Hallo Uwe,
das Lackieren, Imprägnieren, Konservieren von Steinen ist ein weites Feld... Mit dem richtigen Mittel auf dem falschen Stein richtet man mehr Schaden als Nutzen an.
Zu den Fossilien (mein Gebiet): Fossilien werden nur lackiert/imprägniert, wenn dies aus konservatorischer Sicht zwingend ist, z. B. wenn sie zu zerbröckeln drohen. Unnötige Verschönerungen rein um der Optik willen schmälern oder zerstören gar den wissenschaftlichen Wert und damit oft auch den Marktwert unter Sammlern. Wenn es Dir nur um die Optik geht, kannst Du so ziemlich alles auf Fossilien sprühen/pinseln, was Dir gefällt - da für professionelle Imprägnierungen einiges an Erfahrung, eigenen Experimenten und speziellen Mitteln nötig ist, wird man, wenn man die Zeit dafür nicht aufwenden möchte, die Stücke ohnehin in wissenschaftlicher und oft auch optischer Sicht ruinieren. Von den Fertigsprühlacken aus dem Baumarkt kann keiner sinnvoll auf Fossilien angewendet werden.
Je nach Material, aus dem Fossil und Matrix bestehen, kann es auch fatal sein, wenn man den normalen Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung unterbindet.
Man muss dies alles fallweise betrachten, es gibt nicht die eine pauschale Lösung für alle Arten von Fossilien und Gesteinen.
Generell hilft es, seine Stücke staubsicher aufzubewahren - oft kommt "Glanzverlust" durch ganz normale Staubablagerungen über die Jahre zustande, die sich auch derartig festsetzen können, dass allein mit einem Pinsel nichts mehr zu machen ist.
Erze können ihren Glanz mit der Zeit durch Oxidation verlieren, dies ist ein normaler Vorgang, der in der Regel durch Chemie wieder rückgängig gemacht werden müsste und danach ggf. weitere ausgeklügelte Chemie erfordert, um ein Wiederanlaufen zu verhindern oder wenigstens zu verzögern.
Was Dein Salz angeht: Kein Lack ist 100% gasdicht. Trotz Lackierung wird das Salz weiter Wasser aus der Raumluft aufnehmen, unter der Lackschicht verstärkt speichern, und dann läuft Dir das Salz umso schneller auseinander. Zumal nach sehr kurzer Zeit die Lackschicht durch die darunter ablaufenden Lösungsprozesse völlig undicht und damit unwirksam wird.
Eine gangbare Alternative ist es, Salzproben in luftdichten, dekorativen Glasdomen aufzubewahren, wie dies auch Museen in ihren Ausstellungen tun.
Bedenke, dass die meisten handelsüblichen Lacke über die Jahre altern und dabei vergilben, nachdunkeln oder rissig werden. Das so behandelte Stück sieht dann schlimmer aus als zuvor, und diese Sauerei wieder mit Lösungsmitteln zu entfernen, kann wirklich aufwändig werden.
Wenn man es einigermaßen richtig machen will, benötigt man einige Grundkenntnisse und auf die jeweiligen Steine speziell zugeschnittene Mittel, sonst ist das Ergebnis eher vom Zufall abhängig und selten befriedigend.
Gruß,
Rainer
(der über Jahre des Experimentierens zur festen Überzeugung gekommen ist, dass bei der Konservierung von Steinen Schnell-Schnell-Lösungen nur traurige Ergebnisse zeitigen)