Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Themen zu Schlackenmineralien und -fundstellen, Verhüttungsprozesse etc.
Chlor in Phosgenit bei Schlackemineral - woher?
Kluftknacker:
Hallo Sammlervolk!
Beim Zerbröseln von Schlacke aus der vormittelalterlichen Verhüttung von Pb-Cu-Sulfiderzen aus dem Nordharz (vermutlich Rammelsberg), gefunden im Bereich der Innerste, kamen etliche hervorragende, zweifelsohne Phosgenit-Kristalle zum Vorschein.
Während die Bildung von Phosgenit durch Meerwassereinfluss nachvollziehbar ist (z.B. Lavrion), frage ich mich (in Unkenntnis der uralten Verhüttungsmethoden), was bei meinen Funden aus dem Harz (bekanntlich weit abseits von Meerwasser) der Chlorlieferant sein mag? Zuschlagstoff? Die Schlacke ist nicht wie üblich "glasig", eher krümelig, tiefrotbraun (hohe Eisenanteile) mit limonitischer Verwitterungskruste. Fund: Oberflächlich ohne Erdabdeckung, Waldboden)
Wer kann helfen - Literaturnennungen sind auch gerne gesehen? Danke.
Kluftknacker
raritätenjäger:
Hallo,
Salz als Flussmittel? Wäre meine Vermutung. So sind ja wohl auch die ganzen Bleichloride von der Juliushütte entstanden.
Gruß
Andreas
Kluftknacker:
Mmh,
haben unsere ganz Altvorderen (12.-14. Jh.) Salz als Flußmittel eingesetzt? Wenn das bestätigt wird, dann wäre das natürlich eine ernstzunehmende Möglichkeit.
uwe:
Chlor ist auch im Pyromorphit enthalten, welcher bei einer Bleiverhüttung durchaus anwesend sein kann bzw. in Bleilagerstätten nicht ungewöhnlich ist.
Uwe
Schlacke:
Hi,
Chlorzusatz bei der "Chlorierenden Röstung", entweder Kochsalz oder Stassfurter Abraumsalze, führen bei älteren Hüttenschlacken zu sekundären Chlobildungen, z. B. Juliushütte bei Astfeld/Harz.
Verfahren wurde bis zum 2. WK angewandt.
Weitere Hinweise über Google!
GA
Schlacke
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