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Mineralparagenese durch Feuersetzen

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Schlacke:

Unter diesem Titel erschien im Aufschluss Jg. 39, H. 5 (S. 317-318) ein Aufsatz zu sekundären Bildungen, entstanden durch Feuersetzen im Bergbau. Erwähnt werden die Fundorte: Oberschulenberg, Bönkhausen und Badenweiler u.a. mit folgenden Neubildungen: Minium, Elyit, Caledonit usw.

Ohne die Bildungsbedingungen im Einzelfall zu kommentieren, sei für Badenweiler festgestellt, das hier Feuersetzen wenig zur Entstehung der erw. Mineralien beigetragen haben könnte.
Bei Ernst Scheffelt, dem ehemaligen Chronisten für Badenweile ist in seinem Aufsatz über die "Blauen Steine" der Hinweis, dass seit alters her, die Fasnachtfeuer auf der Halde der "Blauen Steine" abgebrannt worden sind.

So ein Feuer ist intensiver als das Feuersetzen in der Grube. Die Wirkung auf die umliegenden Quarzbrocken dürfte damit  grösser sein und eher zu Sekundärbildungen geführt haben.

Feuersetzarbeiten im Quarzriff (Blaue Steine) sind bisher noch nicht beschrieben worden, es gibt aber einen Hinweis auf diese Tätigkeit.

Quelle: Ernst Scheffelt, Die Blauen Steine bei Badenweiler. Eine Erinnerungsstätte an den alten Bergbau, in: Mein Heimatland, Bd. 17 (1930) S. 75-79

Glückauf!

Schlacke

loismin:
Hallo.

Von diesen Feuersetzparagenesen ist ,glaub ich das wenigste im Bergbau durch Feuersetzen entstanden.
Das meiste dürfte durch Rösten des Erzes auf den Halden entstanden sein.

loismin

Uwe Kolitsch:
"Ohne die Bildungsbedingungen im Einzelfall zu kommentieren, sei für Badenweiler festgestellt, das hier Feuersetzen wenig zur Entstehung der erw. Mineralien beigetragen haben könnte."

Halte ich für sehr unwahrscheinlich. Die Feuersetz-Paragenese-Brocken kamen z.T. erst beim Graben in der Halde heraus.


"Von diesen Feuersetzparagenesen ist ,glaub ich das wenigste im Bergbau durch Feuersetzen entstanden.
Das meiste dürfte durch Rösten des Erzes auf den Halden entstanden sein."

Ist auch unwahrscheinlich - Erz wurde nie auf Halden geröstet, sondern immer an anderer Stelle auf Röstplätzen.

smoeller:
Hallo,

Bezüglich Badenweiler: Es gibt sehr wohl eindeutige Hinweise auf mittelalterliches Feuersetzen und zwar für jeden kundigen sichtbar. Und zwar nicht im zitierten Gewann Blaue Steine (Grubenfeld Sophienruhe), wo in der Tat kaum Hinweise auf Feuersezen zu finden sind, als vielmehr im Grubenfeld Hausbaden, am Altemannfels. Der Name Altemannfels an sich geht schon auf den Bergbau zurück, Alter Mann bezeichnet alte, aufgelassene Grubenbaue. Am Serpentinenweg zum Altemannfels gibt es einen kleinen Stollen, der eindeutig feuergesetzt ist. Der Stollen hat den dafür typischen unregelmäßig eiförmigen Querschnitt und das ansonsten kompakte und sehr harte Gestein (frag jeden, der sich in der Gegend auskennt) lost sich plattig-schalig ab. Das bekommst du nur mit Feuersetzen so hin.

Im nahegelegenen Münstertal fand sich sogar ein gefritteter Brocken mit Holzkohleresten in einer mittelalterlichen Strecke im Teufelsgrund, untertage.

Glück Auf!
Smoeller

helgesteen:
Hallo zusammen,

es gibt im südlichen Schwarzwald mehrere alte Grubengebäude (inbsbesondere Großraum Schönau und Münstertal), in denen sich untertage Mennige in recht großen Mengen sowie Elyit finden. Diese Abbaue sind eindeutig feuergesetzt, der Quarz ist im Versatz typisch rötlich gefärbt. Ich möchte zwar nicht ausschließen, dass es auch auf Halden kleinräumige Bereiche geben kann, in denen die alkalischen Aschen von Feuern auf das erzhaltige Gangmaterial einwirkten. Aber die Tatsache, dass die Bildung der Paragenese in den Grubengebäuden tatsächlich ablief, spricht gegen eine größere Bedeutung dieses Vorgangs auf der Halde.
Uwe hat ganz sicher recht mit seinem Einwand, dass ein großer Teil der Funde aus tiefen Haldenschichten stammt, was ebenfalls gegen die Scheibenfeuer-Theorie spricht. Auch sind nur ganz wenige Fälle aus dem Schwarzwald bekannt, wo nachweislich Erzröstung auf den Haldenplateaus stattfand. Eigentlich fällt mir im Moment nur eine ein, und das ist eine montanarchäologisch gesicherte Kupfererzröstung bei Süssenbrunn im Münstertal aus dem 11./12. Jahrhundert. Schmiedeöfen bestanden häufiger, aber da ist es erheblich weniger wahrscheinlich, dass es zu einem intensiven Kontakt von erzhaltigem Gangmaterial mit der Hitze und den Verbrennungsprodukten kam.

Viele Grüsse,
Helge
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