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Welche Gestein?

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Darwin:
Hi,
ich bin mir bei folgender Bestimmung nicht ganz sicher...
Gefunden wurde das Stück im Frankenwald (Frankenwälder Paläozoikum) in der Nähe von Seibelsdorf/Marktrodach.
Mir wurde gesagt, oder der Tipp gegeben, dass es sich um ein gabbroidisches Gestein handelt und er unter Metamorphose stand...also ein "Meta-Gabbro".
Man erkennt ziemlich viele ca 1 mm große Plagioklas-Kristalle, er nicht magnetisch, und die Farbe geht ganz leicht ins grünlich-graue/grünlich-grauweiße.
Wenn dies nun bestätigt wird, warum ist das dann ein "Meta-Gabbro"...also welche Metamorphose unterlag er?
Noch ein Hinweis.
Der Gabbro (wenns denn ein Gabbro ist) steckte als Intrusion zwischen einer Grauwacken-Tonschiefer-Wechselfolge und muss somit dann junger als die Wechselfolge (Oberdevon-Unterkarbon)...könnte die Metamorphose durch die varizstische Orogenese herrühren?

LG

Jörg:
Hallo,


--- Zitat ---warum ist das dann ein "Meta-Gabbro"...also welche Metamorphose unterlag er?

--- Ende Zitat ---
soweit ich weiss, geschieht die Umwandlung auf isochemischem Weg durch Zutritt von Wasser und hohem Druck im Bereich von 8 - 10 Kilobar, wobei die Umgebungstemperatur zw. 500 und 600°C liegen muss.

Quelle: Mineralogy and Petrology, Vol. 19, Nr.4, Die Bildungsbedingungen von alpinotypem Eklogitamphibolit und Metagabbro, erläutert and Gesteinen der Koralpe, Steiermark, H. Heritsch

Glück Auf!
Jörg

Darwin:
Hi,
hm...dann müsste nach deiner Definition dies eine Hochgradige Metamorphose sein, aber dieser Stein stammt aus dem Frankenwälder Paläozoikum, genauer gesagt aus der Thüringischen Fazies.
Nach dem Mineralienaltas und anderen div. Regional-Büchern aus diesem Gebiet, unterlagen die Sedimente (und Magmatite) nur unter einer Niedriggradiger oder bis Mitelgradiger Metamorphose (also max ca. 500 °C und 5 Kbar).
Wenn denn die Parameter so hoch sind, wie du meintest, müsste der Gabbro eigentlich Eklogit sein, oder zumindest ein Gestein mit Eklogitischer Zusammensetztung.
Oder denk ich einfach nur zu kompliziert??? >:(
Vllt war das einfach nur eine ganz normale Basalt-Intrusion (also Gabbro) in die Grauwacke-Tonschiefer-Wechselfolge...und die Intrusion unterlag ganz normal der Niedriggradigen Metamorphose, welche durch die varizstische Orogense verursacht wurde...wie zb der Tonschiefer
Zur Zeit des Oberdevons war ja in diesem Gebiet ein massiver (untermeerischer) basischer Vulkanismus.
Wie man dies zb im Stbr.  Hartsteinwerk Heiss und Söhne eindeutig sehen kann.

Macht das Sinn  ;D

LG

smoeller:
Hallo,

Das hier ist ganz sicher kein Hochdruck-Metamorphit, Eklogit erst recht nicht.

Es handelt sich um eine typische grünschieferfazielle Überprägung, wie sie viele basische Vulkanite in ähnlichen Settings erlebt haben. Dabei sind v.a. die Plagioklase (Feldspäte) tw.  zu Epidot/Klinozoisit umgewandelt, Biotit zu Chlorit. Daher die grünliche Farbe, siehe das letzte Bild.

Glück Auf!
Smoeller

Darwin:

--- Zitat von: smoeller am 20 Sep 11, 10:55 ---
Das hier ist ganz sicher kein Hochdruck-Metamorphit, Eklogit erst recht nicht.

--- Ende Zitat ---

Ich meinte auch nicht, dass es sich um ein Eklo handelt, ich meinte nur, dass es zumindest ein Gestein mit eklogitischer Zusammensetzung bei den Parametern, die Jörg beshcrieben hatte, handelt.

Aber egal, wurde ja jetzt aufgeklärt, trotzdem...vielen Dank für die Aufklärung, nützt mir viel :)
__________________________

Und hier ist noch ein Gestein, aus dem Gebiet...
Es handelt sich um Knollenkalk, welcher aus dem Oberdevon stammt.
Die Kalke liegen an einigen Punkten um Seibelsdorf (im Frankenwälder Palöozoikum) als Olistholithe zwischen der Grauwacke-Tonschiefer-Wechselfolge.
Wie die da hin kommen, ist recht klar, aber ich find in div. Literatur und Internet keine richtige Erklärung zur Entstehung der Knollenkalke (also bevor sie Olithilithe waren).
Es wird sich sicher um ein chemisches Sediment handeln, aber wie kommen zb die Knollen da drein?

LG

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