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Autor Thema: Klassifizierung von Zeolith-Endgliedern deutscher Fundorte  (Gelesen 6267 mal)

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Offline raritätenjäger

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Hallo,

mal eine Frage zu Zeolithen deutscher Fundorte. Zu vielen Lokalitionen sind ja nach allerlei Analysen mittlerweile die vorkommenden Endglieder bekannt (Faujasit-Mg von Sasbach u.a.). Nun liegen in meiner Sammlung noch einige Stücke, die noch nicht korrekt bezeichnet sind. Mir ist natürlich durchaus bewusst, dass ich die Stufen nicht nach Ansehen einfach zuordnen kann. Aber vielleicht sind ja von den Lokationen schon Analysen bekannt, so dass sich sagen lässt, Stilbit von Fundort X kann definitiv nur Stilbit-Ca sein usw. Es würde sich um folgende Fundorte handeln:

Chabasit: Henneberg/Thüringen; Hammerunterwiesenthal/Erzgebirge, Milseburg/Rhön; Graulai und Bellerberg/Eifel; Stbr. Giro, Mannbühl/Pfalz; Freisen/Pfalz; Stbr. Schaan, Baumholder/Pfalz; Höwenegg/Hegau; Zeilberg, Maroldsweisach/Bayern.
Dachiardit: Zeilberg/Bayern. Ist mir als -Ca und -Na begegnet, was stimmt? Kommen beide vor?
Erionit: Sasbach/Kaiserstuhl; Langd, Ortenberg und Gedern/Vogelsberg.
Ferrierit: Reichweiler/Pfalz.
Gmelinit: Zeilberg/ Bayern. Gesehen als -K und -Na (s. Dachiardit).
Heulandit: Vorkommen um Zwickau (Friedrichsgrün, Vielau); Schacht Emilie, Bülten/Niedersachsen; Bad Harzburg/Harz; Samson, Andreasberg/Harz.
Klinoptilolith: Zeilberg/Bayern.
Phillipsit: Hammerunterweisenthal/Erzgebirge.
Stilbit: Suhl/Thüringen; Gelbe Birke/Erzgebirge; Samson/Harz; Bad Harzburg/Harz; Stbr. Zufuhrt/Fichtelgebirge; Tittling/Bayern.

Ich weiß auch, was die häufigsten Endglieder sind, daher sind Hinweise wie "Stilbit-Ca ist allgemein am verbreitetsten, also nehme ich an, er liegt auch an Fundort X vor" gut gemeint, helfen mir aber nicht konkret weiter;-)

Gruß
Andreas

Offline thüringer

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Hallo.
Ich muss da umbedingt auch mal mein Senf dazugeben:
Lokation: Suhl / Th.Wald Fundort von - Stilbit iss klar  und - Heulandit , weingelbe xx und orangfarbene Chabasit - pseudowürfelig.
                   Hirschbach / Th.Wald Fundort von Harmotom -vierlingen
                   Stbr. Nesselgrund bei Schnellbach /Schmalkalden Fundort von Analcim , Natrolith, Harmotom und Apophyllit
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
Gruss thüringer

Offline ZEO

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Hallo,

zu Sasbach und Faujasit-Mg möchte ich ergänzen, dass die wenigsten Faujasit-Stufen von dort Faujasit-Mg aufweisen. Meistens, wenn man die Zahl der publizierten Analysen als Maß nimmt, handelt es sich um Faujasit-Na.

Zu den anderen Fundorten kann ich auswendig nichts sagen. Wenn meine Unterlagen was hergeben, melde ich mich nochmal.

Gruß
Jürgen

Offline raritätenjäger

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@Thüringer: ich wollte nicht wissen, was an den FO noch an Zeolithen vorkommt, sondern welche Endglieder jene Zeolithe von jenen Fundorten sind, die ich gelistet habe. Trotzdem danke, Heulandit von Sihl war mir bis dato auch unbekannt :D

@ZEO: besten Dank!

Gruß
Andreas

Offline smoeller

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Hallo,

Bezüglich des Kaiserstuhls gibt es einen Artikel von Weisenberger et al. unter http://popups.ulg.ac.be/Geol/document.php?id=2682.

