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Autor Thema: Fundort Türkis - gefärbt?  (Gelesen 9172 mal)

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Offline topas66325

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Fundort Türkis - gefärbt?
« am: 27 Jun 11, 17:29 »
Hallo,

kann jemand eine Aussage zum Fundort bzw. Land machen, der für diesen Tükis (siehe Foto) typisch ist ?
Die Stufengröße beträgt : 8,1 x 7,6 x 4,7 cm.

MfG
Michael

Offline smoeller

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #1 am: 27 Jun 11, 18:57 »
Hallo,

Dürfte aus dem asiatischen Raum stammen, wobei angemerkt werden muss, das viele derartige Stücke aus heutiger Zeit mit dem Fundort "China" gefärbter Magnesit oder Howlith ist.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #2 am: 27 Jun 11, 20:40 »
Ja, an die gefärbten dachte ich auch schon... :-)

Frank

Offline wolfi

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #3 am: 29 Jun 11, 22:01 »
Servus,
das mit den gefärbten aus China war auch mein erster Gedanke...
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline Kluftknacker

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #4 am: 06 Jul 11, 09:19 »
Hallo,
erstaunlich, wie man anhand eines niedrig-auflösenden Bildes eine etwaige Fälschung ausmachen kann. Oder benutzt Ihr virtuelle Härte-, Ritz- oder UV-Programme zur Ferndiagnose?

Sicherlich nimmt die Anzahl gefälschter Türkise (gewachst, gefärbt, Türkis mit Kunststoffpulver "gebacken", Vollkunststoff usw. ) zu, allerdings sofort auf eine Fälschung zu schließen, halte ich für vermessen.
Das Zeug könnte genauso gut - nach Farbe und Form - aus SW-Amerika stammen.

Kurz - an den Fragesteller: Der genaue Fundort läßt sich _so_ nicht eindeutig bestimmen.

Kluftknacker

Offline Aurora borealis

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #5 am: 06 Jul 11, 09:58 »
Hi

ist immer schwer zuzuordnen,könnte möglicherweise eingefärbter Magnesit sein,könnte aber auch natürlich abgerollt aus der Kingman Mine Arizona USA stammen,ich schließe mich dem Vorpost an:Ritztest bringt Aufschluss.

LG Udo

Offline Collector

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #6 am: 06 Jul 11, 10:23 »
Hallo

Kluftknacker liegt völlig richtig: Eine Fälschung nur aufgrund eines Bildes zu bestimmen, ist vermessen. Türkise wie der abgebildete sind seit sehr langem aus Arizona bekannt, sehr lange, bevor überhaupt Material aus China auf die westlichen Märkte kam.

Ich bin im übrigen überzeugt, dass die ferndiagnostischen Internet-Mineralbestimmungen, wie von Kluftknacker bemängelt, auch ein Sammler-Generationsproblem sind.  Viele der Mitglieder im Atlas, bzw. besonders Sammler, die sich auf Mineralien-Webseiten tummeln, sind jung. Sie haben oft nicht die Sammlererfahrung der "alten Hasen", besonders, wenn es um Funde geht, die es vor ihrer Geburt gab und Stufen aus dieser Zeit immer noch im Markt kursieren, aber eben diesen jungen Sammlern und selbst auch nicht wenigen jungen Mineralogen unbekannt sind. Es sei denn, von Bildern oder hinter Glas in einem Museum. Dazu gehören auch Türkise, ich meine echte Türkise.

Offen gesagt - wer hat schon mal wirklich echte, große Türkisstufen aus Arizona oder aus dem Iran in der Hand gehabt ?  Stufen wie abgebildete ?  Schon in den 1960 - bis 1970er Jahren gabe es solche Türkise in recht großen Mengen, Stufen bis zu 15 cm waren keine Seltenheit (in meiner Sammlung gab es solch eine ca. 12 cm große Stufe, wie  die o.a. abgebildete, habe ich auf einer Mineralienbörse in Essen lt. meiner Archivkarte 1963 für 8.- DM gekauft); irgend jemand hat sie aus den USA importiert, später gefolgt von iranischen Türkisen.
Die chinesischen Howlith-, resp. Magnesitfälschungen und die gebackenen Seam-Türkise aus den USA kamen alle erst viel später .

Ich will auf keinen Fall ausschließen, dass man heute im Zeitalter der Gier alles erst mal auf Fälschung untersuchen sollte. Es gibt aber, so fremd wie es klingen mag, noch immer echte Türkise und echte blaue Calcite und mittlerweile auch blaue Granate.
In diesem Sinne
Gruß
collector

Offline Krizu

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #7 am: 06 Jul 11, 14:58 »
Hallo Peter,

ich gebe Dir zu deinen Ausführungen zu Bilddiagnosen recht, aber es hat keiner gesagt: "Das ist eine Fälschung". Der Farbstich erscheint mir auf dem Foto nicht "türkis". Der einfache Test mit dem Acetonlappen würde helfen. Auf der anderen Seite die Frage an Dich als Türkis-Mineralienportrait-Fachmann: Kannst du die Stufe zuordnen?!

Daher die Frage "Was sehe ich": ein Bild, dessen Farbe für mich nicht gewohntes türkis zeigt. Bevor ich die möglichen Fundstellen - falls möglich! - benenne, würde ich mir die Frage stellen, ist es Türkis?

