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Lila/Amethystfarbene Chalzedone

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minpol:
Nein die haben ja auch keine kristalline Basis (zumindest nicht makroskopisch!). Es handelt sich um Chalcedone! Das ist gelartig vernetzes SiO2. Bei Chalcedonen spricht man auch von mikrokristallin. Es ist also eine beginnende Ordnung der SiO2-Tetraeder erkennbar, aber eben nur in kleinen Bereichen. Es sind sozusagen zig kleine Quarz-Kriställchen. Jedes Glas oder Gel auf anorganischer Basis fängt eben mal an, auszukristallieren! Das ist nicht nur bei Kieselsäure (also der "Urschleim" der Chalcedone) sondern beispielsweise auch bei Obsidian oder anderen Lawen so!

Zurück zu den lila Chalcedonen! Es sind keine Amethyste (also keine makrokristallinen SiO2-Modifikationen) und demnach ist auch die Bezeichnung Ametrin falsch!!! Chalcedon. Nicht mehr und nicht weniger! Die Färbung entsteht hier anders als beim Amethyst nicht durch Fehlbestzungen der Si-Plätze oder durch zerstörte Gitter-Strukturen (durch Radioaktivität), sondern vermutlich duch feinste Hämatit-Partikel in dem Sio2-Gel. Der farbige Chalcedon ist also eine Mischung mehrer Mineralien.

aca:
Hallo!

Wenn man wissen will, ob die Färbung mit der von Amethyst vergleichbar ist, muss man nur eine Probe erhitzen (>350C). Wenn sie ausbleicht und/oder gelb oder orange wird, ist das Lila wahrscheinlich von den gleichen Farbzentren wie im Amethyst verursacht. Dem Hämatit sollte das Erhitzen wurscht sein.

Amethyst-Farbzentren wären übrigens nichts verbotenes, schliesslich sind sowohl length-fast Chalcedon als auch Quarzin intensiv nach Brasilianer Gesetz verzwillingt, es gibt also eine strukturelle Verwandschaft zu Amethyst.

Der Argumentation im verlinkten PDF, dass (vermutliche) Mangan-Dendriten der "schlüssige Beweis" für feinverteilte Mangan-Minerale sind, vermag ich nicht zu folgen. Ein schlüssiger "Beweis" wäre das Ergebnis einer chemischen Analyse.

Wenn man Rayleigh/Tyndall-Effekte als Ursache vermutet (Mischung von Rot durch Hämatit und Blau durch Streuung), dann müssten die Stücke im Auflicht blauer sein aus im Durchlicht, wie sehr schön an blauen Chalcedonen zu beobachten ist.

Gelartig vernetztes SiO2 nennt man Kieselgel.
Glasartig vernetztes SiO2 nennt man Opal-N. Amorphes SiO2 aus vernetzten Kügelchen von Polykieselsäuren nennt man Opal-A oder Opal-AG (das G verweist auf die vermutliche Entsehung aus Gel). Diese Opale (N, A, AG) sind tatsächlich nicht kristallin.
Es gibt auch kristalline Opale, nämlich Opal-C und Opal-CT aus Cristobalit und Tridymit, diese sind übrigens manchmal ähnlich faserig aufgebaut wie der Chalcedon im Achat.

Chalcedon ist einfach Quarz und überall kristallin, nicht einfach nur ein bißchen "hier und da mal" kristallin. Die Kristalle sind nur sehr klein und oft auf spezielle Weise miteinander verwachsen. Wenn die Brasilianer Zwillingsdomänen in den Kristallen auf unit-cell-Grösse "schrumpfen", hat man Moganit dazwischen, der ist aber auch kristallin.

Gruß
Amir

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