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Stempel RF in Schmuckstücken

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Anatas:
Hallo Birgit,

die Information das es sich um ein "antikes Stück" handelt hast Du uns aber bei Deiner ersten Anfrage vorenthalten.  :-)

Also wenn das Stück antik ist und mit 585/--- gestempelt ist, gehe ich davon aus das es sich bei den Steine um Diamanten
handelt (Brillant-Altschliff),

Grund:

so alt ist die Technik gute synthethische Edelsteine für Schmuck herzustellen nun auch wieder nicht .
wenn kein Diamant, dann geschliffener Bergkristall - dieser erscheint aber wohl zu minderwertig für 585/---

In den Anfangszeiten der syn. Edelsteine (saisonale, modisches Accessoire) wurden diese fast ausschließlich
mit 333/--- Gold verarbeitet; erst als diese (Zirkonia) sich etabliert hatten verwendete man auch immer öfter 585/---

leider weiß ich nicht ab wann man die ct.-Zahl der Dia in den Schmuck stempelte; kann mir aber denken dass man
dass erst neuerdings macht (heutzutage wird geprotzt), die ct.-Zahl selber sagt ja gar nicht so viel aus, nur in Verbund
mit Reinheit, Farbe und Schliff ( C C C ).  Wert für Perlen schließe ich aus.

RF werden wohl die Initialen des Goldschmiedes sein.
(evtl. auch Robert Flume in Berlin ab 1900 - hat mit Jugendstilschmuck angefangen und auch RF gestempelt)

Beste Grüße    Gerhard



Gerdchen:
Hallo Birgit,

wenn nur der Stempel 585 eingeschlagen ist, bedeudet dies natürlich nicht, dass die Steine unecht sind. Dieser Stempel ist der Feingehaltsstempel und bedeudet, dass es sich um eine Goldlegierung mit einem Goldanteil von 585 Teilen handelt.
Es ist keine Pflicht zu stempel, wenn aber gestempelt wird, darf es nur zu geringen Abweichungen kommen. Das Stempelgesetz ist übrigens am 01.01.1888 in kraft getreten.
Caratstempel für Diamanten werden eigentlich nur bei großen Steinen eingeschlagen. Wenn also kein Caratstempel vorhanden ist kann der Stein durchaus echt sein.
Auch wenn es sich um einen Ring aus der Jugendsilzeit handelt könnte eine Immitation eingefasst sein. Eine Diamantsynthese ist es definitiv nicht, da Diamantsynthesen für größere Diamanten erst seit ca. 1954 (genaueres müsste ich nachschauen) möglich sind.
Allerdings, wie schon gesagt, könnte es sich um eine Imitation (Glas, Bergkristall, farbloser Safir usw.) handeln.
Für Perlen gibt es keinen Stempel.
Bei RF handelt es sich sicher um einen Firmenstempel. Die Firma herauszufinden ist schwierig, da sich jeder einen Stempel herstellen kann/konnte. Ich glaube es gibt sogar ein Buch über Firmenstempel.
Beim Schliff kann es sich nur um einen Diamant Altschliff und nicht um einen Brillant-Altschliff handeln. Der Brillantschliff ist seit je her festgelegt. Er besteht aus 56 Facetten, einer Tafel und einer Kalette. Auch die Winkel der Facetten sind genau festgelegt.
Um hundertprozentig festzustellen ob es sich um einen echten Diamanten handelt, müsstest du zu einem Speziallisten gehen.
Schönen Gruß
Gerdchen

Krizu:
Hallo,

synthetische Kristalle gibt es etwa ab 1880 (Herr Verneuill mit seinen Saphiren), aber auch Rutil, vielleicht als Imitation?!
Scheinbar gab es in der Zeit auch eine Veröffentlichung über die Synthese von Diamanten aus der Metallschmelze,
wobei das Verfahren nicht verifizierbar war, die ersten Diamanten waren meines Wissens von GE, ca 1954-1955 wie Gerd schon richtig sagte. Siehe dazu auch:
http://www.hsz-t.ch/publikationen/jusnews/archiv/jusnews_02/PrintVersion

Aber Diamanten sind meines Wissens leicht über die Wärmeleitfähigkeit von besser ausgerüsteten Juwelieren zu bestimmen.

