Fossilien / Fossils / Fósiles > Kopffüßer / Cephalopoda

riesige Orthoceras in 1.5m hoher Stele

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nubduk:
Guten Tag.

Ich brauche eine dringende Auskunft ueber den ungefaehren geschaetzen Wert einer Versteinerung mit Orthoceras und Amoniten, sehr schoen auskristllisiert (Calcith-Einlagerung). Auch fehlt mir noch eine Kategorisierung. Leider kann ich den schoenen Stein nicht zeigen, denn er ist auf dem Schiff untergegangen...!!!
Er ist etwas mehr als einen Meter hoch, wie eine Stele,  hat 3 regelrechte Arme (wie diese Kaktusse aus WildWestfilmen), mit riesigen Orthoceras, jeder etwa 20 bis 30 cm lang, unzaehlige (hundert), die Versteinerten Orthoceras sind in den ganzen Stein eingelagert. Dieser ist schwarzkristallin, leicht opak irisierend. Gewicht ca 50 bis 80 kg). Das Grundmaterial, in dem die schoen kristallisierten Versteinerungen drin stecken, wuerde ich als (ganz unbedarft, nur dem Aussehen nach) zwischen Labradorit-Spektrolith  und schwarzem Grobkoernigen Granit bezeichnen. Vielleicht hilft das weiter.
Alles geschliffen, hochglanz, fantastisch. Stammt aus de Atlas / Marokko.
 
Ich rufe gerne auch zurueck per Telefon

Ueber das SChiffsunglueck koennen sie auch auf meiner Webseite nachlesen:

www.naufragio.org (auf deutsch klicken...)

mfg Nubduk / Peter

openpit:
Hallo Peter,

ich kann zwar keine Angaben zum Wert machen, jedoch möchte ich Dich darauf hinweisen, dass es sich weder um Granit noch um Labradorit handelt. Granit ist ein Plutonit und kann keine Fossilien enthalten, der Labradorit ebenfalls nicht. Soweit ich die marokkanischen Orthoceras kenne, stecken diese in einem Tonstein.
Viel Erfolg bei der Bergung!

Glück Auf!
openpit

triassammler:
Hallo Peter!

Erstens: Eine Einschätzung zum Wert eines Objekts zu geben, von dem es nichts gibt außer der Beschreibung eines mit der Materie nicht Vertrauten, wäre in höchstem Maße unseriös. Ich gehe davon aus, dass auch eine Versicherung diesen Standpunkt vertreten wird.

Zweitens: Diskussionen über das marokkanische Kunsthandwerk in Bezug auf Fossilienkompositionen (nach solchem klingt Deine Beschreibung) und deren Gegensatz zwischen vermeintlichem und realem Wert finden sich allenthalben hier im Forum.

Mein Beileid zu dem Verlust, er dürfte aber eher auf der ideellen als auf der materiellen Ebene schwer wiegen.

Gruß,
Rainer

nubduk:
@ Rainer:
du meinst, dass die Orthoceras in ein Kunstmaterial eingegossen wurden und dann abgeschliffen? Halte ich fuer unwahrscheinlich. Aber ich kann mich durchaus taeuschen, sonst wuerde ich die Frage so nicht stellen...Und das Kunsthandwerk in Marokko ist hoch entwickelt ;-)
Es wuerde sich allerdings mit @Openpits Beitrag decken, der von Tongestein als natuerliches Bindematerial spricht. Das war es aber definitiv nicht.

