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Autor Thema: Wismutmineral von Foiskar ?  (Gelesen 10084 mal)

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Offline uwe

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Wismutmineral von Foiskar ?
« am: 13 Jul 10, 14:16 »
Eine Frage an Kenner alpiner Minerale. Die auf der Abbildung gezeigten Kristalle stammen von Foiskar/Obersulzbachtal. Ich bin mir sicher, daß es sich um ein Wismutmineral und nicht um Arsenkies handelt. Kommt nun im Foiskar Bismuthinit vor oder ist es eher Cosalit bzw. ein anderes Sulfosalz ? Lassen sich Cosalit und Bismuthinit überhaupt mit einiger Sicherheit visuell unterscheiden ?

Uwe

Offline loismin

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #1 am: 13 Jul 10, 16:25 »
Hallo Uwe.
Irgendwie schaut es ein bißchen wie ein Sulfosalz aus, aber so richtig auch wieder nicht.
Wenns eins sein sollte ist es eher Bismuthinit !
Cosalit hat einen eher muscheligen Bruch und Bismuthinit einen eher glatten Bruch wie auf dem Bild zu sehen.
Aber sicher sagen kann man bei den Erzen meist nichts.


Loismin

Offline uwe

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #2 am: 13 Jul 10, 21:05 »
Das mit dem Bruch ist ein guter Hinweis - danke. Mal sehen, ob noch jemand eine Idee hat (glaube ich aber eher nicht).

Uwe

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #3 am: 14 Jul 10, 17:21 »
Ohne XRD-Analyse (oder quantitative chem. Analyse) ist da nix zu machen.

Offline uwe

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #4 am: 14 Jul 10, 20:26 »
Ich wäre schon froh, wenn ich wüßte, ob Blei mit im Spiel ist. Werde mir doch mal Kaliumjodidlösung beschaffen.

Uwe

Offline berthold

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #5 am: 14 Jul 10, 21:22 »
Hallo Uwe,

nach dem gesamten Erscheinungsbild würde ich Arsenkies sagen - XRD könnte mich aber vom Gegenteil überzeugen.

Gruß
Berthold

Offline uwe

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #6 am: 14 Jul 10, 21:58 »
Hallo Berthold,

Arsenkies habe ich zuerst auch gedacht und wollte das Stück schon wieder auf den Schuttkegel werfen. Aber dann habe ich einige der linearen XX umgewandelt in gelbem Bismutit (?) bzw. Bismit (?) entdeckt. Die Arsenkiese, die ich kenne zeigen ein anderes Bild bei einer Umwandlung. Mal sehen, was ich mit dem Stück noch so anstelle. So toll ist es nun auch wieder nicht, aber wenn ich mir (fast) sicher wäre, daß es ein Sulfosalz ist, würde ich mir schon eine Analyse leisten.

Uwe


Offline uwe

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #7 am: 16 Jul 10, 15:21 »
Auf das Naheliegende kommt man meist zuletzt. Die Kristalle lassen sich bereits mit einer einfachen Stecknadel ritzen. Härte damit unter 4 und wohl nun doch kein Arsenkies.

Uwe

Offline berthold

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #8 am: 16 Jul 10, 16:06 »
Hallo Uwe,

das ist ein guter Hinweis - kannst Du das noch genauer eingrenzen (Stecknadel liegt in der Härte irgendwo zwischen 4,5 und 6.5)? Ritzversuche mit Fluorit und Calcit wären interessant.

Aber es liegt schon nahe dass es aufgrund der Härte dann doch kein Arsenkies ist, halte doch mal einen Magneten hin um auf Pyrrhotin zu prüfen, der wäre mein nächster Kandidat (Härte 4,5-4).

Gruß
Berthold

Offline uwe

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #9 am: 17 Jul 10, 19:59 »
Wenn es sich auch nicht um eine Mondbrekzie handelt, möchte ich dennoch noch mal auf die bereits diskutierte Stufe zurück kommen. Habe heute nach einer Reinigung die Stufe nochmals unter dem Bino begutachtet. Zum einen fiel mir ein sehr flacher Streifen auf, welcher mich außerdem sicher macht, daß es sich nicht um Arsenkies handelt (Bild FK1). Weiterhin habe ich wenig aufsitzende Kristalle entdeckt, welche meiner Meinung nach Fahlerz sind (Bild FK 3). Dazu schreibt Ulrich Wagner in seinem Buch"Minerallien im Ober- und Untersulzbachtal": "Eine recht ungewöhnliche Mineralbildung alpiner Klüfte ist Teraedrit.   ... an diesem Fund ist nicht einmal das Fahlerz selber, sondern bei der Anschliffbetrachtung ... stark reflektierende Einschlüsse.  ... zum einen wurde gediegen Tellur ... beschrieben ... das andere Tellurmineral stellte sich als Tetradymit heraus."  Nun würde mich schon interessieren, was das stark glänzende Körnchen auf Bild FK 2 ist.

Die bei Wagner beschriebenen Funde wurden auf der Stockeralm gemacht. Das Foiskar liegt im Nachbartal etwa auf gleicher Höhe.

Was ist Eure Meinung ?

Uwe Ludwig

Offline uwe

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Re: Nächstes Bild dazu
« Antwort #10 am: 17 Jul 10, 20:02 »
Bild FK 2 des vorherigen Beitrages

Offline uwe

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Re: Nächstes Bild dazu
« Antwort #11 am: 17 Jul 10, 20:03 »
Bild FK 3 zum obigen Beitrag

Offline loismin

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #12 am: 17 Jul 10, 20:37 »
Hallo Uwe.

Also für mich könnte Bild 1 auf alle Fälle ein Sulfosalz sein ( Friedrichit, Aschamalmit, Gustavit oder anderes) .
Hier wirst du einfach um eine Bestimmung nicht rumkommen, da kann man nur mutmaßen.
Bei Bild 2 hätte ich spontan vielleicht an Tetraedrit gedacht , aber nur weil du ihn erwähnt hast, die Anlauffarben könnten da
stimmen.
Bei Bild 3 könnte ich mir mit viel Fantasie auch Teradymit vorstellen, der macht am Wurtenkees auch so einzelne xx mit solchen
Abstufungen, wo man beim Brechen dann die perfekte blättchenartige Spaltbarkeit sieht.
Aber wie gesagt, hier kann man wirklich nur mutmaßen.
Allerdings würde ich nach diesen Fotos  Bismuthinit eher ausschließen !


Gruß
Lois


Offline Philip Blümner

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #13 am: 17 Jul 10, 21:15 »
Hallo alle miteinander,
ich möchte an Lois' Beitrag noch etwas ergänzen:

Zitat
Bei Bild 3 könnte ich mir mit viel Fantasie auch Teradymit vorstellen, der macht am Wurtenkees auch so einzelne xx mit solchen Abstufungen, wo man beim Brechen dann die perfekte blättchenartige Spaltbarkeit sieht.
...zumal bei/auf Tetradymit häufig Montanit auftritt, der auch gelblich auftreten kann. Ist an dem Kristall ein Belag zu erkennen?

Grüße Philip

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wismutmineral von Foiskar ?
« Antwort #14 am: 17 Jul 10, 21:46 »
Hallo!
Wie groß ist diese Stufe eigentlich? ;) So richtig freistehende Kristalle sind das ja nun nicht gerade.Da werden die Fotoanalysen auch nur eine Lottotrefferquote erzielen.Das gute Stück ist zudem oxydiert und im Nachhinein gesäuert.
Gruß Jens

 

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