Mfg

Frank

TobiasBrehm:
Hallo,

auch eine UV-Lampe kann Aufschluss über die Echtheit eines Steines geben (dabei sind beide Tests hilfreich: Kurzwelle und seperat Langwelle).

Mit einem richtig guten Mikroskop kann man auch auf Einschlusssuche gehen. Dabei sind die Unterschiede zwischen echten Steinen und Synthesen recht "deutlich".

Weitere Hilfsmittel und Anzeichen sind Verdopplungseffekt (durch Lupe oder Mikroskop erkennbar), Polarisationsfilter (Test auf Pleochroismus), Toluol (n=1.49) und Chelsea-Filter. Leider sind das alles nicht wirklich Dinge, die Jedermann daheim hat....

Ich hab' in den meisten Fällen durch UV-Lampe, Farbe des Steines, Einschlüsse und dessen Brechungsindex eine grobe Bestimmung vornehmen können. Aber wie gesagt, die benötigten Hilfsmittel hat nicht jeder daheim.

So mancher Juwelier hat sich jedoch auf diesem Gebiet weitergebildet. Ich würde einfach mal dort anfragen. Juweliere können für die Edelsteinbestimmung spezielle Schulungen besuchen...

@ Krizu: generell kann man sagen: wenn man den Stein an die Stirn hält und er ist sehr warm (sollte davor halt nicht irgendwie schon in der Hand gehalten werden oder an der Heizung liegen ;) ), dann ist es höchstwahrscheinlich Glas. Sehr kalte Steine sind evtl. Synthesen.
Es gibt dazu, wie Du richtig geschrieben hast auch Geräte (bei Juwelieren), die das testen. Des weiteren gibt es Geräte, die die elektrische Leitfähigkeit messen (http://www.diamanttester.com/moissanitetester.html) und somit auch auf eventuellen Moissanit testen.

Gruß,
Tobias

Krizu:

--- Zitat von: TobiasBrehm am 12 Jan 10, 22:04 ---
Mit einem richtig guten Mikroskop kann man auch auf Einschlusssuche gehen. Dabei sind die Unterschiede zwischen echten Steinen und Synthesen recht "deutlich".

Weitere Hilfsmittel und Anzeichen sind Verdopplungseffekt (durch Lupe oder Mikroskop erkennbar), Polarisationsfilter (Test auf Pleochroismus), Toluol (n=1.49) und Chelsea-Filter. Leider sind das alles nicht wirklich Dinge, die Jedermann daheim hat....

@ Krizu: generell kann man sagen: wenn man den Stein an die Stirn hält und er ist sehr warm (sollte davor halt nicht irgendwie schon in der Hand gehalten werden oder an der Heizung liegen ;) ), dann ist es höchstwahrscheinlich Glas. Sehr kalte Steine sind evtl. Synthesen.

--- Ende Zitat ---

Hallo,

Wachstumsstreifen, Einschlüse oder Phantome sind auch immer hilfreich.
Zum UV: Diamanten floureszieren!
Zum Thema Doppelbrechung: Glas und Diamant sind optisch einachsig
Zum Thema Wärmeleitfähifkeit:  Diamant hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit.

Also einen synthetischen Rubin von einem natürlichen zu unterscheiden geht imho nur per Einschlussanalyse oder Wachstumsstreifen.
Der synthetische Diamant ist meines Wisseb nur per EDX (Ni uns andere Metalle)  und Floureszenz-Analytik von Naturdiamanten zu unterscheiden.

MfG

Frank

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