehr intressant .
vieleicht kann sich ja jemand daran erinnern - der es auch gesehen hat .
auf alle Fälle wurde die CO2 Konzentration als sehr hoch bezeichnet  das erkennt man auch am wachstum von den wasserpflanzen .
zuviel dieser  gelösten Gase lassen algen sehr gut und schnell wachsen - wobei andere Pflanzen zugrunde gehen .
das kann jeder bezeugen der ein aquarium hat ,und schon einmal die Vor-und Nachteile einer CO2 Düngeanlage probiert hat .-
auch führt das wiederum zu einer Änderung des Ph-Wertes - welches dann auch Fischen etc.- das Leben schwerer machen kann -
soweit ist es allerdings dort noch nicht  :)

Aber sicher ist dort noch deutlich aktivität zu merken .
Ich glaube es war von der Einstufung  " mäßig Aktiv " die Rede

Offline Krizu

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #13 am: 06 Sep 10, 21:49 »
Hallo,

auch hier gilt das Minimumprinzip nach Liebig ;-) Aber Algen habe ich nicht gesehen :-) Aber die Anreicherung im Flachbereich ist durch den Wellengang minimiert. Im Aquarium wird deshalb auf die Oberflächenbewegung verzichtet, wenn CO2 nicht ausgetrieben werden soll.

Die Änderung des pH-Werts ist auch direkt an den kH-Wert gekoppelt. Bevor Fische nicht mehr wegen des pH-Wertes "papp" sagen können, sind sie in der Regel durch CO2 vergiftet. Ausnahme ist da das Weichwasser.

Die Algen sidn in der Regel eher die Phosphate. Und ich weiss nicht, wann die Campingplätze an die Kanalisation angeschlossen wurden ;-) ...

MfG

Frank

Offline triassammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #14 am: 06 Sep 10, 21:57 »
Hallo!

Wenn wir schon beim Laacher See sind: Wie dort schön zu sehen ist, ist der Vulkan nicht erloschen, sondern schläft nur. Wenn man die Dimensionen des Maars und die bei der letzten Eruption ausgestoßenen Materialmengen denkt, kann man sich schon mal auf den nächsten Ausbruch "freuen" - er wird sicherlich spektakulär...

Gruß,
Rainer

 

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