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Autor Thema: Fluorit-Frohnau  (Gelesen 10914 mal)

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Offline Embarak

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Fluorit-Frohnau
« am: 19 Sep 10, 22:37 »
Hallo,
Ich suche zur folgenden Stufe genauere Fundortangaben und/oder weitere Infos.
Habe bei mindat und im Lexikon kein vergleichbares Bildmaterial gefunden.

Habe beim Stöbern in alten Beständen einen verstaubten Fluorit mit der Angabe Frohnau/Erzgebirge entdeckt,
das erst bei genauerem Betrachten interessant wurde.
(In der sog."Apotheke" gefunden;die Berliner wissen,wo das ist.)
Nach dem Reinigen habe ich es bei der Arbeit unters Stemi gelegt und war begeistert:
zonarer Aufbau;im Fluorit sitzen vorwiegend Pyrite oder Markasite und gut gefärbter Bornit.
Zwar stark glänzend,sind keine deutlichen Kristalle und keine Orientierung zu erkennen.
Diese Sulfide treten an den zonaren Grenzen verstärkt auf.
Leider ist es mir am Mikroskop nicht annähernd gelungen,das was ich sah,auch zu dokumentieren.
Bin trotz Schwanenhalskaltlichtern an Beleuchtung und Tiefenschärfe gescheitert.
Habe dann zu Hause einen Versuch mit der Powershot G11 gemacht,habe mit photoshop nachgebessert
und bin immer noch unzufrieden.
Ist wohl ein Fall für Mehrebenenfotografie.
1.: Übersicht 88x44 mm
2.: Details (soweit möglich  ;) )
Gruß
Norbert

Offline Embarak

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #1 am: 19 Sep 10, 22:38 »
2.:

Online Walpurgin

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #2 am: 20 Sep 10, 08:06 »
Zitat
im Fluorit sitzen vorwiegend Pyrite oder Markasite und gut gefärbter Bornit.
Bornit wird es eher nicht sein Norbert, sondern "nur" verfärbter Kupferkies durch das reinigen mit
Flusssäure entstanden.

Online uwe

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #3 am: 20 Sep 10, 09:56 »
Der Raum Annaberg kann schon stimmen. Sehr ähnlicher Fluorit von der Grube "Bäuerin" in Annaberg wurde 2005 in relativ großer Menge auf den lokalen Börsen angeboten.

Allerdings verstehe ich nicht, wieso man Fluorit mit Flußsäure reinigen sollte. War wohl ein Schreibfehler, Walpurgin ?

Gruß
Uwe

Online Walpurgin

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #4 am: 20 Sep 10, 11:25 »
War kein Schreibfehler...viele Fluorite haben eine Quarzschicht auf der Haube und der wird mit Flusssäure
gelöst.
Was mir schon passierte ist das durch Dithonit alle Kupferkiese blau angelaufen sind.
Zusammenfassend denke ich das es angelaufene Kupferkiese sind, Bornite hab ich noch nie gesehen...lasse
mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.... ;)

Offline berthold

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #5 am: 20 Sep 10, 12:02 »
Hallo,

...wobei es wohl kaum die Flusssäure sein wird. Das Farbspiel auf der Oberfläche kann/wird natürlich sien, ggf. reicht auch eine leichte Lauge. Ich erinnere da an die but schillernden "Persil-Bornite" die den Heilsteinfreunden helfen. Das ist immer Kupferkies, der mit warmer/heißer Lauge (wenn notwendig im Wechsel mit Essig-Bädern) behandelt ist und dann wunderbar bunt schillert.   

Zitat
Sehr ähnlicher Fluorit von der Grube "Bäuerin" in Annaberg wurde 2005 in relativ großer Menge auf den lokalen Börsen angeboten
Zustimmung - in so einem Stück habe ich auch viele Kupferkies-Kristalle sitzen.

Gruß
Berthold

Online Walpurgin

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #6 am: 20 Sep 10, 13:11 »
Gut lassen wir die Flusssäure weg..... ;D
aber Essigwasser und Dithonit können den Kupferkies farbverändern.
(ich sprech da aus leitvoller Erfahrung)

Offline Embarak

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #7 am: 20 Sep 10, 15:13 »
Hallo,
Vielen Dank für den Tip mit Grube Bäuerin/Annaberg .
Ob nun Buntkupferkies oder verfärbter Kupferkies,kann ich so nicht erkennen.
Das Farbspiel geht von blau bis rot.
Diese farbigen Bestandteile sind im Fluorit und nicht an der Oberfläche.
Ist eine Farbveränderung durch Diffusion der Lösungsmittel denkbar,sofern das Stück überhaupt behandelt wurde?
Ich finde dafür keinen Hinweis.
Gruß
Norbert

Offline Kay

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #8 am: 20 Sep 10, 19:09 »
Hallo,

wenn der Kupferkies die Anlauffarben nicht behalten soll (gut überlegen, dies kann auch
sehr gut aussehen und ist dann u.U. fundorttypisch), dann kann zunächst wie schon beschrieben mit Dithionit
gereinig werden. Sind dann immer noch Anlauffarben da bzw. diese erst entstanden sind,
kann kurz mit verdünnter Ortho-Phosphorsäure bzw.  (ganz kurz )mit wässriger Cyanit (sehr giftig, keine Säurereste in der Lösung wegen HCN Gas!)  bzw. Thiocyanit-Lsg. (Nur anwenden, wenn Umgang mit Chemikalien vertraut)

Berichtet mal, was das Resultat ist.

