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Quarz - Lumineszenz?

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Geröllheimern:
Hallo Jens:
sei versichert, dass ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln darauf achte, dass mir gefärbte Minerale nicht ins Haus kommen. Was zwar nicht ausschließt dass ich mal was übersehe, aber ich sammele schon lange Quarze in allen Erscheinungsformen und kann ganz gut die gefärbten erkennen. Doch bei den meisten Quarzknollen und Drusen liegt es tatsächlich am Chalcedon dessen Fluoreszenz durch den Quarz scheint, wie Amir das eingangs schon geschrieben hat! Aber eben nicht bei Allen auch wenn es , zugegeben, nur sehr wenige sind.
 
Hallo Frank:
das mit der Fluoreszenzprüfung stimmt und ist auch logisch, da bei hochwertigen Gläsern für optische Bereiche der Quarz rein sein muss. Auch Material aus neuen Quarzlagerstätten werdenoder wurden manchmal auf Fluoreszenz überprüft.

Jedenfalls danke für Eure Antworten, hab was daraus gelernt (UV-Durchlässigkeit von Quarz) und Diskussionen bringen neu Ideen.
Viele Grüße
Emma   ;D

Krizu:
Hallo,

http://heraeus-quarzglas.de/de/quarzglas/opticalproperties/Optical_properties.aspx

zeigt einige Unterschiede. In den letzten Jahren scheint die Silan oder Si-Tetrachlorid-Reinigung immer mehr zu gewinnen.

MfG

Frank

Erik:
Hallo Emma,

ich habe eben völlig zufällig etwas über unter KW grün fluoreszierende Quarze gelesen und an Deine Frage gedacht - und zwar gibt es in der Lapis 6/2006 einen Artikel über die Achatlithophysen aus Sailauf; dort beschreibt J.Lorenz  "lebhaft gelbgrün bis grün" fluoreszierende Quarze, Ursache ist laut Artikel der "Einbau einer geringen, aber meßbaren Menge an Uranylionen im Kristallgitter".

Grüße, Erik

aca:
"Quarz fluoresziert nicht, es sei denn er hat irgendetwas eingeschlossen, das fluoresziert."
Würde ich jetzt so nicht mehr ohne weiteres behaupten.  :P

Denn: ich habe nochmal im Frondel (1962) nachgesehen, und er berichtet, dass manche Kristalle nach Röntgenbestrahlung leichte bläuliche Fluoreszenz zeigen. Blau ist nicht grün, aber jedenfalls könnte es u.U. auch Fluoreszenz durch die Gitterfehler geben (mit oder ohne Fremdionen im Gitter).

Fluoreszenz bei Quarz wurde anscheinend schon umfangreich untersucht. Frondel (1962) verweist auf die Arbeiten von D. Seaman (1952), der dazu 1417 Proben verschiedener natürlicher Quarze untersucht hat. Die Fluorezenz kam immer von oberflächlichen Verunreinigungen (in Ritzen etc.) oder Einschlüssen (leider war das eine persönliche Mitteilung an Frondel, es gibt also keinen Artikel dazu).

Dass man Fluoreszenz für die Reinheitskontrolle bei Quarzen verwendet, widerspricht natürlich nicht der Aussage, dass Quarze nicht fluoreszent sind. Da die Quarze für die Schmelze sind, wären einfache Gitterfehler egal, die Fluoreszenz dient dazu, "unreine" Quarze auszusortieren.


Chalcedon ist übrigens *sehr* verbreitet. Man findet ihn auch als "Bindemittel" in verschiedenen Gesteinen und als Zwickelfüllung zwischen Kristallen. Mich wundert nicht, das auch "massiver Quarz" fluoresziert.
Eine ganze Reihe meiner Kristalle aus Pegmatiten hat auch oberflächliche Einschlüsse und matte Bereiche, die auf den Kristalle oberflächlich "wolkig-fleckig" grün fluoreszieren, meist aber nur schwach.

@Alfredo
Cool, das mit den Kami-Quarzen habe ich noch gar nicht bemerkt - habe es gerade mal geprüft, es stimmt.
Von meinen Japanerzwillingen aus Kami fluoreszieren allerdings nur die trüben Kristalle (ca 10 - 15 Stück), vor allem aus der Seccion Jaldin, und dann nicht nur die Japaner, sondern auch normale Kristalle. Man sieht ein schönes grünes leuchtendes Phantom in einem Bereich mit vielen Einschlüssen, das die alte Kristallspitze abzeichnet. Die klaren Japaner-Zwillinge von Kami fluoreszieren dagegen überhaupt nicht (auch so etwa 10 Stück).
Meine peruanischen Japaner fluoreszieren auch, aber nur oberflächlich ("natürlich nur oberflächlich", würde der Bolivianer sagen).  ;D

Die Fluoreszenz von Chalcedon verstehe ich übrigens auch nicht wirklich und bin bei den üblicherweise angegebenen Gründen noch etwas skeptisch. Irgendwann hat mal jemand herausbekommen, dass grün fluoreszierende Chalcedone und Opale aus Uran-Lagern in Sandstein Uranyl enthalten (wer hätte das gedacht). Seitdem muss Uranyl anscheinend überall herhalten, wenn Chalcedon oder Opal grün leuchtet. Dooferweise leuchten auch Chalcedone grün, die in eher Uran-armen Mileus wuchsen, z.B. Korallen-Achate aus Tampa, Florida, oder (Alfredo kennt die Stücke) die Replacement Cherts von Pajcha Pata in Bolivien in Kalkstein oder kleine Achate aus Sandstein von Unteralpfen oder manche Flinte oder oder... Aber da mag ich auch voll daneben liegen, Uran ist ja gar nicht so selten. Wenn mal jemand einen Artikel weiss, in dem tatsächlich was analysiert wurde ... :-\

Josef 84,55:
Hallo,

einer meiner Kami Quarze fluoresziert auch (einer von sieben).
Danke Alfredo!
Was ich noch testen wollte war ob sie, wie Opal, auch phosphoreszieren. Der Quarz aus Kami tut das nicht, er fluoresziert auch nur unter Kurzwelle. Einen Zusammenhang zu den Einschlüssen konnte ich nicht erkennen.
Die Uranmineralien die ich habe fluoreszieren etwas stärker unter Langwelle. Ich weis nicht ob das auch für gering Uranylionen haltige Mineralien gilt. Mit meinem Geigerzähler war auch nichts messbar: 347 Impulse 5 Min zu 358 Impulse bei nicht fluoreszierender Japanerstufe aus Peru, je ohne Feldspat (K40).

Einen fluoreszierenden Quarz habe ich noch in der Sammlung gefunden: Einen Japaner-Zwilling von La Gardette.

Grüße, Josef

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