MfG

Frank

Offline Collector

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #8 am: 06 Jul 11, 15:14 »
Hallo Frank

bevor ich mögliche Fundstellen in Betracht ziehe, schlagen wir doch heute und - da das Thema Türkis immer wieder auftaucht - auch für die Zukunft vor, dass jeder, der Zweifel an seiner Türkisstufe hat oder sich des Fundortes nichts sicher ist, ganz einfach den von Dir erwähnten einfachen Acetonlappen-Test macht. Man muss es den Leuten halt nur sagen, denn nicht jeder kennt den Test.
Ich kannte den übrigens auch nicht. Was kommt dabei raus ?  Kann man auch Nagellackentferner nehmen ? ???

Besten Gruß
collector

Offline raritätenjäger

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #9 am: 06 Jul 11, 15:18 »
Hallo,

was kommt raus: der Lappen wird blau und die Stufe weiß - kurz gesagt.

Gruß
Andreas

Offline Aurora borealis

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #10 am: 06 Jul 11, 15:22 »
Dann ist er wohl ein Fake,wenn der Lappen blau wird ;D


Offline Collector

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #11 am: 06 Jul 11, 15:31 »
Hallo Andreas, Frank und Udo

nur, falls noch nicht draufgestoßen: Ich hab vor länngerer Zeit mal was über Türkisfälschungen geschrieben und im Lexikon unter Mineralienportrait abgelegt.

Der Acetonlappen-Test dürfte aber nur bei den schlecht gefärbten Kunstprodukten behilflich sein; die meisten amerikanischen,  aus echtem Türkismehl und Harz gebacken, reagieren überhaupt nicht auf Farbtests und auch die Zachery-Türkise (s.u.) nicht.  Insofern ist der Acetonlappen-Test eigentlich nur eine von vielen Möglichkeiten.

Nachstehend die häufigsten Verfahren:


Veredelung, Optimierung, Imitationen und Fälschungen von Türkis

Türkis wurde wie kaum ein anderer Edelstein seit Jahrtausenden nachgeahmt. Im alten Ägypten gab es bereits Glas mit türkisblauer Lasur. Um eine intensivere Farbe und einen besseren Oberflächenglanz zu erhalten, werden farbschwache Türkise in farbloses Wachs getaucht (paraffiniert). Blasse und farbschwache Steine werden seit Jahrhunderten nachgefärbt, meist in Kombination mit einer Wachs- oder Kunstharzbehandlung. Poröse Türkise werden mit (farbigem) Kunstharz imprägniert, um sie schleif- und polierbar zu machen.

So genannte "Seam"-Türkise sind aus Schleifabfällen bzw. aus pulverisiertem schlechtem Türkis, Kunstharz und Farne "zusammengebackene" (rekonstruierte) Kunstprodukte. Der Kunstharzanteil kann bis zu 40% betragen. Pressprodukte werden aus Zement, Kunststoffgranulat und Farbe hergestellt.

Durch den so genannten Zachery-Prozess wird die mikrokristalline Struktur des Türkis so verändert, dass sich sein Porenraum reduziert und die Steine dadurch besser polierbar werden. Das Verfahren, mit welchem in den USA jährlich mehrere Tonnen "optimierter" Türkis hergestellt werden, ist relativ unbekannt. Ein anderes Verfahren zur Verhärtung und Farboptimierung weicher Türkise ist der "Eljen-Prozess".

Dunkle Flecken oder Adern werden durch Matrixinduktion erzeugt, indem man Türkis in dunkle teeartige Substanzen eintaucht oder Vertiefungen mit Tusche oder schwarzem Zement füllt, woraus sich dann beim späteren Schleifen und Polieren dunkle Risse ergeben.

Eine weitere Imitation ist Turkenit, der aus blau gefärbtem Magnesit, Calcit oder (selten) Howlith besteht, wobei die Matrix (wie oben beschrieben) dunkel induziert wird.

Eine alte Imitation, die heute kaum noch bekannt ist, sind so genannte Knochentürkise, welche man durch Lagerung von Odontolith (Zähnen und Knochen vorzeitlicher Säugetiere wie Mammut oder Mastodon) zusammen mit Eisenphosphaten eingräbt, wobei das Material himmelblau wird.

Gruß
Peter Seroka / collector

Offline Aurora borealis

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #12 am: 06 Jul 11, 16:21 »
Hallo
interessant einige Techniken waren mir bekannt,einige nicht.
Echt ´ne linke Nummer,einige Imitate lassen sich Augenscheinlich sehr schwer von echtem Türkis unterscheiden,insbesondere von Laien,die denken einen schönen echten Türkis gekauft zu haben.

LG
Udo

Offline Collector

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #13 am: 08 Jul 11, 00:25 »
Thema beendet ?

Gruß
collector

Offline Krizu

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Re: Fundort Türkis
« Antwort #14 am: 08 Jul 11, 07:02 »
Hi,

scheinbar ja... Deine Infos zu den Fälschungen sind umfassend gut wie immer.
Der Verweis auf das Mineralienporträit kam, von Dir der Hinweis auf z.B. Arizona.
Damit ist doch alles gesagt, oder?

MfG

Frank

 

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