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Autor Thema: Zapponlackspray wo und wo nicht  (Gelesen 3895 mal)

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Offline architekt

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Zapponlackspray wo und wo nicht
« am: 28 Nov 10, 21:24 »
Hallo,
ich sammle diese schönen Dinge aus der Erde nur ein kleinem Umfang und nebenbei.
Nun habe ich aber ein Problem.
Meine Salzkristalle sind matt und unschön geworden.
Und auch andere Steine zeigen unschöne Veränderungen.
Ich habe hier gelesen, dass da Zapponlack helfen kann.

Schützt das auch Salzkristalle oder zerfallen diese dann?
Kann ich den Zapponlack auf alle Mineralien und Fossilien sprühen oder gibt es
einige Sorten, die davon Schaden tragen; sich auflösen oder zerfallen oder matt werden.

Wie gesagt, die Steine sind nur eine kleine Freude am Rande
und ich kann da auch nicht viel Zeit zum professionellen Stabilisieren investieren.

Danke für eure Tipps zum Zapponlackspray.
Grüße Uwe


Offline triassammler

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Re: Zapponlackspray wo und wo nicht
« Antwort #1 am: 29 Nov 10, 10:34 »
Hallo Uwe,

das Lackieren, Imprägnieren, Konservieren von Steinen ist ein weites Feld... Mit dem richtigen Mittel auf dem falschen Stein richtet man mehr Schaden als Nutzen an.

Zu den Fossilien (mein Gebiet): Fossilien werden nur lackiert/imprägniert, wenn dies aus konservatorischer Sicht zwingend ist, z. B. wenn sie zu zerbröckeln drohen. Unnötige Verschönerungen rein um der Optik willen schmälern oder zerstören gar den wissenschaftlichen Wert und damit oft auch den Marktwert unter Sammlern. Wenn es Dir nur um die Optik geht, kannst Du so ziemlich alles auf Fossilien sprühen/pinseln, was Dir gefällt - da für professionelle Imprägnierungen einiges an Erfahrung, eigenen Experimenten und speziellen Mitteln nötig ist, wird man, wenn man die Zeit dafür nicht aufwenden möchte, die Stücke ohnehin in wissenschaftlicher und oft auch optischer Sicht ruinieren. Von den Fertigsprühlacken aus dem Baumarkt kann keiner sinnvoll auf Fossilien angewendet werden.
Je nach Material, aus dem Fossil und Matrix bestehen, kann es auch fatal sein, wenn man den normalen Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung unterbindet.
Man muss dies alles fallweise betrachten, es gibt nicht die eine pauschale Lösung für alle Arten von Fossilien und Gesteinen.

Generell hilft es, seine Stücke staubsicher aufzubewahren - oft kommt  "Glanzverlust" durch ganz normale Staubablagerungen über die Jahre zustande, die sich auch derartig festsetzen können, dass allein mit einem Pinsel nichts mehr zu machen ist.
Erze können ihren Glanz mit der Zeit durch Oxidation verlieren, dies ist ein normaler Vorgang, der in der Regel durch Chemie wieder rückgängig gemacht werden müsste und danach ggf. weitere ausgeklügelte Chemie erfordert, um ein Wiederanlaufen zu verhindern oder wenigstens zu verzögern.

Was Dein Salz angeht: Kein Lack ist 100% gasdicht. Trotz Lackierung wird das Salz weiter Wasser aus der Raumluft aufnehmen, unter der Lackschicht verstärkt speichern, und dann läuft Dir das Salz umso schneller auseinander. Zumal nach sehr kurzer Zeit die Lackschicht durch die darunter ablaufenden Lösungsprozesse völlig undicht und damit unwirksam wird.
Eine gangbare Alternative ist es, Salzproben in luftdichten, dekorativen Glasdomen aufzubewahren, wie dies auch Museen in ihren Ausstellungen tun.

Bedenke, dass die meisten handelsüblichen Lacke über die Jahre altern und dabei vergilben, nachdunkeln oder rissig werden. Das so behandelte Stück sieht dann schlimmer aus als zuvor, und diese Sauerei wieder mit Lösungsmitteln zu entfernen, kann wirklich aufwändig werden.
Wenn man es einigermaßen richtig machen will, benötigt man einige Grundkenntnisse und auf die jeweiligen Steine speziell zugeschnittene Mittel, sonst ist das Ergebnis eher vom Zufall abhängig und selten befriedigend.

Gruß,
Rainer

(der über Jahre des Experimentierens zur festen Überzeugung gekommen ist, dass bei der Konservierung von Steinen Schnell-Schnell-Lösungen nur traurige Ergebnisse zeitigen)

Offline doe

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Re: Zapponlackspray wo und wo nicht
« Antwort #2 am: 29 Nov 10, 10:52 »
Hallo Uwe,
einzige Ergänzung zu Rainers Beitrag :bevor Du die Salzkristalle in einen gasdichten Dom sperrst, kannst Du sie mit wenig klarem Wasser und Pinsel abwaschen,auffrischen,danach mit Küchenkrepp gründlich trocknen und im Herd mit Umluft 30 min bei leicht geöffneter Klappe und 30 - 40 Grad C. "nachbacken".(Nicht zu heiß braten,sonst besteht die Gefahr von Haarrissen und/oder Farbveränderungen,besonders bei blauem Halit)So aufgefrischt,getrocknet und in den Dom gesperrt sind sie optisch wie neu und lange Zeit stabil.Alles Andere ist weitestgehend dem Provilabor vorbehahlten und mit Küchenfrauenchemie nicht zu bewerkstelligen.siehe dazu :R.Duthaler & St.Weiß - "Mineralien reinigen und aufbewahren" C.Weise Verlag München ISBN 3-9216565-51-6
Gruß Günter
« Letzte Änderung: 29 Nov 10, 10:59 von doe »

Offline architekt

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Re: Zapponlackspray wo und wo nicht
« Antwort #3 am: 29 Nov 10, 11:30 »
Hallo,
erst einmal Danke an Rainer und Günter.
Ich hatte es fast geahnt, dass es wohl schwierig ist.
Das mit dem "Salzbacken" werde ich mal probieren.
Gruß Uwe
 

 

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