Bis denne
Kay

Offline Krizu

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #9 am: 20 Sep 10, 19:17 »
Hallo Kay,

bevor hier eine auf falsche Gedanken kommt, übersetze ich mal Cyanid:
Zyanide sind Salze der Blausäure. Falls geringe Mengen in den Körper gelangen ist alles vorbei. Die Aufnahme der Blausäure kann über Haut oder Atmungsorgane geschehen. Blausäure entsteht aus der wässerigen Lösung aus den Salzen bei geringen pH-Werten.

Fazit: Ohne Abzug und persönlicher Schutzausrüstung würde ich ds Zeug im Haushalt ausser mit bestimmten Absichten nicht händeln.

BTW: Die Leichen riechen nach Bittermandel, sind eher rosig und zeigen rote Leichenflecken, der Name Blausäure kommt vom Berliner Blau, einem Farbstoff.

MfG

Frank

Offline Kay

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #10 am: 20 Sep 10, 19:28 »
Hallo Frank,

danke für Deine ergänzenden Erklärung
zur Giftigkeit von Cyanid.
Es ist immer etwas kritisch, wenn Methoden mit
giftigen und sehr giftigen Chemikalien beschrieben werden.

Gruß
Kay

Offline geomueller

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #11 am: 20 Sep 10, 20:04 »
Hallo Norbert,
auf folgender Seite findest du jede Menge Vergleichsmaterial zwecks Fundortbestimmung ;)

www.mineralienkiste.de

Gruß Jürgen

Offline Embarak

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #12 am: 20 Sep 10, 22:08 »
Hallo,
wenn der Kupferkies die Anlauffarben nicht behalten soll...
Doch,das soll alles so bleiben !
Es ging mir eher um die Frage,ob die Färbung echt ist oder das Ergebnis einer früheren Behandlung sein könnte.
Dies würde voraussetzen,daß das Lösungsmittel in den Fluorit diffundieren kann,um die innen eingelagerten Sulfide zu erreichen.
Ich bezweifle,daß das funktioniert.

Chemische Behandlung habe ich nicht geplant,obwohl ich im Labor die technischen Voraussetzungen dafür habe.
Habe mich beim Reinigen auf Wasser und Spülmittel beschränkt.  ;)
Gruß
Norbert


Offline Fritzi

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #13 am: 20 Sep 10, 23:52 »
Hallo Norbert,

Zitat
Habe beim Stöbern in alten Beständen einen verstaubten Fluorit mit der Angabe Frohnau/Erzgebirge entdeckt

Hast Du eine Vorstellung, wie lange der Fluorit schon in den Beständen liegt? Die Angabe könnte für eine genauere Bestimmung auch von Bedeutung sein.

Außerdem wollte ich noch los werden: Du solltest mit Deinem Foto am "Fluorit-Fotowettbewerb" teilnehmen; ich glaube, ich würde es wählen.

Viele Grüße
Fritzi

Offline Embarak

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Re: Fluorit-Frohnau
« Antwort #14 am: 21 Sep 10, 21:20 »
Hallo,Fritzi
Hast Du eine Vorstellung, wie lange der Fluorit schon in den Beständen liegt?
Nein,das läßt sich leider nicht rekonstruieren.Der Begleitzettel war relativ neu und in € ausgepreist;
nach der Staubschicht zu urteilen,ist das Stück mindestens 200 Jahre alt.Das gibt keinen Sinn.  ;D

... Du solltest mit Deinem Foto am "Fluorit-Fotowettbewerb" teilnehmen....
Danke für den Vorschlag.Habe ich bewußt nicht gemacht.Ich habe nicht annähernd das darstellen können,
was unter dem Stemi bei guter Beleuchtung sichtbar wurde.Das war so faszinierend,daß ich damit einige
mineralogisch nicht interessierte Kollegen für einige Minuten erfolgreich von der Arbeit abhalten konnte.  ;D  ;D

Beim Versuch,ein Diskussionsbild zu erstellen,habe ich viel eingegriffen:Mischbeleuchtung Durchlicht/Auflicht,beim Detailfoto Tonwertkorrektur,Gradationskurve,freigestellt,anderer Hintergrund,irgendwann bleibt dann die Authentizität auf der Strecke.
(Bei Tageslicht auf der Hand ist die Stufe übrigens eher unspektakulär.)
Bei meinem anderen Fluorit im Fotowettbewerb habe ich nur zurechtgeschnitten und einen Fussel auf dem Hintergrundpapier entfernt.  ;)

Schöne Grüße
Norbert




 

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