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Salziger Tonstein!?
Galenit:
Hallo!
Ich brauche mal einen Ansatz.
Ich sitze vor einem Profil aus dem Jura. Es besteht zu 99% aus Ton und Ton-Schluffsteinen, selten Sandsteinen und einem einzelnen lakustrinen Karbonat. Je weiter. ich das Profil ins Hangende verfolge um so häufiger findet man Tonsteine die 'salzig' schmecken. Ich bin mir überhaupt nicht sicher wie ich das Salz darin interpretieren sollte. Freies Salz ist nicht zu finden.
Warum ist es im Tonstein und wieso finde ich keine Ton-Schluff-Salz-Wechselfolge? Hat dazu jemand eine Idee?
Krizu:
Hi,
Sulfate aus einem Markasit? Ist es wirklich ein Chlorid?
Frank
triassammler:
Hallo Stephan,
ich entnehme Deinen Worten, dass Du ein periodisch überflutetes Becken mit rhythmischer Sedimentabfolge erwartest, wie es für randmarine Bereiche typisch ist? Wie wäre es stattdessen mit einer Playa (Salztonebene)? Die Versalzung muss bei diesen Strukturen nicht zwangsläufig so weit gehen, dass reine Salzlagerstätten entstehen. Bei dauerhafter, gleichmäßiger Durchfeuchtung und mittelfristig konstanter Sedimentzufuhr stellen sich durchaus nur akzessorische Salzgehalte in den Tonsteinen ein. Das Liegende Deiner Profilbeschreibung (u. a. mit Sandsteinen und lakustrinen Karbonaten) wäre dementsprechend als initiale Phase der Playa zu interpretieren, mit einer größeren Beckentiefe und stärkerer Wasserzufuhr.
Unter Umständen finden sich in Form von Steinsalzkristallmarken (evtl. nur in mikroskopischen Dimensionen) doch in einzelnen Horizonten Hinweise auf ehemals vorhandene Salzvorkommen?
Gruß,
Rainer
Galenit:
--- Zitat von: Krizu am 22 Jun 10, 19:11 ---Hi,
Sulfate aus einem Markasit? Ist es wirklich ein Chlorid?
Frank
--- Ende Zitat ---
Hallo Frank!
Das schließe ich aus. Meine Idee geht eher in Richtung Anzeiger für Paläoklima. Die Frage die sich mir stellt ist, um welches Milieu es sich handelt.
--- Zitat von: triassammler am 22 Jun 10, 19:19 ---Hallo Stephan,
ich entnehme Deinen Worten, dass Du ein periodisch überflutetes Becken mit rhythmischer Sedimentabfolge erwartest, wie es für randmarine Bereiche typisch ist? Wie wäre es stattdessen mit einer Playa (Salztonebene)? Die Versalzung muss bei diesen Strukturen nicht zwangsläufig so weit gehen, dass reine Salzlagerstätten entstehen. Bei dauerhafter, gleichmäßiger Durchfeuchtung und mittelfristig konstanter Sedimentzufuhr stellen sich durchaus nur akzessorische Salzgehalte in den Tonsteinen ein. Das Liegende Deiner Profilbeschreibung (u. a. mit Sandsteinen und lakustrinen Karbonaten) wäre dementsprechend als initiale Phase der Playa zu interpretieren, mit einer größeren Beckentiefe und stärkerer Wasserzufuhr.
Unter Umständen finden sich in Form von Steinsalzkristallmarken (evtl. nur in mikroskopischen Dimensionen) doch in einzelnen Horizonten Hinweise auf ehemals vorhandene Salzvorkommen?
Gruß,
Rainer
--- Ende Zitat ---
Sehr gut Rainer!
2 Dumme ein Gedanke! Das macht mich nun glücklich.
Ich habe eine Ähnliche Situation vor kurzem im Perm in Südfrankreich beackert - Ton-Schluff-Wechselfolgen mit wenigen fluviatilen Sandsteinrinnen. Dort habe ich für das Fehlen des Salzes in den Playa - Ablagerungen die weitläufige Idee eines steten zu und Abfluss in die Playa aufgenommen, um es zu erklären.
Leider habe ich das Profil in Tütchen, und das Material ist ziemlich zerschreddert. Muss die Tage durch die Geochemie. RDA, RFA, CDS ...evtl. Mikrosonde oder Rem, wenn ich dafür ne begründung habe.
Fällt dir da evtl. noch was chem. ein um evtl. ehemals vorhanden Steinsalzvorkommen nachzuweisen. noch könnte ich da evtl. was für abzweigen, bevor es in den Backenbrecher geht oder danach. (Unters normale Mikroskop hau ichs natürlich auch noch...)
Danke euch für die fruchtbaren Antworten!
triassammler:
Hallo Stephan!
--- Zitat ---Ich habe eine Ähnliche Situation vor kurzem im Perm in Südfrankreich beackert
--- Ende Zitat ---
Etwa das Becken von Lodève? Da ist nix mit Playa, das sind saisonale Überflutungsebenen (Monsunregen) eines anastomosierenden Flußsystems...
--- Zitat ---Fällt dir da evtl. noch was chem. ein um evtl. ehemals vorhanden Steinsalzvorkommen nachzuweisen
--- Ende Zitat ---
Nicht wirklich. Ehemalige Steinsalzvorkommen als solche kannst Du nur über das Profil an sich nachweisen - z. B. durch Residualhorizonte (da zeigt sich dann, wie akribisch die Gesteins- und Schichtansprache im Gelände erfolgte und wie ausführlich die Daten zu Papier gebracht wurden ;) ), die Dir verraten, dass etwas in der Schichtabfolge "fehlt" und Auslagungsrückstände hinterlassen hat. Wobei das dann auch Gips bzw. Anhydrit hätte gewesen sein können.
Gruß,
Rainer
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