Mineralien / Minerals / Minerales > erledigte Bestimmungen / completed determinations

Karneol? / Jaspis

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Jörg:
Hallo,

ist absolut nicht durchscheinend. Habe mal ein wenig rumgegooglet. Es gibt Fachliteratur, die Vorkommen von Eisenkieseln als "Kellerwaldachate" an der Weser bei Hameln (dort wo ich sie auch gefunden habe) beschreiben; als Geschiebe oder Geröll aus dem Bereich Kellerwald. Mit dem Begriff "Karneol" lag ich komplett daneben; meinte natürlich Jaspis; habe ich verwechselt. Sollte nicht vorkommen, ich weiß, Sorry!Zumal ich einen schönen Jaspis ebenfalls dort gefunden habe. Konnte nur mit dem hohen Quarzanteil darin nichts anfangen. Aber Kellerwaldachat hat doch auch was  ;D
Viele Grüsse Jörg

Fritzi:
Hallo,

ich habe bei dem gezeigten Stück an Jaspis gedacht. Nun wurde aber Eisenkiesel genannt.

Da stelle ich mir die Frage: Was ist der Unterschied zwischen beiden - Jaspis und Eisenkiesel?

Vielleicht kann das jemand erklären.

VG
Fritzi

Jörg:
Hmm,
ich glaube Eisenkiesel erhält seine Färbung durch Hämatit. Jaspis, je nach Varietät, duch Tonerde, Eisenoxid, Eisenhydroxid, oder Manganhydroxid. Beide sind m. E. eine Varietät des Chalcedon, nur die farbgebenden Mineralien sind verschieden. Falls ich falsch liege, berichtigt mich bitte.

Gruß Jörg

aca:
Jaspis ist ein unscharfer Begriff.
Eisenkiesel ist eigentlich noch unschärfer.

Der Begriff Eisenkiesel wird benutzt:
1. für mit Eisenoxiden und -hydroxiden verwachsene feinkristalline Aggregate aus Quarz (aber kein Chalcedon).
2. für durch Eisenoxide und -hydroxide gefärbte, undurchsichtige Chalcedone (hier gibt es eine teilweise Überlappung mit Jaspis)
3. für durch Einschlüsse von Eisenoxiden und -hydroxiden gefärbte Quarzkristalle

Wenn mir jemand sagt, er hätte Eisenkiesel gefunden, dann weiss ich nur sicher, dass es überwiegend Quarz ist und entweder gelb, rot, braun oder ockerfarben. Chalcedon, komplett verkieselte Limonitkonkretion, Kristalle - bleibt alles unklar, das gibt der Begriff nicht her.

Mit einer derartigen Spreizung des Begriffes sind z.B. Tigerauge, Itabirit und gebrannter Amethyst alles Eisenkiesel.

In der englischen Literatur ist der Begriff übernommen, da zählt aber nur "Definition" 3, was m.E. die einzige Art ist, die nicht Verwirrung stiftet. Ich persönlich meine mit Eisenkiesel immer Kristalle. Wenn jemand was anderes auch so nennt, kann ich mit Leben.

Der Begriff erleidet seit dem 19. Jh. die gleiche Verschiebung in der Definition wie Prasem. Früher war das nur ein Chalcedon, heute meinen fast alle Kristalle damit.

Jaspis ist ein undurchsichtiges mikrokristallines Quarzaggregat, das in der Regel durch einen hohen Anteil an eingebetteten Mineralien stark gefärbt ist (muss aber nicht). Genetisch ist der Begriff völlig offen, d.h. ob es sich um eine Gangfüllung handelt, um ein Sedimentgestein oder einen verkieselten vulkanischen Tuff, ist völlig wurscht.
Achate z.B. zeigen im Mikroskop alle ein typisches Bild, aber bei einem Jaspis weiss man nie, was einen erwartet.

Nützlich ist der Begriff eigentlich nur für die Schmuckindustrie. Da weiss man, die und die Härte und so und so gefärbt und undurchsichtig und das und das kann man damit machen. Akademische Abgrenzungen zu Hornstein oder Cherts sind da nicht so wichtig, da wird dann ein Jaspis auch mal Achat genannt und umgekehrt.

Bei dem Thema kann man hervorragend sinnlos Haare spalten.  ;D

Jörg:
In der Mineralogie darf man die Komlexizität der Terminologie wohl nicht vergessen. Für mich als interessierten Laien fand ich meinen kurzen Einwand (einen höher) schon recht fachlich  :)
Merke jedoch einmal wieder mehr, dass man sich in gewisse Bereiche sehr vertiefen kann und, will man das Hobby ernsthaft betreiben, auch sollte. Auch für Steine gilt wohl, dass sie mehr sind, als nur die Summe ihrer bunten Teile.
Ich blicke jetzt wieder ein kleines Stückchen weiter durch.

Gruß Jörg

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