Wegen der Schaetzung ist mir klar, dass es nicht um eine serioese Schaetzung geht, aber ich will mich auch nicht bei der Versicherung blamieren, die sich ja weigert, den Schaden zu uebernehmen (es war unser komplettes Umzugsgut und Wohnmobil und wir selber mit Kindern auf dem Schiff...). Ich hoffe nur eine erste Orientierung, nicht einen serioese Schaetzung, etwa Groessenordnung 200-500 Euro, 500 bis 1500 Euro, 1500 bis 5000 Euro, ab 5000 Euro... zum Beispiel. Aber noch vorher waere es interessant festzustellen, ob dies ein natuerliches Material war, und was... ( die Orthoceras waren zweifelsfrei echt).

triassammler:
Hallo Peter,

bei großen marokkanischen "Kunsterzeugnissen" ist die Matrix oft echt, allerdings werden die Fossilien dann darin eingesetzt, um eine höhere = gefälligere Fossildichte vorzutäuschen; durch das Schleifen und allgemein die "künstlerische Verfremdung" ist auf den ersten Blick wenig bis nichts von diesen zugegebenermaßen gut gemachten Einsetzungen zu sehen (Klebenähte, Farbunterschiede zwischen Matrix und Gestein direkt am Fossil, etc.).

Die marokkanischen Orthoceren kommen in einem knüppelharten schwarzgrauen bis graugelblichen Kalkstein vor, der gewerbsmäßig zum Zweck der Natursteingewinnung abgebaut wird, die "Fossilienkunst" fällt als Nebenprodukt an. Von Tongestein kann keine Rede sein. Das ist auch der Grund, warum die Orthoceren stets geschliffen und nie als herausgelöste 3D-Fossilien in natürlichem Zustand erhältlich sind.


--- Zitat ---die Orthoceras waren zweifelsfrei echt
--- Ende Zitat ---
Fragt sich im Nachhinein und vor allem ohne Foto nur, wie viele der genannten 30 cm Länge tatsächlich auf das jeweilige Fossil entfallen und was davon einfach geschickt herausgearbeitete und durch das Polieren ans Fossils angepasste taube Matrix war... Man sieht das ja relativ häufig, bis zu meterlange herauspolierte Orthoceren, die aber nur zu 20 cm wirklich aus gekammertem Fossil bestehen und zum restlichen Teil einfach aus gewölbt herausgearbeitetem Gestein, das ggf. noch trickreich leicht in der Farbe verändert wurde.

Aus eigener Erfahrung in Sachen (kistenweisem) Fossilverlust gehe ich davon aus, dass sich die Versicherung nur für den Kaufpreis interessieren wird. Ich nehme mal an, dass nicht mal der belegbar ist, weil der Verkäufer sicher keine Rechnung oder auch nur einen Kassenzettel ausgestellt hat? Einen darüber hinaus gehenden Zeitwert im Sinne eines Kunstgegenstandes oder sammlerischen Unikats müsstest Du durch einen Gutachter ermitteln und bestätigen lassen. Und der muss dafür natürlich das Originalstück vor sich haben. Versicherungen bekommen zu oft Forderungen von Autobesitzern, denen angeblich beim Unfall der Kranach im Kofferraum restlos verbrannt ist, um Schadensbehauptungen ohne Besitz- und Wertnachweis für voll zu nehmen. Das soll keinesfalls eine Unterstellung Dir gegenüber sein, sondern soll nur verdeutlichen, dass man ohne handfeste Beweise von einer Versicherung keinen handfesten Schadenersatz aufs Konto bekommt.
Dein Stück gehört wohl in die zwiespältige Kategorie "-2 bis x-tausend Euro" - will sagen, unter verschiedenen Aspekten kann man ganz verschiedene Werte angeben. Das geht vom amerikanischen Käufer ohne Fachwissen, der eine vierstellige Summe gerne hinlegt, um so ein "exotisches Unikat" im heimischen Wohnzimmer als Deko und "Kunstwerk" aufzustellen, bis zum Fossiliensammler mit wissenschaftlichem Anspruch, der zur Vorbedingung für die Übernahme des Stücks macht, dass man ihm dazu auch noch die 2 Euro gibt, die es ihn kosten wird, wenn er das Stück gleich anschließend auf einer Bauschuttdeponie abliefert, weil es für ihn keinerlei natürliche Aussage hat  ;)

Aber wie gesagt, ohne Foto keinerlei Aussage möglich, weder zum Gestein noch zum Wert.

Gruß,
Rainer

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