Erionit ist nach diesen Untersuchungen dort nicht vorkommend, ist alles Offretit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline thüringer

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Hallo .
Genau das, ist ja das Problem ???
Bei uns gibt es kaum Literatur über Fundorte, geschweige den Infos zu den vorkommenden Mineralien und noch schlimmer über deren echte Zusammensetzung.
Ich bin bald soweit , so ein Buch über alle vorkommenden Fundorte und deren Minerale, rauszubringen. ;D
Aber zurück zum Thema:
Über Schnellbach hatt man etwas genaueres berichtet , anno 1986.
Und zwar
+ Apo: 1x Fluor-A. am häufigsten
              1x Hydrox-A. minderzahl
+Har: 20% BaO
 und das wars!!!!
Gruss thüringer

Offline heli

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scheinpflug.privat.t-online.de/zeolithe.htm

Such mal da alles durch. Ist meines Wissens nach die umfangreichste Zeolith-Homepage im deutschsprachigen Raum.

Offline ZEO

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Hallo,
jetzt sitze ich mal am eigenen PC und sehe in den Dateien nach, ob ich irgendwelche Analysen zu den angesprochenen Fundorten finde. Dies ist zu mein Kenntnisstand:

Graulai /Eifel, ebenso Bellerberg: Chabasit-Ca, meines Wissens unpubliziert, Hr. Blaß sollte es genauer wissen.
Zeilberg: Dachiardit-Na, weiße dünntafelige xx bis 5 mm, ist sicher nachgewiesen, siehe TSCHERNICH 1992, S.134, zit. auch in Lapis 11/98. Einen Nw. von Dachiardit-Ca kenne ich aus der Literatur nicht.
Erionit/Sasbach: Wise und Tschernich (1976) beschreiben Erionit, interpretiert man ihre Analysendaten gemäß der Neudefinition der Zeolithe von 1997, dann liegt nur Offretit vor.
Erionit, Langd: die aktuellste mir bekannte Publikation (Zeolithe. extraLapis No. 33)  nennt nur Offretit.
Ortenberg: Erionit-K ist analytisch belegt, der dabei gefundene, recht hohe Na-Gehalt läßt auch Erionit-Na für diesen Fundort als möglich erscheinen
Erionit von Gedern ist nicht analytisch belegt, nur Offretit. Die Publikationen zu Erionit beruhen auf mikroskopischen Untersuchungen, die zur Abgrenzung von Offretit nicht tauglich sind.
Gmelinit: Zeilberg/ Bayern. Ich kenne weder zu Gmelinit -K noch zu Gmelinit-Na eine Analyse. Darf ich fragen, woher Deine Information stammt?
Vielau: Heulandit-Ca ist analysiert, nicht publiziert, Gemenge mit Fe-O, rote Kristallfragmente auf Matrix. Ich frage mich allerdings, wie man bei dem Eisengehalt eine Ca-Vormacht sicher beweist ....
Gelbe Birke/Erzgebirge ist die "Typlokalität" des diskreditierten Epidesmins. Er ist identisch mit Stilbit-Ca oder Stellerit, oder es handelt sich um Verwachsung von Stilbit-Ca + Stellerit. Da sind sich die verschiedenen Autoren durchaus nicht einig. Die aktuellste mir bekannte Veröffentlichung (Steckbrief Stilbit 4/2004) gibt an Stilbit.

Zu den übrigen genannten Fundorten und Zeolithen bin ich nie auf Analysendaten gestoßen. Für jeden zusätzlichen Hinweis würde ich mich freuen. Vielleicht war das eine kleine Hilfe für Dich.

Jürgen

Offline Günter Blaß

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Hallo Andreas,

zu den Zeolithen der Vulkaneifel-Fundstellen hier einiges an Daten aus vielen Analysen:

Bellerberg: Chabasit-Ca, Phillipsit-K und intermediäre MK Phillipsit-K mit Phillipsit-Ca (im weiteren als (K,Ca) gezeichnet), Flörkeit-K
Grauley: Chabasit-Ca, Phillipsit-K, Phillipsit-(Ca, K) mit leichter Ca-Dominanz
Arensberg: Phillipsit-K
Herchenberg: Phillipsit -K
Leilenkopf: Phillipsit -K
Löhley: Phillipsit -K
Niveligsberg: Phillipsit -(K, Ca)
Nickenicher Sattel: Phillipsit -K, Phillipsit -Ca
Schellkopf: Phillipsit-K und ein einziges Mal Phillipsit-Na

insgesamt etwa 140 Analysen durchgeführt.

Mit freundlichen Grüßen und "Glück Auf"

Günter Blaß


Offline Günter Blaß

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Hallo Andreas.

noch eine Ergänzung zur Grauley:

Chabasit-K ,  ist noch nicht veröffentlicht (bin gerade dabei zu schreiben). Verhältnis K/Ca= 4/3:

Gruß
Günter

Offline raritätenjäger

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Hallo,

na, das hilft mir doch schon mal ein ganzes Ende weiter. Da kann ich einige Stücke ja schon zuordnen.

Gruß
Andreas

 

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