Hallo Johanna,
ein fossiler Seeigel hat keine "Arme" in dem Sinne; versteinert findet man immer nur die Gehäusekapsel (bitte halte Dir hier den Unterschied zwischen "Seestern" und "Seeigel" vor Augen - wir haben es hier nicht mit einem Seestern zu tun). Die skulptierten Bereiche auf dem Gehäuse werden Ambulakralfelder genannt - hier sitzen Öffnungen, durch die der Seeigel die tentakelartigen Füßchen seines sog. Ambulakralsystems (ein durch Körperflüssigkeit - quasi hydraulisch - angetriebenes System, das zur Fortbewegung dient) nach außen stülpt. Die glatten Bereiche dazwischen werden entsprechend als Interambulakralplatten bzw. -felder bezeichnet. Sie enthalten keine Poren oder Öffnungen.
Das Netzmuster der Interambulakralfelder rührt von den einzelnen Platten her, aus denen es besteht. Auch wenn ein Seeigelgehäuse eigentlich massiv wirkt, so setzt es sich doch aus einzelnen Platten zusammen; der Seeigel wächst, indem er die Platten an den Nähten vergrößert (ähnlich wie der Schädel bei menschlichen Kleinkindern). Bei Deinem Stück haben wohl zusätzlich noch mineralische Lösungen, die an den Plattennähten eingedrungen sind, dafür gesorgt, dass diese besonders gut optisch zur Geltung kommen. Normalerweise sind die Nähte bei irregulären Seeigeln sonst kaum sichtbar.
Dein Seeigel gehört übrigens zur Gruppe der sog. irregulären Seeigel, die ihren kreisrunden Umriss und ihre fünfstrahlige Symmetrie zugunsten einer einfachen Spiegelsymmetrie aufgegeben haben. Damit einher gehen gewisse Veränderungen im Gesamtbau des Gehäuses, weshalb die irregulären Formen ihren regulären Verwandten, die man auch als rezenten Fund häufiger mal am Strand findet, nicht besonders ähnlich sehen.
Gruß,
Rainer